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Eintracht Frankfurt : Bobic und die Zement-Klopfer

Frost in Frankfurt? Kein Problem für Eintracht-Kapitän Meier. Bild: Heiko Rhode

Der Sportvorstand der Eintracht hält Platz vier auch am Saisonende nicht für unmöglich. Der Trainer muss in Leipzig mit dem Ausfall von Huszti und Fabián kalkulieren.

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          Dreimal auswärts in Leipzig, Schalke und Leverkusen, nur einmal zu Hause gegen Darmstadt: Für die Eintracht beginnt der Neustart der Fußball-Bundesliga ambitioniert. Fredi Bobic ist die Schwere der Aufgaben nur allzu bewusst. Und doch hält es der Frankfurter Sportvorstand nicht für unmöglich, dass die Erfolgsgeschichte der Eintracht auch im neuen Jahr weitergeht. Platz vier also auch am Saisonende im Mai? „Ja, das geht auch heute noch“, sagte Bobic im Gespräch mit der Zeitschrift „Sport Bild“ und erinnerte an das Beispiel von Mönchengladbach, als die Borussia 2012 nur ein Jahr nach der geglückten Relegation gegen Bochum Vierter wurde. „Sicherlich liegt mein Vorgänger Heribert Bruchhagen nicht ganz falsch damit, dass die Tabelle aufgrund der wirtschaftlichen Bedingungen zementiert ist. Aber auch Zement kannst du zerbrechen. Dafür musst du klopfen ohne Ende.“

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Bobic ist sehr wohl bewusst, dass die von Cheftrainer Niko Kovac und seinen Helfern angeleitete Mannschaft in den bisherigen 16 Saisonspielen Hervorragendes geleistet hat. „Platz vier ist mehr, als jeder erwarten konnte“, hatte Bobic schon im Wintertrainingslager in Abu Dhabi dieser Zeitung gesagt. Man dürfe nicht damit rechnen, dass der sportliche Erfolg ungebremst weitergehen könne. Aber die Basis für einen kontinuierlichen Aufbau sei geschaffen,

          RB - eine harte Nuss für die Eintracht

          Bei aller Begeisterung, die sich nicht nur in Frankfurt rund um die mit 29 Punkten ausgestattete Eintracht breitgemacht hat: Vierter oder sogar besser als der Rang, der zur Qualifikation für die Champions League berechtigt, ist der Klub letztmalig vor einer kleiner Ewigkeit gewesen. Es waren die goldenen neunziger Jahre, als die Trainer noch Jörg Berger, Dragoslav Stepanovic und Horst Heese hießen – und die Eintracht dreimal Dritter (1990, 1992, 1993) und einmal Vierter (1991) wurde.

          Als Vierter nach 16 Spielen reisen die Frankfurter an diesem Wochenende in den Osten, um sich mit einer anderen Überraschungsmannschaft der Liga zu messen. Die Partie bei RB Leipzig, die am Samstag unter Flutlicht von 18.30 Uhr an ausgetragen wird, ist zu Recht vom übertragenden TV-Livesender Sky zum „Topspiel“ gemacht worden, denn der starke Aufsteiger liegt nur drei Punkte hinter Branchenprimus Bayern. RB, das ist eine harte Nuss für die Eintracht, die in der Vorbereitung auf den Wiederstart in das erstklassige Fußballgeschäft voraussichtlich zwei Stammspieler ersetzen muss. Auch am Mittwoch, als erstmals in dieser Woche unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert wurde – eine Strategie, die sich Kovac auch am Donnerstag und Freitag zu eigen machen wird –, musste der Frankfurter Fußballlehrer auf Szabolcs Huszti und Marco Fabián verzichten.

          Sowohl der Ungar, der seit längerem schon Probleme mit der Achillessehne hat, als auch der an der Hüfte geplagte Mexikaner sind weiterhin angeschlagen. Ob sie wirklich für das letzte Hinrundenspiel in Leipzig ausfallen, lässt sich noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Kovac bleiben allerdings noch fast drei Tage Zeit, um zu reagieren und im Fall der Fälle die personellen und taktischen Veränderungen vorzunehmen. Michael Hector könnte demnach in die Dreier-Abwehrkette rücken, falls Makoto Hasebe für die Huszti-Rolle vor der Abwehr in Frage käme. Und für den flinken Ideengeber Fabián böten sich mit Ante Rebic, Mijat Gacinovic und Jungtalent Aymen Barkok gleich mehrere offensive Alternativen an. So oder so: Im bisherigen Saisonverlauf hat Eintracht-Coach Kovac bei seinen Personalmaßnahmen zumeist das rechte Händchen bewiesen und auf die richtigen Leute zur richtigen Zeit gesetzt. Eine Fähigkeit, die auch und vor allem in Leipzig gefragt ist, wenn die Eintracht den Zement mürbe machen möchte.

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