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Eintracht Frankfurt : Bibbern und Bangen

Aus der arabischen Wüste in den hessischen Winter: Trainer Niko Kovac hat sich für die Rückkehr in den Alltag gewappnet. Bild: Heiko Rhode

Trainer Kovac und die Eintracht werden in der Vorbereitung auf das schwierige Auftaktspiel in Leipzig eiskalt erwischt: Der Ausfall von Huszti und Fabián droht.

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          Das Schlimmste hat Niko Kovac überstanden. Seine schwere Erkältung hat der Frankfurter Cheftrainer fast auskuriert, er kann jetzt wieder seiner Hauptbeschäftigung nachgehen. „Das Fieber ist weg“, sagte er am Dienstag. „Heute ist es besser, es ist O.k.“ Im Trainingslager der Eintracht in Abu Dhabi plagte ihn noch Schüttelfrost, „das war schon heftig“. An den Abschlusstagen des Wüstentrips musste Kovac mit seiner sportlichen Kommandotätigkeit aussetzen und das Bett hüten. Am vergangenen Wochenende nahm er einen Flug früher zurück nach Frankfurt als die Mannschaft, um keinen anzustecken. „Das Risiko war mir zu groß, dass etwas passiert.“

          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Am ersten Arbeitstag in der Heimat trotzte Kovac dem Temperatursturz von rund 25 Grad – in Abu Dhabi betrug die Durchschnittstemperatur noch 25 Grad – und präsentierte sich den rund 200 Trainingszuschauern an der WM-Arena „eingemummt“, wie er seine „Verpackung“ beschrieb. Die Mütze hatte der 45-Jährige tief ins Gesicht gezogen. Außerdem trug er eine dickere Trainingshose als seine Kollegen aus dem Trainerstab und winterfeste Schuhe. Kovac war gut präpariert für die zweistündige Einheit im Freien in Eiseskälte.

          Zuversicht beim Ungar Huszti

          Im Hinblick auf die gewählte Kleiderordnung fiel das Frankfurter Geburtstagskind auf: Alexander Meier, der 34 Jahre alt wurde, hatte als einziger Profi eine kurze Hose an. Auch der Stuttgarter Neuzugang Max Besuschkow bevorzugte eine persönliche Note, im Gegensatz zu allen anderen verzichtete der Mittelfeldakteur auf Handschuhe. Am meisten schien der Kälteeinbruch nach den klimatisch angenehmen Tagen von Abu Dhabi Michael Hector zuzusetzen. Der Defensivspieler mit jamaikanischer und britischer Staatsangehörigkeit war im Gesicht so gut geschützt, dass nur seine Augen aus einem Schlitz schauten.

          „Wir hatten es schön warm in Abu Dhabi“, sagte Innenverteidiger Jesus Vallejo. „Aber wir sind Profis genug, uns den Gegebenheiten anzupassen.“ Für den 20 Jahre alten Spanier geht nichts „über ein gutes Aufwärmprogramm“ – egal, wo man gerade sei. „Und wenn der Körper warm ist, merkt man keinen Unterschied.“ Für Kovac macht es aber einen großen Unterschied, wenn wie am Dienstag zwei wichtige Spieler im Training fehlten. Mit Szabolcs Huszti und Marco Fabian drohen gleich zwei prominente Mittelfeldspieler zum letzten Spiel der Hinrunde für das Bundesliga-Topspiel an diesem Samstag (18.30 Uhr) in Leipzig auszufallen. Huszti hatte bereits die zurückliegende Trainingswoche in Abu Dhabi aufgrund einer Achillessehnenreizung mehr oder minder untätig verstreichen lassen müssen.

          Kovac war zuversichtlich, dass der Ungar nach der Rückkehr nach Frankfurt wieder einsatzbereit sein würde. Doch diese Hoffnung zerschlug sich. „Bei Szabi ist die Achillessehne nicht besser geworden“, sagte Kovac. „Das ist ärgerlich, er hat dadurch einen Großteil der Vorbereitung verpasst.“ Woher die Beschwerden beim 33-Jährigen kommen, vermag Kovac nicht zu beurteilen. Bei der Kernspinuntersuchung sei keine Schädigung der Achillessehne festgestellt worden. Der Trainer geht deshalb davon aus, dass die Probleme bei Huszti einen „anderen Ursprung“, etwa vom Rücken her, haben könnten.

          Kovac über Meier: „Er wird seine Spiele machen“

          Das andere große Sorgenkind ist Fabian, bei dem die Hüfte nicht mitspielt. Schon im gewonnenen Jahresabschlussspiel im Dezember gegen Mainz (3:0) verspürte der Mexikaner leichte Schmerzen. „Das ist nicht besser, sondern schlechter geworden“, fasste Kovac die aktuelle Lage zusammen. An einen Einsatz des Offensivspielers in Leipzig wollte Kovac am Dienstag nicht so recht glauben, „ich möchte aber auch nicht schwarzmalen“, sagte er. „Es gibt Hoffnung, das es trotzdem noch klappt.“

          Dass Fabian und Huszti vor dem schweren Auftaktprogramm mit drei Auswärtsspielen an den kommenden vier Bundesliga-Spieltagen zu großen Wackelkandidaten geworden sind, ärgert den Trainer. „Und es macht mich traurig, dass es gerade die zwei erwischt hat, die in der Hinserie so ordentliche Leistungen gezeigt haben. Aber jetzt müssen eben andere diese Möglichkeit nutzen und sich präsentieren.“ Aymen Barkok ist ein Profi von der Bank, der diesen Arbeitsnachweis durch seine Torgefährlichkeit schon erbracht hat. „Bei uns haben alle eine große Bedeutung für die Mannschaft“, sagte Vallejo. „Jeder weiß das.“

          Nach einem Schuss an seinen Rücken konnte Innenverteidiger David Abraham nur noch leicht auslaufen. Ersatztorhüter Heinz Lindner plagen indes Knieprobleme. Meier hingegen war ganz in seinem Element. Der Torjäger der vergangenen Jahre ist für Kovac unverzichtbar. „Wenn der Alex auf der Bank sitzt, heißt das ja nicht, dass er außen vor ist. Er wird seine Spiele machen.“ Bei Sturmkollege Haris Seferovic ist das fraglich. Der Schweizer werde mit Benfica Lissabon in Verbindung gebracht, sagte Kovac.

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