https://www.faz.net/-gzn-9vqt9

Absage an Winter-Transfer : Darum kommt Rebic nicht zurück zur Eintracht

Objekt der Begierde: Ante Rebic (links) steht plötzlich auch beim AC Mailand hoch im Kurs, wie Kollege Theo Hernandez demonstriert. Bild: dpa

Trotz des Siegs über Hoffenheim schauen sich die Frankfurter auf dem Transfermarkt um. Viele wünschen sich eine schnelle Rückkehr von Ante Rebic. Doch der stellt nun sehr deutlich klar, dass daraus nichts wird.

          3 Min.

          Wäre das also auch geklärt: Ante Rebic und die Eintracht werden in diesem Winter definitiv nicht wieder zusammenkommen. Der Kroate, der nach wie vor viele Fürsprecher im Klub und bei dessen Anhang besitzt, meldete sich in der seit Wochen um ihn rankenden Wechsel-Geschichte mit einem eigenen Beitrag zu Wort, der nichts an Deutlichkeit vermissen ließ. Er wolle sich beim AC Mailand behaupten, stellte der 26-Jährige in einem Gespräch mit der Zeitung „Sportske Novosti“ aus seiner Heimat klar. Ein Comeback in Frankfurt wird es so schnell nicht geben. Worauf bereits Sportvorstand Fredi Bobic im Trainingslager in Florida hingewiesen hatte, ehe es mit dem Ausfall von Daichi Kamada (Bänderriss im Knöchel) einen neuen Sachstand gab.

          Bundesliga

          Rebic war Anfang September im Tausch mit André Silva zum 18maligen italienischen Meister gewechselt. Wochenlang spielte er in den Planungen der Rot-Schwarzen nur eine untergeordnete Rolle, ehe er mehr Spielpraxis sammeln konnte und am Wochenende eine Kostprobe seines Könnens ablieferte. Nach seiner Einwechslung in der Partie gegen Udinese Calcio erzielte Rebic mit dem ersten Ballkontakt den Ausgleich und setzte in der Nachspielzeit mit seinem zweiten Treffer auch den Schlusspunkt zum 3:2-Sieg. „Ich habe viele Karriere-Opfer gebracht und trainiert, damit ich eines Tages zu einem großen Verein wie dem AC komme. Ich habe dieses Ziel erreicht und möchte jetzt meine Spuren hier hinterlassen“, sagte Rebic.

          Ein abermaliges Engagement in Frankfurt, wo er insbesondere durch seine Gala beim Pokalsieg gegen die Bayern 2018 seinen bis heute anhaltenden Ruhm mehrte, könne er sich im weiteren Verlauf seiner Laufbahn durchaus vorstellen, „aber davor habe ich hier noch viel zu tun“. Ob und wie seine unmissverständliche Aussage die Transfer-Planungen der Eintracht beeinflusst, wird sich in den nächsten Tagen zeigen; bis zum 31. Januar gibt es noch die Gelegenheit, durch Zu- und Abgänge Veränderungen am Kader vorzunehmen.

          Bobic sagte am 18. Spieltag, der mit dem 2:1-Erfolg gegen die TSG Hoffenheim nach Wunsch verlief, dass sich die Eintracht auf dem Markt „umschaut“, um an zentraler Position nachzulegen. Er sieht im defensiven Mittelfeld Handlungsbedarf, den er mit den Verletzungen von Gelson Fernandes und Lucas Torro begründete. Ein Kandidat, mit dem sich Eintracht beschäftigte, war dabei Stefan Ilsanker. Der Österreicher, der mit Eintracht-Trainer Adi Hütter einst bei den Red Bull Juniors in Salzburg gemeinsame Sache machte, steht aktuell in Diensten von RB Leipzig. Die Sachsen treten an diesem Samstag als Spitzenreiter in Frankfurt an (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) und gaben der Eintracht zu verstehen, dass sie kein Interesse haben, Ilsanker zu dem hessischen Konkurrenten ziehen zu lassen.

          Bobic sagte, ohne die Spekulationen näher zu kommentieren, dass er mit dem vorhandenen Personal gute Chancen sehe, Leipzig Grenzen aufzuzeigen. „Wir spielen zu Hause, haben zusammen mit unseren Fans das Potential, Leipzig Probleme zu bereiten. Bisher waren die Spiele gegen RB immer offen und spannend. Ich wüsste nicht, wieso sich das ändern sollte“, sagte 48-Jährige dem Internetportal „Sportbuzzer“. Der Eintracht sei bei der 1:2-Hinspielniederlage im August ein guter Auftritt gelungen, der ihn fürs Wiedersehen optimistisch stimme. Lediglich die Abschlussschwäche sei seinerzeit zu bemängeln gewesen, während der Gegner, der das Klassement mit 40 Punkten vor dem FC Bayern (36) anführt, demonstriert habe, was Effektivität sei: „Leipzig hat dreimal aufs Tor geschossen und zweimal getroffen.“

          Das zu verhindern, ist nun auch eine Aufgabe von Sebastian Rode. Der 29-Jährige ist eigenen Worten zufolge fit für die laufintensive Aufgabe als Sechser vor der neu gebildeten Viererkette, die gegen die Kraichgauer über weite Strecken dicht hielt. Rode ist für Bobic der „Sheriff“ im „Security-Dienst“ der Eintracht. Gegen Hoffenheim lieferte ein Blick in die Statistik aussagekräftige Zahlen, die seine Bedeutung für die Stabilität des Teams belegten: Rode legte während der neunzig Minuten im Laufschritt 12,5 Kilometer zurück, nur sein Nebenmann spulte Djibril Sow spulte noch 300 Meter mehr ab.

          Das Duo übernahm beim Rückrundenauftakt Schlüsselaufgaben an der Schaltstelle zwischen Angriff und Abwehr. Sow brachte 74 Prozent seiner Pässe an den Mitspieler, gewann 62 Prozent der Zweikämpfe. Rodes Passquote betrug 86 Prozent, und dazu gewann er die Hälfte der Duelle um den Ball. Bei beiden Profis wirkte es so, als habe die vorangegangene Reise nach Übersee die positiven Effekte einer Frischzellenkur mit sich gebracht. „Die Mannschaft hat taktisch diszipliniert gespielt und wenig zugelassen“, sagte Hütter, der jetzt „den Kampf gegen Leipzig annehmen“ möchte. RB ist seit neun Spielen in der Liga ungeschlagen. In den letzten vier Auswärtspartien schossen die Leipziger immer mindestens drei Tore.

          Vor der Reise nach Frankfurt schickte Julian Nagelsmann seine Spieler in ein Schlafseminar. „Es ging darum, den Jungs zu erklären, welche Rhythmen es gibt, was guter Schlaf bedeutet. Es ist ein wichtiges Tool zur Regeneration“, begründete Nagelsmann die ungewöhnliche Maßnahme vor der Begegnung mit den Hessen, in der seine Leute hellwach sein müssten. An Respekt vor der Aufgabe gegen den Tabellenelften mangelt es ihm nicht: „Die Eintracht hat einen Coach mit Ideen“, sagte er, „und sie spielt leidenschaftlichen Fußball.“ Nicht zuletzt in Person von Rode.

          Bundesliga-Tippspiel 2019/2020
          Bundesliga-Tippspiel 2019/2020

          Jetzt anmelden und gewinnen

          Weitere Themen

          Bryants Witwe rührt zu Tränen Video-Seite öffnen

          Abschied von Ex-NBA-Star : Bryants Witwe rührt zu Tränen

          „Ich werde niemals sehen, wie mein kleines Mädchen den Weg zum Traualtar beschreitet.“ Das sagte die Witwe des ehemaligen NBA-Stars Kobe Bryant in ihrer Trauerrede über ihre 13-jährige Tochter. Diese war zusammen mit ihrem Vater und sieben anderen Menschen Ende Januar bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen.

          Topmeldungen

          Eine Frau trägt vor einer Apotheke eine Mund- und Nasenmaske.

          Liveblog zu Coronavirus : Zahl der Infizierten in Deutschland steigt sprunghaft

          Quarantäne für 130 Hotelgäste auf Teneriffa aufgehoben +++ Junger Mann aus der Pfalz infiziert +++ Insgesamt 18 Neuinfizierte in NRW und Baden-Württemberg +++ Robert-Koch-Institut: Corona gefährlicher als Grippe +++ Alle Entwicklungen im Liveblog.
          Will seine Aufzugsparte an Konsortium um Advent verkaufen: Thyssenkrupp

          „Gutes Ergebnis“ : Thyssen trennt sich von Aufzügen

          Der kriselnde Thyssen-Krupp-Konzern braucht dringend Geld und hat sich nun entschieden: Der Verkauf der lukrativen Aufzugssparte ist besiegelt. Das vom Aufsichtsrat akzeptierte Angebot ist eine Überraschung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.