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Eintracht Frankfurt : Amanatidis: Das Knie hält

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Zuletzt hat Ioannis Amanatidis verletzungsbedingt Schlagzeilen nur neben dem Platz gemacht - so an der Seite von Integrationsminister Hahn und der Schuspielerin Asli Bayram als Botschaft des Landespräventionsrats Bild: dpa

Während sich die griechische Nationalelf in Südafrika müht, schwitzt Eintracht-Stürmer Amanatidis in der Heimat. Zudem setzt er dort seine Bemühungen fortgesetzt, nach zwei schweren Knieoperationen den Anschluss wieder zu schaffen - und ist guter Dinge.

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          „Ein bisschen kühler“ sei es geworden, sagt Ioannis Amanatidis, „es ist nicht mehr 40 Grad, sondern nur noch 30 Grad“. Der ehemalige Kapitän der Frankfurter Eintracht genießt die letzten Tage seines Urlaubs in Griechenland. Eine Rundreise durch die Heimat hat er gemacht, Thessaloniki besucht, die Hauptstadt Athen und zuletzt die Insel Kreta. Doch der 28 Jahre alte Amanatidis hat nicht nur die Sonne und die Wärme genossen, er hat auch seine Bemühungen fortgesetzt, nach zwei schweren Knieoperationen den Anschluss wieder zu schaffen. Das von Knorpelschäden lädierte rechte Knie habe bei den Kraft- und Stabilisationsübungen und den Laufeinheiten keine negativen Reaktionen gezeigt. „Ich fühle mich richtig gut“, sagt der 28 Jahre alte Stürmer, der von Kreta aus nächste Woche nach Frankfurt zurückkehren wird. Eine Woche vor den Kollegen will Amanatidis die Arbeit wiederaufnehmen, sich intensiv auf den Saisonstart der Mannschaft am 5. Juli vorbereiten.

          Amanatidis weiß um die Skepsis, die ihm und seinem Gesundheitszustand entgegenschlägt, er kennt die Stimmen, die befürchten, dass er die Rückkehr in die Bundesliga nicht mehr schafft und er seine Karriere womöglich gar beenden muss. Er begegnet dem mit seinem ausgeprägten Selbstvertrauen, aber auch mit einer großen Portion Realismus. „Ich kann meinen Körper am besten einschätzen“, sagt er, „ich bin zehn Jahre Profi und weiß, was ich zu tun habe.“ Sein Comeback habe er bisher „sehr konzentriert“ vorbereitet, „ich habe alles getan, was nötig war“. Doch Amanatidis ist eben auch Realist genug, um die Risiken einzukalkulieren. Die Wahrheit über den Gesundheitszustand des rechten Knies komme erst ans Licht, „wenn die Belastungen beim zwei- oder dreimaligen Training am Tag immer höher werden“. Aktuell jedenfalls überwiegt die optimistische Sicht der Dinge. „Ich denke, ich werde in die Bundesliga zurückkehren können“, sagt er.

          Tzavellas ein „guter Junge“

          In der neuen Eintracht-Mannschaft wird Ioannis Amanatidis mit den neu verpflichteten Theofanis Gekas und Georgios Tzavellas zwei Landsleute treffen. Den jungen Kollegen Tzavellas hat Amanatidis während des Urlaubs zufällig getroffen. Der Eindruck war rundherum positiv. Tzavellas sei ein „guter Junge“ und könne der Eintracht als linker Verteidiger helfen, „weil er mit seinen Fähigkeiten die Rolle sehr offensiv interpretiert“. Tzavellas sei bei seinen Vorstößen „sehr gefährlich“, dies könne auch für die Stürmer der Eintracht „nur positiv“ sein. Wie Amanatidis wird auch Tzavellas schon nächste Woche nach Frankfurt fliegen. „Zu Hause werde ich dann intensiv mit ihm reden“, sagt der erfahrene Amanatidis. „Ich werde ihm ein paar Dinge über Frankfurt erzählen und ihn mit der Eintracht vertraut machen.“

          Zwischen Entspannung am Strand und Belastung im Kraftraum hat Amanatidis sich natürlich auch die meisten der Spiele der Weltmeisterschaft angeschaut. Dabei hat ihn die deutsche Mannschaft zunächst positiv überrascht. „So spielstark wie gegen Australien hatte ich Deutschland nicht erwartet“, sagt er, gegen Serbien habe sich die Leistung dann wieder „normalisiert“. Dass seine Griechen gegen Südkorea so schlecht ins Turnier gestartet sind, habe etwas mit der „veränderten Aufstellung“ zu tun gehabt, die Otto Rehhagel aufs Feld geschickt hatte. „Da haben gewisse Mannschaftsteile nicht richtig zusammengespielt“, sagt der griechische Nationalspieler. Im zweiten Spiel gegen Nigeria hätten die Kollegen ihre Sache „gut gemacht“. Obwohl beide drei Punkte auf dem Konto haben, seien die Chancen aufs Weiterkommen für Deutschland und Griechenland unterschiedlich.

          „Sieg gegen Ghana wahrscheinlich“

          Die deutsche Ausgangsposition sei „nicht optimal“, aber ein Sieg gegen Ghana wahrscheinlich. „Wenn sie das nicht schaffen, haben sie es auch nicht verdient, ins Achtelfinale zu kommen“, sagt Amanatidis. Griechenlands Kampf um die nächste Runde gegen Argentinien sei „eigentlich aussichtslos“, glaubt er, „aber im Fußball ist ja alles möglich“.

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