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Eintracht Frankfurt : Albert Streit und die Mediziner

  • -Aktualisiert am

Vorerst auf der Tribüne statt auf dem Platz: Albert Streit Bild: REUTERS

Albert Streit ist am rechten Knie operiert worden. Doch nach dem Eingriff ist der Mittelfeldmann der Frankfurter Eintracht nicht gut auf die Ärzte zu sprechen. „Durch Schlamperei habe ich vier Wochen Zeit verloren.“ Trainer Funkel kontert: „Total falsch.“

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          Am Dienstag ist Albert Streit in Augsburg von Dr. Ullrich Boenisch am rechten Knie operiert worden. Beim Fußballprofi der Frankfurter Eintracht war am vergangenen Freitag ein Riss im rechten Außenmeniskus festgestellt worden. Albert Streit wird nun rund vier Wochen das Gelenk schonen müssen, kann dann Mitte Januar mit Lauftraining und bei gutem Heilungsverlauf Anfang Februar wieder mit Mannschaftstraining beginnen. Die Verletzung des 27 Jahre alten Mittelfeldspielers birgt aus vielen Gründen Brisanz in sich. Denn der FC Schalke 04 wollte sich nach Aussage von Manager Andreas Müller bemühen, Streit noch in der Winterpause zu verpflichten. Für die kommende Saison hat der Frankfurter auf Schalke bereits einen Vertrag unterschrieben.

          Nach der aktuellen Operation und der Heilungsprognose werden die Schalker vermutlich nicht mehr so erpicht darauf sein, für Streit eine höhere als die für den Sommer festgelegte Ablösesumme von einer Million Euro zu bezahlen. Albert Streit wird dementsprechend aller Voraussicht nach auch in der Rückrunde für die Eintracht spielen, genauso wie es der Frankfurter Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen und Trainer Friedhelm Funkel ganz unabhängig vom operativen Eingriff seit einigen Wochen immer wieder behauptet hatten.

          Mit Medikamenten weitergespielt

          Streit hatte sein letztes Spiel für die Eintracht am 26. Oktober gegen Hannover 96 bestritten. Davor und danach war er wegen einer Sehnenentzündung im rechten Knie behandelt worden. Die Verletzung war bereits Ende September nach einer Kernspintomographie diagnostiziert worden. Streit hatte nach der Diagnose, die vom Frankfurter Mannschaftsarzt Dr. Christoph Seeger gestellt und vom Münchner Arzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt bestätigt worden war, mit Medikamenten noch fünf weitere Spiele bestritten, ehe die Schmerzen zu stark wurden. „Wir haben ihm dann gesagt, dass er mit dieser Verletzung nicht weiterspielen kann und dringend eine Pause braucht“, sagt Seeger. Von einem Einriss des Meniskus sei nie die Rede gewesen, versichert der Frankfurter Arzt, „auf den angefertigten Bildern war davon definitiv nichts zu erkennen“.

          In den vergangenen Wochen hatte es Streit vorgezogen, sich in München beim Bayern-Arzt Müller-Wohlfahrt behandeln zu lassen. Auch dort sei es immer nur um eine Reizung gegangen. Erst am vergangenen Freitag hatte Streit, nun wieder in Frankfurt, Seeger aufgesucht und ihm von Schmerzen an einer anderen Stelle im Knie berichtet. Danach wurde eine weitere Kernspintomographie durchgeführt. „Ich habe dann sofort gesehen, dass ein Riss des Außenmeniskus vorliegt“, sagt Seeger. Am Montag hat Müller-Wohlfahrt diese Diagnose nach Studium der Aufnahmen bestätigt.

          Streit spricht von Schlamperei

          Am Dienstag ist die Operation erfolgt. In einer Zeitung wurde Streit nun so zitiert: „Durch Schlamperei habe ich vier Wochen Zeit verloren.“ Der Frankfurter Trainer Friedhelm Funkel bezeichnet eine solche Aussage als „total falsch“. Streit habe sich ganz offensichtlich eine neue Verletzung zugezogen, „wann und wo auch immer“. Seeger will von einem Ärztestreit oder Ärzte-Versäumnis nichts wissen. „Fakt ist, dass ich Albert am letzten Freitag zum ersten Mal seit einigen Wochen wieder gesehen habe“, sagt der Frankfurter Mannschaftsarzt.

          Auch der in der Zeitung angeklungene Vorwurf, erst ein anderes Gerät habe bei der zweiten Kernspintomographie die Wahrheit ans Licht gebracht, sei „Unsinn“. Dies könnten nur medizinische Laien behaupten. Es habe im Übrigen „keinerlei Anlass“ vorgelegen, weitere Kernspin-Untersuchungen vorzunehmen. „Es ist ja nicht so, dass wir alle zwei Wochen die Spieler in die Röhre schieben“, sagt Seeger. Funkel wie Seeger hatten in persönlichen Gesprächen mit Albert Streit auch nicht den Eindruck, dass dieser Vorwürfe gegen Ärzte erhoben habe. „Und wenn er das aus der Enttäuschung heraus getan hat, ist es falsch“, sagt der Eintracht-Coach.

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