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Eintracht auf Stürmersuche : Bruchhagen lässt sich nicht treiben

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Jubelt er bald für die Hertha - oder die Eintracht? Theofanis Gekas Bild: AFP

Bei der Suche nach einem Stürmer würde Eintracht-Trainer Michael Skibbe bei Gekas zugreifen. Der Manager geht aber auf Distanz. „Der Trainer und ich sind einer Meinung, dass wir einen Spieler suchen, der bezahlbar ist und uns sportlich weiterhilft“, sagt er immerhin.

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          „Wenn es so wäre, würde mich das sehr ärgern.“ Mit diesen deutlichen Worten hat Michael Skibbe, der Trainer der Frankfurter Eintracht, am Montag auf die Meldung reagiert, dass Theofanis Gekas in der Winterpause voraussichtlich vom Spitzenreiter Bayer Leverkusen zum Bundesligaletzten Hertha BSC Berlin wechseln wird. „Wir haben mit Hertha weitestgehend Einigung erzielt“, sagte der Geschäftsführer von Bayer Leverkusen, Wolfgang Holzhäuser, „jetzt muss sich Theofanis entscheiden“. Diese Entscheidung soll bis zum Wochenende fallen, so der Berater von Gekas, Paul Koutsoliakos, „die Gespräche laufen noch“.

          Den medizinischen Check, Voraussetzung bei jedem Transfer, hat Gekas in Berlin schon hinter sich gebracht. Der 29 Jahre alte Stürmer wurde in Leverkusen in dieser Saison bisher nur sechsmal eingesetzt, nie von Anfang an und nie über 90 Minuten. Um seinen Platz im Aufgebot der griechischen Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft im kommenden Sommer nicht zu gefährden, will er Leverkusen unbedingt verlassen, um bei einem anderen Klub die nötige Spielpraxis zu erhalten.

          Weitere „Niederlage“ auf Transfermarkt?

          Für den Frankfurter Trainer wäre der Wechsel des bald 30 Jahre alten Stürmers zur Hertha nach Berlin eine weitere „Niederlage“ auf dem Transfermarkt. „Es wäre schade, wenn wir nach Lincoln zum zweiten Mal einen Spieler dieser Qualität nicht bekommen könnten“, sagte Skibbe. Der Frankfurter Fußballlehrer lässt keinen Zweifel daran, dass er Gekas für durchaus geeignet hält, sowohl ein guter Ersatz für den seit Monaten verletzten Angreifer Ioannis Amanatidis zu sein als auch nach dessen Rückkehr eine gute Ergänzung. Ob die Eintracht sich allerdings ernsthaft um den ehemaligen Bochumer bemüht hat, blieb offen.

          Der in Frankfurt beheimatete Berater Koutsoliakos, der auch den aktuellen Eintracht-Profi Nikos Liberopoulos vertritt, sprach von einem „grundsätzlichen Austausch“, intensive Gespräche aber hätten „nicht stattgefunden“. Vorstandschef Heribert Bruchhagen bestätigte, dass er mit dem Sportdirektor von Bayer Leverkusen, Rudi Völler, über Gekas gesprochen „und unsere Möglichkeiten unterbreitet habe“. Der Leverkusener Geschäftsführer Holzhäuser wird in der Berliner Zeitung BZ zitiert, „dass wir seit acht Tagen von Frankfurt nichts mehr gehört haben“.

          Bezahlbar und sportliche Hilfe

          Hertha BSC dagegen hat sich klar positioniert. Die vom Abstieg bedrohten Berliner mit dem früheren Frankfurter Trainer Friedhelm Funkel wollen den ehemaligen Torschützenkönig der Bundesliga zunächst für ein halbes Jahr ausleihen. Im Falle des Klassenverbleibs wurde zwischen den Klubs auch eine Kaufoption für angeblich 1,5 Millionen Euro vereinbart. Bruchhagen ging am Montag davon aus, „dass Hertha die legitimen finanziellen Wünsche von Leverkusen erfüllt hat“. Der Eintracht-Chef zeigte sich davon unbeeindruckt. „Wir lassen uns nicht treiben“, sagte er, „die Verantwortung im wirtschaftlichen Bereich tragen nicht die Medien, nicht die Öffentlichkeit und auch nicht der Trainer, sondern wir im Vorstand“.

          Dass es wie schon vor einigen Wochen, als Skibbe nach der 0:4-Niederlage in Leverkusen mit deutlichen Worten eine andere personelle Planung angemahnt hatte, zu Meinungsverschiedenheiten kommen könnte, schließt Bruchhagen aus. „Der Trainer und ich sind einer Meinung, dass wir einen Spieler suchen, der bezahlbar ist und uns sportlich weiterhilft“, sagte er. Zudem, so Bruchhagen, gelte nach wie vor die Vorgabe, „dass wir erst Spieler abgeben wollen, bevor wir neue holen“. In dieser Richtung seien auch einige Gespräche geführt worden. Zu jenen Kandidaten, denen die Eintracht beim Wunsch nach einem Vereinswechsel keinen Steine in den Weg legen würde, gehören Mehdi Mahdavikia, Faton Toski, Nikola Petkovic und Marcel Heller.

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