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Vor dem Bundesligastart : Drei Traditionalisten und eine Unbekannte

  • -Aktualisiert am

Und es geht wieder los: bei der Eintracht in Frankfurt... Bild: Wonge Bergmann

Eintracht Frankfurt, Kickers Offenbach und Mainz 05 haben ihre Pokalspiele der ersten Runde jeweils gewonnen, was auf eine passable bis gute Form hinweist. Sie wird notwendig sein, um sich zu behaupten. Und dann gibt´s noch Wehen.

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          In der Fußball-Bundesliga sieht man sich schnell wieder. Gegner in der Hinrunde müssen nicht lange warten, dann treffen sie in der Rückrunde wieder aufeinander. Nur die Spielorte wechseln. Manchmal aber geht alles auch viel schneller. Eintracht Frankfurt zum Beispiel schloss die vergangene Spielzeit mit einem 1:2 zu Hause gegen Hertha BSC Berlin ab. Morgen, keine drei Monate später, sind beide Mannschaften zum Auftakt der neuen Spielzeit wieder Gegner in der Commerzbank-Arena. So will es der Spielplan der Saison 2007/2008, die an diesem Wochenende beginnt.

          Uwe Marx
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Eintracht, einer von vier Profivereinen in der Region und der einzige in der ersten Liga, ist diesmal so international wie die Stadt, aus der sie kommt. Der ohnehin schon polyglotte Kader von Trainer Friedhelm Funkel, der in dieser Saison vom neuen Kapitän Ioannis Amanatidis aus Griechenland angeführt wird, wurde ergänzt durch den Iraner Mehdi Mahdavikia, den Japaner Junichi Inamoto und den Mexikaner Aaron Galindo. Die drei – jeweils ablösefreien, also günstigen – Nationalspieler stehen für den gewachsenen Ehrgeiz bei der Eintracht, die in den vergangenen beiden Jahren im Abschlussklassement jeweils Platz 14 belegt hat und diesmal dem sicheren Tabellen-Mittelfeld ein Stück näher kommen will – mindestens.

          „45 plus x“

          Manchem kann es mit dem sportlichen Fortschritt im dritten Bundesligajahr nach dem Aufstieg nämlich nicht schnell genug gehen. Der Aufsichtsrat des Vereins, angeführt von Herbert Becker, hat den Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen und Funkel bereits öffentlich unter Druck gesetzt. Mit diesem Kader, so die Erwartung und die Forderung, müsse mehr drin sein als der abermalige lange Kampf gegen den Abstieg. Funkel, normalerweise die Vorsicht in Person, hat umgehend reagiert und wider sein Naturell eine deutliche Steigerung der Punktzahl nach den 34 Spieltagen in Aussicht gestellt. Nach 36 Punkten 2006 und 40 im Jahr 2007 sollen es im nächsten Jahr „45 plus x“ sein – was sich in der Nähe jener Tabellenplätze bewegen könnte, die zur Teilnahme am Europapokal berechtigen. Große Erwartungen hat aber nicht nur mancher leitende Angestellte des Vereins, sondern auch die Kundschaft. 26 000 Saison-Dauerkarten hat die Eintracht verkauft, mehr als in der vergangenen Saison, dazu alle sogenannten Business Seats und fast alle Logen in der Arena.

          ...den Kickers aus Offenbach...
          ...den Kickers aus Offenbach... : Bild: Wonge Bergmann

          Da können die Zweitligavereine der Region natürlich nicht mithalten. Und doch erwarten der Absteiger Mainz 05, die Kickers aus Offenbach und Aufsteiger SV Wehen-Wiesbaden eine beinahe erstklassige Saison. Dafür sorgen vor allem Gegner mit großer Vergangenheit wie der 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach, der 1. FC Kaiserslautern, Alemannia Aachen, München 1860 oder der SC Freiburg. Die von Jürgen Klopp trainierten Mainzer, die am Sonntag, dem Hauptspieltag in dieser Liga, mit einem Heimspiel gegen TuS Koblenz starten werden, zählen in dieser Saison zu den Aufstiegsfavoriten. Kickers Offenbach dagegen will sich mit einem runderneuerten Kader früher in Sicherheit bringen als in der vergangenen, unbefriedigenden Spielzeit. Die Mannschaft von Trainer Wolfgang Frank spielt zunächst beim SC Paderborn.

          Der Verein, dem noch ein Stadion fehlt

          Die Partie beim Mitaufsteiger TSG Hoffenheim, einem von SAP-Gründer und Milliardär Dietmar Hopp auf Erstliga-Niveau getrimmten Verein, wird für den SV Wehen-Wiesbaden das erste Zweitligaspiel in seiner Geschichte sein. Die Mannschaft aus Taunusstein, für die der Klassenverbleib einem Titelgewinn gleichkäme, gilt als größte Unbekannte in der neuen Spielzeit – trotz der kontinuierlichen Entwicklung in den vergangenen Jahren. Der Meister aus der Regionalliga Süd war so erfolgreich, dass er sich gewissermaßen selbst überholt hat: So fehlt dem Verein noch ein Stadion, das den Erfordernissen in der zweiten Liga entspricht. Es wird gerade in Wiesbaden gebaut – deshalb auch der neue Vereinsname –, bis zum ersten Spieltag aber nicht fertig. So hat sich die Mannschaft für die ersten drei Spieltage in der eigentlich viel zu großen Commerzbank-Arena in Frankfurt eingemietet. Dort wird der Aufsteiger die Gegner Osnabrück, Aachen und Jena empfangen. Erst zum Heimspiel am achten Spieltag gegen Köln Ende September soll der Umzug nach Wiesbaden erfolgen. Bis dahin hofft der wackere Aufsteiger aus der Fußballprovinz, auch mit deutlich weniger Zuschauern als die Eintracht in einem stimmungsvollen Erstliga-Ambiente erste Punkte gegen den Abstieg sammeln zu können.

          Dass die Wehener auch fern der eigentlichen Heimat konkurrenzfähig sind, haben sie im DFB-Pokal am vergangenen Wochenende bewiesen, als sie im Mainzer Bruchwegstadion den deutschen Meister VfB Stuttgart ärgerten und ihm nur knapp 1:2 unterlagen. Eintracht Frankfurt, Kickers Offenbach und Mainz 05 haben ihre Pokalspiele der ersten Runde jeweils gewonnen, was auf eine passable bis gute Form hinweist. Sie wird notwendig sein, um sich zu behaupten, ob in der ersten oder zweiten Liga.

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