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Eintracht Frankfurt : Hoffen auf die Hilfe der Fans und auf Glück in Gladbach

„Drei Siege würden wohl reichen”: Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel Bild: AP

Die Frankfurter Eintracht könnte mit einem Sieg bei der Borussia Mönchengladbach viele Abstiegsängste loswerden. Nach der 1:0-Vorlage gegen die Münchner Bayern ist auch das nicht unmöglich.

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          Über Bielefeld nach Mönchengladbach. Das ist nicht gerade die kürzeste Variante, die man wählen kann, um von Frankfurt in den Gladbacher Nordpark zu gelangen. Doch Friedhelm Funkel macht es so. Er nimmt den Umweg gerne in Kauf, weil er sich mit dieser Schleife durch die Mitte Deutschlands Erhellendes für den Abstiegskampf verspricht. Der Trainer der Frankfurter Eintracht, mit aktuell 353 Einsätzen als verantwortlicher Coach einer erstklassigen Fußballmannschaft der mit Abstand erfahrenste Bundesligatrainer, hat sich am Freitag livehaftig davon überzeugt, wie sich Arminia Bielefeld und Borussia Dortmund im Kampf um den Erstligaverbleib geschlagen haben.

          Zwei Eintracht-Konkurrenten, die sich gegenseitig die Punkte wegnehmen, während die gestärkten Frankfurter nach dem 1:0 gegen die Münchner Bayern scheinbar alle Trümpfe in den Händen halten. „Uns reicht schon ein Unentschieden“, sagte Funkel am Freitag vor der Abreise nach Ostwestfalen. „Für Gladbach ist die Partie von vorentscheidender Bedeutung, denn mit einem Sieg wären sie nur drei Punkte hinter uns.“ Derzeit sind es sechs Zähler, die die beiden Traditionsvereine auseinanderliegen.

          Vorfreude auf die Borussia

          Funkel und die Eintracht freuen sich auf die Borussia. Vor etwas mehr als einem Jahr gab es in der vergangenen Saison am Ende eines mitreißenden Fußballspiels ein 4:3 für die Gladbacher – trotz einer 2:0-Führung der Eintracht. Der Österreicher Markus Weissenberger machte damals das mit Abstand beste Spiel seiner Frankfurter Zeit, hat aber keine Chance, sich von der guten Stimmung im neuen Nordparkstadion ein zweites Mal inspirieren zu lassen. Die Oberschenkelverletzung, die den lauffreudigen Mittelfeldmann seit Tagen plagt, hat sich nach einer abermaligen Untersuchung nun als Muskelfaserriss herausgestellt.

          Und weil auch der stürmische Rekonvaleszent Ioannis Amanatidis nach abgeklungener Rippenverletzung noch nicht auf der Höhe alter Schaffenskraft angekommen ist und nicht zur Frankfurter Reisegesellschaft gehört, wird der Schweizer Christoph Spycher die Eintracht in Mönchengladbach als Kapitän anführen. Jermaine Jones, der eigentliche Spielführer, spielt derzeit in den Planungen von Funkel keine Rolle und ist momentan damit beschäftigt, sich bei Rehatrainer Michael Fabacher Fitness für seinen neuen Arbeitgeber zu holen.

          Unterstützung der Fans

          Auf Jones sind die meisten der Eintracht-Fans nicht gut zu sprechen. Doch ihrem Klub, ihrer Eintracht wollen sie die Treue halten. So werden sich an diesem Samstag gut 5000 Frankfurter Sympathisanten über die A 3 und die A 61 auf den Weg nach Mönchengladbach machen, um im Gladbacher Stadion im Nordpark für Stimmung zu sorgen. Der Abstiegskampf macht die Massen mobil. Selbst das von Geschäftsführer Patrik Meyer angeführte Team der Commerzbank-Arena hat einen Bus gechartert.

          Die rund 40 Mitarbeiter der Betreibergesellschaft Stadion Frankfurt Management und das Stadionteam von HSG-Technischer Service wollen gemeinsam ihren Heimverein Eintracht Frankfurt anfeuern. „Bei der schweren Aufgabe, die Klasse zu halten, möchten wir auch auswärts unsere Unterstützung demonstrieren. Für die Stadt und das Stadion ist es von enormer Wichtigkeit, dass die Eintracht in der ersten Liga spielt. Und die emotionale Verbindung des Stadionteams zu ihrem Verein steht ohnehin außer Frage“, sagt Meyer, der auch schon bei den letztjährigen Europapokalspielen in Vigo und Istanbul dabei gewesen ist.

          In Mönchengladbach ruhen die Hoffnungen der Eintracht auf ein punkteträchtiges Erfolgserlebnis auch auf Torwart Oka Nikolov. Weil Stammkraft Markus Pröll nun endlich weiß, dass wegen einer gebrochenen Rippe schon jetzt Saisonschluss ist, darf sich Stellvertreter Nikolov in seinem 133. Bundesligaspiel abermals bewähren. Niemand geht davon aus, dass dem Odenwälder etwas passiert, denn auf der Bank sitzt der 18 Jahre alte Amateur Pablo Alvarez. Jan Zimmermann, im Normalfall der dritte Mann zwischen den Pfosten, muss sich wegen des erlittenen Handbruchs noch zwei, drei Wochen gedulden. Geduld, diese Tugend dürfte bis in den Mai hinein auch im Abstiegskampf gefragt sein. Funkel hat am Freitag im kleinen Kreis gesagt, „dass uns drei Siege wohl reichen würden“. Ein Sieg in Mönchengladbach? Nach der Vorlage gegen die Bayern ist auch das nicht unmöglich.

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