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Eintracht Frankfurt : „Es wird trostlos“

Ungewohnte Position: Der Platz auf der Auswechselbank in Hamburg löst bei Alex Meier keine Begeisterung aus. Bild: Jan Huebner

Die Frankfurter Eintracht erwartet beim Pokalspiel gegen Ingolstadt eine Minuskulisse. Zudem plagen Kovac schlechte Erinnerungen, und das Rätselraten um Meier fängt an.

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          Die Atmosphäre wird eine außergewöhnliche werden. So wenige Zuschauer wie an diesem Dienstag verfolgten seit Jahren kein Heimspiel der Eintracht: Maximal 15000 Besucher sind gestattet, wenn die Frankfurter in der zweiten Runde des DFB-Pokals von 20.45 Uhr an gegen den FC Ingolstadt antreten. Ein Urteil des Deutschen Fußball-Bundes, verhängt wegen wiederholter Fan-Ausschreitungen, veranlasst den Klub dazu, lediglich Anhängern des Gegners sowie Inhaber von Sitzplatz-Dauerkarten auf der Ost-, Haupt- und Gegentribüne Zutritt zu gestatten. Die Nachfrage nach diesen Tickets hält sich aber in Grenzen.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Am Tag vor der Partie gab die Eintracht bekannt, dass nur 6127 Eintrittskarten abgesetzt wurden. Dass die Minuskulisse Einfluss auf den Ausgang des Spiels haben wird, wollte Niko Kovac nicht ausschließen. Der Trainer der Hessen, die schon mehrmals wegen der Randalierer unter ihren Gefolgsleuten mit Teilausschlüssen bestraft wurden, erwartet eine Situation, „die nicht einfach wird“. Vor rund 15 Monaten, als der heute 45-Jährige noch in Diensten des kroatischen Fußballverbands stand, erlebte er als Nationalcoach ein „Geisterspiel“ gegen Italien. Als „sehr bieder“ und „sehr traurig“ hat er die Begleitumstände in Erinnerung. Eine ähnliche Szenerie befürchtet er nun für den zehnten Pflichtspieleinsatz seiner Leute in dieser Saison. „Diejenigen, die das Spiel im Fernsehen anschauen, werden beide Trainer sehr laut hören“, sagte Kovac. „Es wird trostlos, aber wir müssen es akzeptieren.“

          „Wir brauchen frische Spieler“

          Der ehemalige Profi – der selbst Pokalsieger mit dem FC Bayern wurde, was er zu den besonderen Momenten seiner Karriere zählt – verglich die „erschwerten Bedingungen“ mit einem Auftritt „im Theater“, wo das Publikum während der Vorstellung auch nicht lautstark zu vernehmen sei „und in dem dann hinterher alle applaudieren“. Nicht nur Beifall will er sich mit seinem Team verdienen. An Nachdruck, mit welcher Absicht sie sich gemeinsam an die Arbeit machen, ließ es Kovac in seiner Ankündigung nicht mangeln: „Im Pokal kann man mit wenigen Spielen viel erreichen. Das möchten wir und in dem Wettbewerb, der auch Geld bringt, überwintern.“ Das Erreichen des Achtelfinals, ausgetragen am 7. und 8. Februar, würde mit einem Honorar aus dem Fernsehgeldtopf von (mindestens) 530000 Euro zusätzlich versüßt. Zuletzt kamen sie 2013 so weit, ehe sie gegen Mönchengladbach ausschieden.

          Gemessen am Tabellenstand, sind die Frankfurter, die mit 14 Punkten den siebten Rang einnehmen, gegen Ingolstadt favorisiert. Die Oberbayern haben bislang erst zwei Zähler gesammelt und sind aktuell Vorletzter. Eine Momentaufnahme, wie Kovac fand, die trügerisch sei. „Sie hätten fünf, sechs Punkte mehr haben können.“ Insbesondere das 3:3 gegen Dortmund am Samstag hinterließ bei ihm Eindruck. „Dem BVB drei Tore einzuschenken, das haben noch nicht viele Mannschaften geschafft, und das sollte uns eine Warnung sein.“ Bei der Frage, wie er die Aufgabe personell angehen möchte, ließ der Trainer mit seiner Antwort Raum für Spekulationen. „Wir brauchen frische Spieler. Und zwar sowohl gegen Ingolstadt als auch am Freitag in der Liga gegen Gladbach.“

          Muss Hrgota für Meier weichen?

          Zuletzt beim 3:0 in Hamburg saß Alexander Meier überraschend zu Beginn auf der Bank. Eine Entscheidung, die mutmaßlich für noch mehr Diskussionsstoff gesorgt hätte, wenn es der Eintracht nicht gelungen wäre, auch ohne ihren Kapitän, der erst in der Schlussphase dabei war, derart aufzutrumpfen. Sollte der Publikumsliebling nun in die Startelf zurückkehren, würde das wohl bedeuten, dass Branimir Hrgota zunächst wieder auf der Ersatzbank Platz nehmen muss – den Stürmer hatten aber sowohl Sportvorstand Fredi Bobic als auch Kovac nach dem Erfolg in Hamburg, zu dem Hrgota eine Torvorlage beisteuerte, über den grünen Klee für seine Einsatzbereitschaft gelobt. Er müsse Rücksicht nehmen, wie die Profis die jüngsten Strapazen verkraftet hätten, sagte Kovac in Anbetracht des Rätselratens um die Aufstellung und nannte explizit die Belastungen der Länderspielreisen.

          Ein möglicher Hinweis, dass er Makoto Hasebe eine Verschnaufpause gönnen könnte, der unlängst einmal um die Welt flog, um für die japanische Auswahl in Melbourne anzutreten. Für ihn würde dann Szabolcs Huszti nachrücken. Unabhängig von Namen brachte Kovac seine Erwartungen an diesen Abend ganz grundsätzlich auf den Punkt: „Die, die auflaufen, müssen brennen.“

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