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Eintracht Frankfurt : Der kleine Alfonso sorgt für Abrahams Heimweh

  • -Aktualisiert am

Wie lange David Abraham (rechts) noch für die Eintracht spielt, ist ungewiss. Bild: EPA

Kapitän David Abraham ist ein wichtiger Spieler bei der Eintracht, nicht nur auf dem Rasen. Nun aber zieht es den Argentinier zurück in seine Heimat. Trotz laufenden Vertrags könnte Abraham schon bald gehen.

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          Verständigungsprobleme wird der vielsprachige David Abraham nie haben, egal, wo er sich aufhält. Denn der Argentinier in Diensten der Frankfurter Eintracht kann auf Spanisch, Englisch, Italienisch und Deutsch parlieren. Aber nicht nur diese Gewandtheit macht den Abwehrspieler zu einem hervorragenden Sprachrohr der international besetzten Eintracht-Mannschaft. Mit seiner emphatischen Art sorgt der kommunikative Kapitän auch für den Zusammenhalt der Truppe. Besonders die Neuzugänge geraten ins Schwärmen über seine Integrationskraft. Als wichtiges Bindeglied könnte der Innenverteidiger jedoch bald wegfallen.

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          Der 33-Jährige, dessen Vertrag bis einschließlich 30. Juni 2021 läuft, beschäftigt sich mit einem vorzeitigen Vereinswechsel zurück in seine Heimat. Der Grund dafür ist Abrahams private Situation. Sein kleiner Sohn Alfonso lebt mit seiner Mutter in Argentinien. Die Besuche seines Sohnes in Deutschland sind selten geworden. Die Sehnsucht nach seinem Filius hat nun das Heimweh verstärkt. Da kommt es Abraham gelegen, dass sich offenbar Atlético Independiente Buenos Aires – im Alter von 17 war Abraham dort Profi geworden – seine Verpflichtung gut vorstellen kann. Eine argentinische Zeitung berichtete schon von Gesprächen zwischen den Parteien, ein Vereinsvertreter ist mit den Worten zitiert worden, dass die Verhandlungen begonnen hätten. Dies würde bedeuten, dass auch der Frankfurter Sportvorstand Fredi Bobic Kenntnis von der Sache hat.

          Um eine Ablöse für Abraham dürfte es zuvörderst nicht gehen, dafür sind dessen Verdienste bei der Eintracht zu groß. Cheftrainer Adi Hütter wollte in der vergangenen Woche auf Nachfrage keine „Wasserstandsmeldungen“ abgeben. Der Österreicher sagte zu einer möglichen Rückkehr von Abraham nach Argentinien nur: „Irgendwann wird die Zeit kommen, aber wann das ist, steht in den Sternen.“ Er sei über alle Schritte von Abraham informiert, so Hütter.

          Vertrag bei der Eintracht ist ebenfalls bis einschließlich 30. Juni 2021 datiert. In der Vergangenheit wurde kolportiert, dass die Eintracht Interesse an einer vorzeitigen Vertragsverlängerung mit dem 50-Jährigen habe. Ein solches Thema will Hütter, dessen Vertrag eine Ausstiegsklausel in diesem Sommer enthalten soll, in Zeiten der Corona-Krise aber nicht vertiefen, denn: „Es passt gerade überhaupt nicht in die Zeit, um über meine persönlichen Interessen zu sprechen. Primär ist vielmehr, dass wir dieses Virus in den Griff bekommen.“

          Nach Stationen in der Schweiz (Basel), Spanien (FC Getafe) und Deutschland (Hoffenheim) ist die Eintracht Abrahams letzter Arbeitgeber in Europa. Sollte sich an seiner familiären Situation nichts ändern, wird der Führungsspieler höchstwahrscheinlich seine Zelte in Frankfurt schon in diesem Jahr abbrechen, sofern die Eintracht dem zustimmen würde. Auch sportlich wäre dessen Weggang ein Verlust. Zwar wurde der Verteidiger von Verletzungen zurückgeworfen.

          Doch im Vollbesitz seiner Kräfte ist Abraham mit seiner Schnelligkeit und seiner Kopfballstärke aus dem Abwehrverbund kaum wegzudenken. Dass sein Spielaufbau Schwächen hat, tritt dabei in den Hintergrund. Wie sehr die Eintracht den Menschen Abraham, der sich mit seinem großen Ehrgeiz auf dem Platz aber gelegentlich grobe Unbeherrschtheiten leistet, schätzt, zeigte sich daran, dass sie dem Argentinier nach dem Bodycheck gegen den Freiburger Trainer Christian Streich nicht den Kapitänsposten wegnahm. Während der siebenwöchigen Sperre für Abraham hatte die Eintracht ohne ihren Leader nur einen Punkt geholt.

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