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Die Zukunft der Eintracht : Am Anfang einer neuen Ära?

  • -Aktualisiert am

Erfolgswelle: In dieser Saison sah man die Eintracht-Spieler häufig jubeln. Bild: dpa

Egal, ob man auf historische Daten schaut – oder auf die Breite und Tiefe des aktuellen Kaders: Die Hochrechnungen sprechen für eine Zukunft, auf die sich die Frankfurter Eintracht freuen kann.

          4 Min.

          Frankfurt. Die Eintracht spielt eine bemerkenswerte Saison, es kann noch eine historische werden. 49 Punkte haben die Frankfurter Fußballprofis nach 27 Spieltagen der höchsten deutschen Fußballklasse gesammelt, was einen Schnitt von 1,814 Punkten pro Begegnung ergibt. Nur ein einziges Mal beendete der hessische Traditionsklub eine Spielzeit mit einem höheren Punkteschnitt – und zwar bei der Bundesliga-Premiere 1963/64.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

          Die von Paul Oßwald und Ivica Horvath trainierte Mannschaft um Richard Kreß, Erwin Stein, Wolfgang Solz, Willi Huberts, Horst Trimhold, Dieter Stinka, Hermann Höfer, Friedel Lutz und Egon Loy belegte nach 16 Siegen, sieben Unentschieden und sieben Niederlagen hinter dem 1. FC Köln den zweiten Platz, eine Abschlussposition, die der Klub bis heute nie wieder erreichte. Umgerechnet auf die seit 1995 geltende Dreipunkteregel wären das 55 Zähler gewesen, ein Schnitt von 1,8333. Aber nach der damaligen Rechnung lautete das Endergebnis 39:21 Punkte. Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter müsste am Ende dieser Spielzeit 63 Punkte auf dem Konto haben, um den Quotenrekord zu schlagen.

          Es gab einige Eintracht-Teams, die in absoluten Zahlen schon mehr Punkte geholt hat. Die Bestleistung steht auf 68 in der Saison 1991/92, die mit dem Trauma von Rostock endete, als die Frankfurter am letzten Spieltag durch ein 1:2 gegen Hansa die Meisterschaft verspielte und auf Rang drei zurückfiel. Da in dieser Spielzeit, der ersten nach der Wiedervereinigung, 20 Vereine an der Bundesligarunde teilnahmen, reduzierte sich der Punkteschnitt auf 1,684, der viertbeste Wert nach 1974/75 (61/1,794) und 1976/77 (59/1,735).

          Ein ernsthafter Konkurrent geworden

          Ein Blick auf die Bundesliga-Statistiken der Eintracht verheißt etwas Gutes für die nähere Zukunft. Meistens entpuppte sich eine starke Endplazierung der Eintracht nach einer Durststrecke nicht als Eintagsfliege, sondern als Beginn einer starken Ära des Vereins. Als die Eintracht 1971/72 eine schwächere Phase mit Platz fünf überwunden hatte, folgten zehn Jahre, in denen sich der Klub durchgehend in der Spitzengruppe oder zumindest im vorderen Mittelfeld aufhielt. So war es auch 1989/90, als Trainer Jörg Berger die Eintracht nach zuvor erfolgreich bestandenem Abstiegskampf auf Rang drei hievte. Es folgten die vier erfolgreichsten Frankfurter Bundesligajahre mit Stein, Bein, Yeboah, Möller, Binz und Okocha. Dann setzte der Niedergang ein, der bis in die Zweite Bundesliga führte.

          Nach 25 Jahren darf sich die Eintracht erstmals wieder als Klub fühlen, der ernsthaft ein Wörtchen bei der Vergabe der Europapokal-Plätze mitreden kann. Zwar qualifizierten sich die Frankfurter als Aufsteiger 2013 für die Europa League (Platz sechs mit 51 Punkten), aber damals profitierte die Eintracht eher von glücklichen Umständen als von einer überdurchschnittlichen personellen Substanz.

          Wer verlässt den Verein im Sommer?

          Diesmal hat der Kader durch eine geschickte und weitsichtige Planung eine Tiefe und eine Breite, die sehr gut als Basis für einen langfristigen und nachhaltigen Aufschwung dienen kann. Kein einziger Vertrag eines festangestellten Profis, der am Höhenflug der Adler essentiell beteiligt ist, läuft in diesem Sommer aus. Was für die Leihspieler Trapp, Rode und Hinteregger naturgemäß nicht gilt. Aber die Chancen stehen gut, dass die Eintracht ihre Absicht umsetzen kann, diese drei Profis fest zu verpflichten, die sich in ihrer Probezeit unentbehrlich gemacht haben.

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