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Eintracht Frankfurt : Der Hundetrainer Danny da Costa

  • -Aktualisiert am

Flexibel in der Krise: Danny da Costa Bild: Reuters

Danny da Costa begreift die Corona-Krise vor allem auch als Chance. Sechs Wochen im Hotel schrecken den Eintracht-Verteidiger indes. Die Zeit mit einem Welpen hingegen genießt er.

          2 Min.

          Wer geht schon leicht und locker durch die Corona-Krise? Danny da Costa auch nicht. Aber der Rechtsverteidiger der Frankfurter Eintracht zählt zu den Menschen, die durch die Beschwernisse und Unannehmlichkeiten der Pandemie ganz sicher nicht aus der Bahn geworfen werden. Der 26-Jährige hat sich seine Lockerheit und seine positive Lebenseinstellung bewahrt, für die er in seinen Hoch-Zeiten bei der Eintracht bekannt geworden ist.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Unvergessen seine pfiffigen und lustigen Kommentare nach den großen Europapokal-Nächten, zu denen er auf der rechten Außenbahn offensiv wie defensiv einen wichtigen Beitrag geleistet hatte. Aus dem verletzungsanfälligen Ergänzungsspieler war in den Jahren 2018/2019 eine auffällige Figur des Eintracht-Spiels geworden, die ihren Stammplatz auf dem Spielfeld sicher hatte.

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          Ende 2019 begann sich die Dauerbelastung negativ auf seine Leistungsfähigkeit durchzuschlagen, 2020 berief ihn Trainer Adi Hütter nur noch einmal in die Startelf. Dann kam Corona. „Ja, diese Zwangspause tut vielleicht auch gut, um nach den ganzen Spielen mal runterzukommen und alles zu verarbeiten. Viele Spiele laufen aktuell immer mal wieder im Fernsehen, und es ist schon sehr beeindruckend, das noch einmal zu sehen. Es ist sehr schade, dass man in der Saison kaum die Zeit findet, um die ganzen Erlebnisse, Spiele und Siege so richtig zu genießen, weil alles Schlag auf Schlag geht.“ Es habe Zeiten gegeben, da sei der Kopf nicht mehr so frisch gewesen.

          Körperlich fit, fußballspezifisch Nachholbedarf

          Da Costa sieht in der Pause seine persönliche Chance für einen Neustart. „Natürlich sind wir nicht im Training, und ich kann mich nicht in Zweikämpfe reinhauen oder mich besonders anbieten. Aber wenn der Zeitpunkt kommt und wir wieder mit der gesamten Mannschaft trainieren, dann kann ich mich zeigen.“ Da Costa hält die derzeitige Situation für vergleichbar mit der Sommervorbereitung. Alle haben erst einmal die gleichen Chancen.

          Wobei das Üben wegen der Beschränkungen nicht mit dem normalen Betrieb einer Vorbereitung vergleichbar sei. „Wir mussten uns umstellen und uns den Umständen und Vorschriften anpassen. Das haben wir als gesamtes Team sehr gut gemacht.“ Schlechte Laune habe er bei den Kollegen nicht festgestellt: „Bei manchen Spielern habe ich das Gefühl, dass man sie ganz dringend wieder auf die Menschheit loslassen sollte, da sie sonst komplett den Verstand verlieren“, sagt da Costa mit einem Lachen.

          Mit einem neuen System wie nach dem Wintertrainingslager werde die Eintracht nicht überraschen, wenn es im Mai wieder losgehen sollte: „So etwas muss die ganze Mannschaft einstudieren, wir stehen ja nur zu zweit, dritt oder viert auf dem Platz.“ Körperlich seien er und seine Kollegen fit, wobei die fußballspezifischen Bewegungen mit vielen Richtungswechseln nach den vielen Ausdauereinheiten in den eigenen vier Wänden noch ein bisschen schwerfallen würden. „Aber wir fangen nicht bei null an, wenn wir wieder spielen.“

          Wenn wieder Bundesliga-Begegnungen angepfiffen würden, hätte er keine Bedenken wegen der Ansteckungsgefahr. „Da vertraue ich auf die Einschätzung der Experten. Für mich persönlich ist es selbstverständlich, dass ich meinen Aufgaben zu 100 Prozent nachgehe, wenn ich auf dem Feld stehe. Dann werde ich mir auch keine Gedanken darüber machen, ob ich lieber Abstand halten sollte.“ Mehr Bedenken hat da Costa bei dem Plan, aus Sicherheitsgründen die Spieler in Hotels zusammenzuziehen. „Sechs, sieben Wochen im Hotel, ohne Familie und meinen Hund, das würde mir extrem schwer fallen.“

          Seit einigen Wochen bestimmt ein Welpe das Leben da Costas mit. Eigentlich wollte ihn der Fußballprofi in eine Hundeschule geben. Aber die ist natürlich auch geschlossen. Also war der Fußballprofi gezwungen, neue Talente zu entwickeln: „Zum Glück gibt es im Internet genügend Tipps für die Hundeerziehung. Ich hoffe, dass ich die Zeit nutzen kann, um am Ende ein ausgewiesener Trainer für meinen Welpen zu sein.“

          Über 5000 T-Shirts

          Das „Auf jetzt!“-T-Shirt der Frankfurter Eintracht ist in der ersten Woche über 5000 Mal verkauft worden. Mit dieser Aktion bekennt sich der hessische Fußball-Traditionsklub zum Rhein-Main-Gebiet und unterstützt mit dem Verkaufserlös die Arche Frankfurt, das Deutsche Rote Kreuz Frankfurt, die Diakonie Hessen, die Frankfurter Tafel und das Universitätsklinikum Frankfurt. Da sämtliche Gewinne als Spende abgeführt werden, haben die üblichen Rabatte für Vereinsmitglieder keine Gültigkeit. Das T-Shirt kostet für alle 20 Euro. Seit Mitte dieser Woche ist das Kleidungsstück nicht nur auf dem Online-Verkaufsportal zu ordern, sondern auch im Fanshop MyZeil erhältlich. Die Eintracht-Fanshops am Stadion und am Riederwald bleiben vorerst weiter geschlossen.

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