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Eintracht-Trainer Hütter : „Ich kann nicht für alle die Hand ins Feuer legen“

Vorfreude: Für die Eintracht und Trainer Adi Hütter geht es bald wieder los. Bild: Jan Huebner

Eine Woche noch, dann startet die Eintracht wieder in die unterbrochene Saison der Bundesliga. Die Frankfurter hoffen auf die Trendwende. Und Trainer Adi Hütter verspricht nach der Corona-Pause die große Rotation.

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          Adi Hütter wird zum Maskenmann. Die Auflagen in Zeiten der Corona-Pandemie bringen es mit sich, dass die Trainer während des Spiels eine Maske tragen müssen. „Natürlich halte ich mich an die Regeln“, sagte Adi Hütter am Freitag bei einem Online-Pressegespräch. „Ich brauche keine Extrawurst.“ Wissend, dass es grundsätzlich auch mal „Fehltritte in der Emotion“ geben könne. „Das sollte man nicht überbewerten.“ Wobei er nicht „für alle die Hand ins Feuer legen kann“, dass ein zweiter Fall Salomon Kalou auch in Frankfurt passieren könnte. Wichtig für den Eintracht-Coach ist: Er darf gemeinsam mit seiner Mannschaft wieder seiner Arbeit nachgehen, „und dafür bin ich der Bundeskanzlerin sehr dankbar“.

          Bundesliga

          Seit Donnerstag befindet sich die Eintracht im geregelten Übungsbetrieb. Mannschaftstraining mit allem, was dazugehört. Zweikämpfe, Grätschen, Tacklings. Viel Zeit hat Hütter nicht, um seine Profis auf den Ernstfall vorzubereiten. Am kommenden Samstag, zur „Topspiel“-Zeit (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky), stellt sich die favorisierte Mönchengladbacher Borussia vor. Dann werden, wie sonst üblich, keine 51 500 Besucher dabei sein, sondern 300 – streng voneinander getrennt und in allen Bereichen des Stadions verteilt.

          Zwei richtige Trainingseinheiten also hat es erst gegeben. Doch Hütter, der erfahrene Coach mit den feinen Antennen, ist sich sicher: „Die Jungs sind mit Freude, Enthusiasmus und Leidenschaft dabei.“ Um sich auf den Wiederstart des Bundesligageschehens, so gut es geht, vorzubereiten, hat die Eintracht das obligatorische Quarantäne-Trainingslager in einem Hotel am Frankfurter Mainufer bezogen. Manche Abläufe ähneln denen eines normalen Trainingscamps. Doch jetzt gilt es, sich penibel an die neuen Spielregeln zu halten.

          Konkret: Der Eintracht-Tross setzt zwei Busse ein, um von der Stadt an die Arena zu fahren. Im Hotel selbst ist der Kader auch in zwei Gruppen geteilt. Essen und Trinken auf Distanz. „Wir alle haben die Auflagen zu erfüllen“, sagte Hütter. Training und Tagesabläufe – alles ist durchgetaktet und organisiert. Was ungewiss ist, ist die Qualität des Spiels. Hütter machte keinen Hehl daraus, „dass es nicht das gleiche Niveau wie vorher sein wird“. Dies dürfte bei den anderen Vereinen nicht anders sein, könnte sich für die Eintracht aber vielleicht sogar als Vorteil erweisen.

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          Schon vergessen? Die vergangenen Pflichtspiele vor der Corona-Pause wurden allesamt verloren. 0:4 in Dortmund, 1:2 gegen Union Berlin, 0:4 in Leverkusen. Dazu noch das 0:3 im Europa-League-Achtelfinale gegen Basel ohne Zuschauer: Der Wiederstart könnte für die Hütter-Elf mehr Chancen als Risiken bieten, zumal sich der Trainer der vollen Unterstützung aller Spieler sicher sein kann. Hütter weiß, dass Profis mit Bedenken, sich mit dem Coronavirus anstecken zu können, nicht zum Spielen gezwungen werden können. „Doch alle möchten dabei sein. Die Jungs freuen sich, dass sie endlich wieder Fußball spielen dürfen.“

          Hütter hat in Aussicht gestellt, dass es in den kommenden sechs Wochen bis zum geplanten Saisonfinale am 27. Juni genügend Gelegenheiten geben wird, sich ins Schaufenster zu stellen und zu präsentieren. „Ich werde rotieren. Eine erste Elf wird es nicht geben.“ Aktuell sind einige Spieler wie Gonçalo Paciência und Erik Durm angeschlagen oder trainieren wie Martin Hinteregger individuell. Dass zukünftig bis zu fünf Spieler ausgewechselt werden dürfen, begrüßt Hütter. „Es gibt mir taktisch mehr Variationsmöglichkeiten, und ich kann Spielern mit einer Einwechslung Freude machen.“

          Fußball ohne Zuschauer: Für die Eintracht, die sich traditionell eines stimmungsvollen Anhangs sicher sein kann, ist das keine leichte Situation. „Der zwölfte Mann ist explizit für uns eine große Hilfe.“ Hütter und seine Mannschaft werden ohne sie auskommen müssen und alles aus eigener Kraft dafür tun, um den Vorsprung von sechs Punkten vor dem Relegationsplatz zu halten und auszubauen.

          Geht es nach Stürmer Bas Dost, könnte die Eintracht den Wiederstart zu einer Siegesserie nutzen, um sich sogar noch für die Europa League zu qualifizieren. „Bas darf gerne träumen“, sagte Hütter. „Aber es ist natürlich hoch gegriffen und wäre ein Hammer.“ Den Eintracht-Coach treiben derzeit andere kurzfristige Ziele um. Hütter ist froh und dankbar, dass es überhaupt wieder losgeht.

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