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Freude bei Eintracht-Profi : Kohr kann endlich wieder grätschen

  • -Aktualisiert am

Bald wieder auf dem Feld vereint, so wie hier im Februar? Dominik Kohr (rechts) und seine Mitspieler bei der Eintracht bereiten sich vor. Bild: dpa

Auch wenn die Liga noch immer ruht: Dominik Kohr lässt sich nicht entmutigen. Was nicht ist, kann noch werden. Auf der Suche nach dem Platz im Mittelfeld des Frankfurter Fußballklubs.

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          Besser auf dem Platz stehen als auf dem Fahrrad sitzen. Aber eines vermisst Dominik Kohr am Trainingsbetrieb der Frankfurter Eintracht, der nun auch wieder im Freien aufgenommen worden ist: die Zweikämpfe. Der 26 Jahre alte Mittelfeldspieler gehört zu den talentiertesten Zerstörern seiner Mannschaft, zu denen, die schwer auszuspielen sind und Selbstbewusstsein aus einem gewonnenen direkten Duell ziehen. „Das Grätschen verlerne ich bestimmt nicht“, verspricht er. „Ich bin schon gespannt, wer mir als Erstes in die Füße kommt, dann werde ich ihn mit dem Ball abgrätschen.“ Bis auf weiteres sind wegen des Coronavirus noch direkte Kontakte verboten.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

          Trainer Adi Hütter hat in dieser Saison noch nicht besonders häufig auf Kohrs Stärken gesetzt. In diesem Jahr stand er nur bei drei von zwölf Gelegenheiten in der Startelf. Der Sohn des ehemaligen Kaiserslauterer Bundesliga-Torjägers Harald Kohr gibt zu, dass er sich mehr erhofft hatte, als er im Sommer für eine Ablöse von knapp neun Millionen Euro nach Frankfurt gekommen ist: „Jeder Profi will immer 90 Minuten spielen, so ist es auch bei mir. Aber manchmal ist es halt nicht gegeben.“ Ob er den richtigen Karriereschritt gemacht habe, weg von Leverkusen hin nach Frankfurt? „Ich zweifle nicht an mir und setze mich nicht unter Druck.“ Er sieht in der mangelnden Spielpraxis die Hauptursache für seine im Schnitt mäßigen Vorstellungen. Er wisse, dass er ein großes Potential habe. „Und ich habe es auch in Frankfurt schon bewiesen.“

          Andererseits bestätigt Kohr, zeitweise eine Verunsicherung zu spüren: „Wenn du nicht so viel Spielpraxis hast, versuchst du Risiken zu vermeiden, aber das hilft der Mannschaft nicht weiter.“ Auch sei es schwieriger, Spielsituationen richtig einzuschätzen, wenn man nicht im Rhythmus ist. „Manchmal ist man nicht so wach, läuft nicht durch. Aber ich weiß, was der Trainer will, ich biete mich an, und wenn ich meine Chance bekomme, werde ich da sein.“

          Für Kohr bieten die besonderen Trainings-Schwerpunkte wegen der Abstandsregel zu den Mitspielern die Chance, Defizite aufzuholen. „Positionsspezifisches Training“ nennt Adi Hütter die Übungen für einen, zwei, drei oder vier Spieler. Der österreichische Trainer will die Handlungsschnelligkeit des defensiven Mittelfeldspielers zum Beispiel dadurch verbessern, dass er Kohr hinter dessen Rücken vier mit unterschiedlichen Farben gekennzeichnete Kleintore aufstellt. Dann spielt Hütter ihm den Ball zu, und Kohr muss sich in Richtung des angegebenen Tores drehen und den Ball hineinspielen. „Adi Hütter war als Profi auch Mittelfeldspieler, er hat mir schon einiges mitgegeben, aber es braucht Zeit, um es umzusetzen“, sagt Kohr.

          Sosehr er die auf ihn zugeschnittenen Übungsformen schätzt, Kohr kann es kaum erwarten, wieder auf dem großen Feld mit elf gegen elf zu trainieren. Denn dann wird der Wiederanpfiff der Saison nicht mehr lange auf sich warten lassen. Um wieder spielen zu können, wäre ihm jede Sicherheitsmaßnahme recht, auch das Kasernieren der Mannschaften. „Ich habe es ja bei der Junioren-Nationalmannschaft schon mal miterlebt. Von der Vorbereitung bis zum Titel waren wir damals auch sechs Wochen quasi in Quarantäne. Das ist nicht optimal, aber dazu wären alle bereit, wenn es nötig wäre.“

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