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Bar zahlen kostet mehr Zeit : Längere Warteschlangen im Stadion

Damit ist es vorerst vorbei: Nach der Insolvenz von Payment Solution wird im Frankfurter Stadion bis auf weiteres bar bezahlt. Bild: dpa

Weil der Betreiber des bargeldlosen Bezahlsystems Insolvenz angemeldet hat, muss in der Commerzbank-Arena wieder bar bezahlt werden. Das erste Eintracht-Heimspiel zeigt: Mit Bargeld zu zahlen kostet mehr Zeit.

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          Ein Fußballfan im Stadion muss sich seine Zeit gut einteilen können. Schließlich dauert eine Halbzeitpause exakt 15 Minuten. Wer also vom Spiel seiner Lieblingsmannschaft nichts verpassen will, muss schnell sein. Zumindest, wenn er sich zwischen dem ersten und zweiten Spiel-Abschnitt mit einem Getränk oder einem Snack versorgen will. Doch als am Samstagnachmittag beim ersten Heimspiel der Frankfurter Eintracht in der neuen Fußballsaison der Halbzeitpfiff ertönt, sind die Schlangen vor den Verkaufsständen schon meterlang. Wer jetzt erst kommt und sich einreiht, wird die komplette Pause wartend verbringen. Eigentlich sind es die Besucher der Eintracht-Spiele seit vielen Jahren gewohnt, im Stadion mit Karten einzukaufen. Aber weil der Betreiber des bargeldlosen Bezahlsystems im Mai Insolvenz angemeldet hat, mussten die Verantwortlichen im Stadion nach einer neuen Lösung suchen. Deshalb wird fortan ganz normal mit Scheinen und Münzen gezahlt.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Es ist warm während des Spiels der Eintracht gegen Wolfsburg, es ist der erste Spieltag, die Besucher haben Durst und Lust auf die neue Saison. Allein deshalb ist an den Getränkeständen mehr los als sonst. Die Besucher in der Schlange finden die Umstellung von Karte auf Bargeld grundsätzlich gut. „Ich finde, das war sowieso alles nur Abzocke“, sagt ein Fan, der seit mehr als 30 Jahren ins Stadion geht. Schon 2016 hatten Verbraucherschützer die verpflichtende Nutzung der kleinen Scheckkarte im Stadion kritisiert. Damals war von zu wenig Personal, kaum Rückgabestationen für die Karten und von versteckten Gebühren die Rede, die anfallen, wenn man sich das restliche Geld auf der Karte erstatten lassen will. „Ich hatte am Ende zwei solcher Karten und wusste nie, was auf welcher eigentlich noch drauf war“, schildert der erfahrene Eintracht-Anhänger. Nicht selten habe er am Getränkestand zahlen wollen, doch das Guthaben sei zu niedrig gewesen. „Dann musste ich die Karte neu aufladen und mich noch mal anstellen.“

          Das Restguthaben kann gespendet werden

          Die Angestellten des Bezahlkartenbetreibers in ihren farbigen Jacken sind verschwunden. Und die Kunden verlieren keine Zeit mehr mit dem Aufladen der Karten. Doch an den Ständen selbst warten die Fans deutlich länger als vorher – zumindest dem Gefühl nach. „Früher haben wir nur die Karten auf das Lesegerät gelegt, das ging natürlich schneller“, sagt eine Verkäuferin an einem Stand auf der Gegentribüne. „Jetzt kommen die Leute ständig mit Fünfzig-Euro-Scheinen, um eine Laugenstange zu kaufen“, berichtet ein Brezelverkäufer. Das Herausgeben des Wechselgelds und das Wegstecken des Scheins brauchen ihre Zeit. Beschwerden gibt es trotzdem nicht. Die meisten sind froh, dass das Hickhack um die Bezahlkarten endlich vorbei ist. Am vergangenen Donnerstag hatte Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann angekündigt, die Eintracht werde das Guthaben auf den alten „Justpay“- Karten in Gutscheine umwandeln, mit denen sich die Kunden Getränke und Snacks besorgen, aber auch im Fanshop einkaufen könnten.

          Wer mag, kann das Restgeld auch spenden, die Summe kommt dann der Jugendarbeit einiger mit der Eintracht befreundeter Vereine aus der Region zugute. „Eine Superlösung“, lobt ein anderer Fan, der das neue Trikot der Eintracht trägt. „Ich glaube, ich werde mein Guthaben sogar spenden.“ Vom nächsten Heimspiel an – am 16. September geht es gegen Augsburg–können die Fans ihr Guthaben, das die meisten schon abgeschrieben hatten, dann eintauschen. Am Samstagnachmittag, bei der Heimpremiere der Eintracht, kommt der eine oder andere Anhänger erst nach Anpfiff der zweiten Halbzeit zurück auf seinen Platz. Dieses Mal allerdings ist das nicht schlimm: Verpasst hat er zum Leidwesen aller Eintracht-Anhänger nichts.

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