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Eintracht Frankfurt : „Das ist eine irre Entwicklung“

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Beliebter denn je: Eintracht Frankfurt hat derzeit viele Rekorde zu vermelden. Bild: Henner Flohr

Mitgliederrekorde, Umsatzrekorde, Beliebtheitsrekorde: Die Frankfurter Eintracht wächst über sich hinaus. Sie sieht sich als zweitbeliebtesten Bundesligaklub bei jungen Menschen.

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          Eintracht Frankfurt wächst über sich hinaus – dieser Eindruck entsteht, wenn Peter Fischer mit Stolz in der Stimme über den enormen Mitgliederzuwachs beim Fußball-Bundesligaklub in den vergangenen Jahren spricht. Am Sonntag auf der Mitgliederversammlung in der Wolfgang-Steubing-Halle am Riederwald kündigte der Vereinspräsident an, dass die kommende Zusammenkunft 2021 wohl in der größeren Messehalle stattfinden werde. Die Eintracht-Familie, die dann mehrere Vereinsgremien neu wählen muss, braucht mehr Platz: 88.100 Mitglieder zählt sie bereits, und bis Ende dieses Jahres möchte Fischer die Marke von 100.000 erreicht haben. Das ist ein realistisches Ziel, weil sich seit der Versammlung im Jahr 2019 mehr als 20.000 neue Mitglieder dem Verein angeschlossen haben.

          Bundesliga

          Das passt ins Bild: Die Frankfurter seien heute bei den „14- bis 29-Jährigen der zweitbeliebteste Klub“ in Deutschland, sagte das Vorstandsmitglied Axel Hellmann am Sonntag. Aktuell belegt die Eintracht durch ihren Mitgliederboom im weltweiten Ranking Platz 22, in Deutschland sind sie Sechster. Der VfB Stuttgart ist bereits überholt, nun will sie Borussia Mönchengladbach überbieten. „Die haben vielleicht 2000, 3000 Mitglieder mehr“, sagte Fischer. „Lächerlich! Das machen wir in einem Monat.“ Ist dem 63-Jährigen danach, kann er ziemlich großspurig auftreten.

          Doch Fischer kann auch anders. Die knapp 600 stimmberechtigten Mitglieder forderte er dazu auf, trotz der Erfolge in der Bundesliga und der Europa League „mit beiden Füßen auf dem Boden zu bleiben. Wir werden nie die Demut verlieren“, rief er ihnen zu. „Genießen Sie diese Momente, genießen Sie im Februar das Kräftemessen mit Salzburg in der Europa League! Doch daraus darf sich nicht die Forderung ableiten lassen, dass es immer so weitergeht.“ Zwar entwickle sich dieser Verein, aber er entwickle sich „langsam. Bei uns sind keine Phantasten oder Idioten in der sportlichen Führung“, sagte Fischer. Vielmehr seien es „die richtigen Personen, die das Beste mit den vorhandenen Möglichkeiten erreichen wollen“.

          Auch Axel Hellmann sprach davon, „dass wir lernen müssen, mit Erfolg umzugehen. Wir müssen Erfolg lernen – auf allen Ebenen. Das ist nicht so einfach. Wir sind nicht mehr die graue Maus. Und wir pendeln nicht mehr zwischen erster und zweiter Liga.“ Das Vorstandsmitglied geht davon aus, „dass wir nicht jedes Jahr durch Europa ziehen können. Wir gehören vielleicht zu den Top zehn in der Bundesliga. Aber wir sind kein Topklub.“ Wichtig sei, „in ruhigem Fahrwasser zu bleiben“. Der gute Start in dieses Jahr mit Siegen über Leipzig und Hoffenheim hat Hellmann darin bestätigt, das die sportliche Durststrecke vor Weihnachten „eher die Ausnahme als die Regel“ sei. „Der Wille, die Mentalität und die gewisse Härte, die du brauchst, das alles ist wieder da.“

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