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Bruno Hübner im Interview : „Viele deutsche Spieler sind einfach unbezahlbar“

„Wir wollen besser werden!“: Deswegen werden Bruno Hübner und die Eintracht vielleicht noch auf dem Transfermarkt tätig. Bild: Imago

Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner über den wachsenden Konkurrenzkampf in der Bundesliga, die durchkreuzten Pläne durch Oczipkas Weggang und die Frage der Identität.

          7 Min.

          Die Hälfte der Vorbereitung ist um, wie fällt Ihr Zwischenfazit aus?

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Ich bin für diesen Zeitpunkt zufrieden. Die Neuverpflichtungen haben uns bestätigt, dass wir richtig liegen können. Sie passen mit ihrem Charakter gut dazu: Menschlich harmoniert es, und sportlich deuten sie an, dass sie das leisten können, was wir uns von ihnen erhoffen.

          Was soll in der kommenden Runde zu den Markenzeichen der Mannschaft zählen?

          Wir wollen mutig spielen, mit hohem Tempo den Gegner beschäftigen, körperlich robust auftreten. Unser Anspruch ist es, das wir an die Spielweise der Vorrunde anknüpfen und ähnliche Ergebnisse erreichen. Und da gehört ein aggressives Spiel dazu.

          Welche Lehren haben Sie aus der vergangenen, sehr wechselhaften Runde gezogen?

          Bei der Analyse ist uns klargeworden, dass der Kader noch breiter und ausgeglichener werden muss. Wir haben zu oft nicht das zeigen können, was wir wollten, weil wir durch Verletzungen Probleme bekamen. Auch Sperren, durch Gelbe Karten oder unnötige Platzverweise, die bei unserem Spielstil nicht ausbleiben, haben uns beschäftigt, genauso wie der Abgang von Szabolcs Huszti in der Winterpause. Uns fehlte dadurch in der zweiten Hälfte oft die Eingespieltheit aus den ersten Monaten, die uns stark gemacht hat, der Flow ging verloren, der sich positiv auf das Selbstvertrauen der Spieler ausgewirkt hatte. Wir wollen künftig weniger improvisieren müssen, und unser Trainer Niko Kovac soll mehr Möglichkeiten im Kader vorfinden, so dass auch die, die zunächst nicht zur Startelf gehören, körperlich und spielerisch in der Lage sind, sofort die Lücken zu füllen, die sich zwangsläufig im Laufe der Wochen ergeben werden. 24 Spieler plus drei Torleute sollen es insgesamt sein. Außerdem nehmen wir jetzt schon einige U-19-Nachwuchspieler mit, um ihnen den Profibereich näherzubringen.

          Welches Ziel hat sich die Eintracht gesetzt?

          Wir wollen das Maximum unserer Möglichkeiten ausschöpfen ...

          . . . bedeutet das, dass nach dem Sprung von Platz 16 auf Platz elf nun die Qualifikation für das europäische Geschäft ins Blickfeld rückt?

          Das wäre zu ambitioniert. Wir haben sicherlich viel vor, sind ehrgeizig und glauben an uns. Nur: Wenn ich mir die aktuelle Besetzung der Bundesliga anschaue, wird es die stärkste Konkurrenz sein, die es seit langem gegeben hat. Erstens: Die etablierten Vereine Gladbach, Leverkusen, Schalke oder Wolfsburg sind unter ihren Erwartungen geblieben in der vergangenen Saison. Sie haben alle sehr gute wirtschaftliche Möglichkeiten und sind bestrebt, rasch für Wiedergutmachung zu sorgen. Das sieht man auch an ihren Neuverpflichtungen, und es fehlt ihnen die internationale Belastung, so dass sie in der Liga richtig Gas geben können. Dazu kommen mit Stuttgart und Hannover zwei Zweitliga-Aufsteiger dazu, die aufgrund ihrer Tradition und Finanzkraft keine normalen Aufsteiger sind. Und was man auch noch berücksichtigen muss: Der Confed Cup hat gezeigt, dass durch neue Gesichter der Wettbewerb in der Nationalmannschaft stark angefacht wurde. Auch die in der Vergangenheit gesetzten Nationalspieler werden in dieser Saison richtig loslegen müssen, um ihren Platz zu behaupten und bei der WM 2018 in Russland dabei zu sein. All das zusammengenommen, wird das Niveau weiter erhöhen. Es wird spannend, wir fühlen uns aber gewappnet.

          Wer kann der nächste deutsche Nationalspieler aus Reihen der Eintracht sein?

          Das ist schwer zu prognostizieren. Wir haben ja jetzt die Maschinerie angeworfen, um verstärkt den eigenen einheimischen Nachwuchs heranzuführen. Ich verfolge die Diskussionen auch, in denen uns eine fehlende Identität vorgeworfen wird, weil wir viele Zugänge aus dem Ausland verpflichten . . .

          . . . und können Sie die Kritik nachvollziehen?

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