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Eintracht Frankfurt : Bas Dosts Kampfansage

  • -Aktualisiert am

Beißt auf die Zähne: Bas Dost quält sich mit Schmerzen durch die Hinrunde. Bild: Jan Huebner

Der Niederländer im Eintracht-Trikot trägt zurzeit einen harten Fight aus: gegen das Auf und Ab seines körperlichen Zustands. Gegen seinen früheren Klub VfL Wolfsburg will er auf jeden Fall treffen.

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          Eines steht für Bas Dost beim Blick auf das restliche Jahresprogramm jetzt schon fest: Alle acht Spiele bis zur Winterpause, sagte der Frankfurter Bundesliga-Stürmer am Mittwoch, „schaffe ich nicht. Ganz ehrlich.“ Der Ehrgeiz des 30-Jährigen ist vor den verbleibenden sechs Erstliga-Spielen und den zwei Partien in der Europa League zwar ungebrochen. Und dass der Niederländer, der Ende August von Sporting Lissabon an den Main gewechselt war, den Spielbetrieb in der Bundesliga „so vermissen“ würde, hätte er auch nicht gedacht. Doch heute muss Dost zur Kenntnis nehmen, dass seine Gesundheit nicht immer wie gewünscht mitspielt. Das ist sein Malheur.

          In den vergangenen Wochen habe er „sehr viele Schmerzen im ganzen Körper, vor allem in der Leiste“ gehabt, berichtete der Angreifer nach der ersten Trainingseinheit des Tages. Dost ist kein wehleidiger Typ. Aber das Auf und Ab seines körperlichen Zustands unter der Bundesliga-Belastung mache „keinen Spaß, es nervt ohne Ende“, gab er zu. „Ich kämpfe zurzeit einfach mit körperlichen Schwierigkeiten.“ Vor dem zurückliegenden Spiel in Freiburg habe er gedacht, es nicht zu schaffen, „dann hat die medizinische Abteilung jedoch alles getan und es hinbekommen“. Nur danach komme es körperlich immer zu Reaktionen, sagte Dost. „Aber es gehört zu meinem Alter und zur ganzen Situation dazu.“ Daher müsse er es akzeptieren. Dost verließ die Medienrunde nicht, ohne darauf hinzuweisen, dass er nun wieder eine „Behandlung“ habe. Der Kampf gegen seine körperlichen Beschwerden wird ihn weiter begleiten.

          Die freien Tage taten gut

          Dem Wiedersehen auf dem Platz mit seinem ehemaligen Verein VfL Wolfsburg an diesem Samstag (15.30 Uhr( live im F.A.Z.-Bundesliga-Liveticker und Sky) in Frankfurt steht aber offenbar nur wenig im Weg. Aktuell fühle er sich gut, die freien Tage in der Länderspielpause, die er bei seiner Familie in den Niederlanden verbrachte, hätten ihm „sehr gut getan“, um neue Kraft zu tanken. Gleichwohl, merkte Dost an, müsse er im Hinblick auf mögliche Probleme auch diesmal die Entwicklung bis zum Spieltag abwarten. Über die Anforderungen in der Bundesliga, die seit je „hohe Intensität“, beklagt sich der Mittelstürmer nicht. Dass ihm nach der Rückkehr nach Deutschland alles abverlangt werde, sei gut für ihn. „Ich bin schließlich nicht hier, um nichts zu tun.“ Aus seiner Sicht kann die Eintracht gut damit umgehen, dass er bisher nicht an allen Spielen hat mitwirken können. „Der Kader ist groß, und die anderen sind auch gute Spieler. Wir brauchen es nicht, dass ich jedes Spiel spiele.“ Einer könne für den anderen in die Bresche springen, meint Dost. „Aber natürlich werde ich alles tun, um so viele Spiele wie möglich machen zu können.“

          An die Wolfsburger, bei denen er von 2012 bis 2016 unter Vertrag stand, hat der 18-malige Nationalspieler die besten Erinnerungen. Nicht nur, weil er 2015 mit dem VfL den DFB-Pokal gewann. Beim 3:1 im Endspiel über Dortmund stellte der Stürmer mit seinem Kopfballtreffer den Endstand her. Auch in der Meisterschaft hatte mit den Niedersachsen als Tabellenzweiter nicht viel zum Titelgewinn gefehlt. Eine Zeitlang dominierte Dost auf beeindruckende Weise die Wolfsburger Offensive. Beim 5:4 gegen Leverkusen im Frühjahr 2015 zeigte er sich mit vier Treffern in prächtiger Torlaune. In seiner Gesamtstatistik standen in 85 Bundesliga-Spielen schließlich 36 Treffer und zehn Torvorlagen, eingedenk seiner internationalen Einsätze mit dem VfL waren es unter dem Strich sogar 48 Tore. In den Duellen mit 17 Bundesliga-Vereinen ist Dost schon als Torschütze in Erscheinung getreten. Die Wolfsburger aber fehlen ihm in dieser Sammlung noch. Käme er an diesem Samstag zu einem Erfolgserlebnis, würde er seiner Freude freien Lauf lassen. Das will sich Dost bei allem Respekt für seinen alten Arbeitgeber nicht nehmen lassen.

          „Toreschießen ist für mich immer ein Thema“, sagt Dost. Das gilt auch für seinen niederländischen Landsmann und kommenden Gegner Wout Weghorst. In Wolfsburg wandelt der 27-Jährige, was seine Treffsicherheit angeht, auf den Spuren von Dost. „Ich bin stolz auf ihn“, sagt der Eintracht-Profi. „Als er in den Niederlanden angefangen hat, konnte keiner damit rechnen, welche Entwicklung er nimmt. Respekt vor Wout!“ 1,97 Meter (Weghorst) gegen 1,96 (Dost) – im Hinblick auf den zwölften Spieltag ist vom Treffen der Sturm-Riesen die Rede. Oder vom Duell der „Kanten“ im Angriff. Dost hat in der Bundesliga bisher dreimal getroffen, Weghorst fünfmal. Im Kopfballspiel ist der Frankfurter, der Weghorst darin bestärkt hatte, nach Wolfsburg zu wechseln, stärker. Weghorst wiederum läuft mit 11,65 Kilometer pro Spiel mehr als Dost (10,21). Der absolute Wille, Tore zu erzielen, vereint beide. „Ich hoffe, Wout macht so weiter“, sagte Dost am Mittwoch. „Aber ich hoffe auch, dass er gegen uns einen Mist-Tag hat und nicht trifft.“ Die letzten acht Pflichtspiele in diesem Jahr stufte Dost als „wichtige Situation“ für die Eintracht ein. „Jetzt geht es richtig los“, sagte er. „Leute wie ich sind hier jetzt richtig angekommen.“ Klingt nach einer Kampfansage.

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