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Eintracht-Trainer Armin Veh : „Man kann nicht alles halten, was man sagt“

Wird das was? Armin Veh bleibt noch ein Monat Vorbereitungszeit, um die Eintracht auf die neue Saison einzustimmen Bild: Heiko Rhode

Immer noch Feuer und Flamme: Im Interview spricht Armin Veh über seine neue Energie bei Eintracht Frankfurt, seine Pläne mit Stürmer Alex Meier und die Strapazen des Trainerjobs.

          6 Min.

          Bei der Eintracht ist immer Druck auf dem Kessel, sagt Sportdirektor Bruno Hübner. Wie schätzen Sie das ein?

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Ich kenne andere Klubs in der Liga, bei denen das ähnlich ist. Als speziell sehe ich das nicht an.

          Sie haben gesagt, dass man sich bei der Team-Zusammenstellung keine großen Fehler erlauben darf. Doch wie kann man das ausschließen?

          Das Wichtigste ist und bleibt die Personalpolitik. Etwas zusammenzufügen, was passt. Es gibt aber immer auch Unwägbarkeiten. Das ist so, weil man es mit Menschen zu tun hat. Da kann es beispielsweise sein, dass sich ein Spieler mit seiner Frau in der Stadt nicht wohl fühlt. Man kann vielleicht die Qualität eines Spielers, aber nicht das gesamte Rundumpaket einschätzen. Es wird immer Spieler geben, die zu diesem Verein und zu dieser Mannschaft nicht passen. Ziel muss es sein, bei der Zusammenstellung eine möglichst hohe Trefferquote zu haben. Ansonsten hat man ein Problem.

          Wie wichtig ist dabei das Zusammenspiel von Trainerstab, Vorstand, Sportdirektor, Scouting-Abteilung?

          Das Ganze ist Teamwork geworden. Für mich ist immer wichtig, dass wir ganz eng zusammenarbeiten und alles absprechen. Aber ich weite es auch schon einmal aus. Es ist zwar nicht meine Aufgabe als Trainer, mich mit den Verantwortlichen im Vorstand auszutauschen. Aber das ist mir schon wichtig, damit ich weiß, was da oben passiert. Und dann kommt es irgendwann auch wieder runter. Mir ist es lieber, wenn ich ein Wissen über die gesamten Strukturen des Vereins habe.

          Bei Ihrer Vorstellung als neuer, alter Eintracht-Trainer haben Sie gesagt: Das Trainerfeuer in mir brennt noch. Wie hoch sind aktuell die Flammen?

          (lacht). Man muss sich eingestehen, dass ich drei sehr intensive Jahre gehabt habe. Wenn man Verantwortung übernimmt, hat man auch Sorgen. Wenn wir damals im ersten Jahr nicht aufgestiegen wären, hätten wir ein Riesenproblem gehabt. Man sieht es ja bei anderen Klubs, die es nicht gleich schaffen, sofort wieder hochzukommen. Es war wichtig, dass wir nicht nur die Liga gehalten, sondern sogar etwas geschafft haben (den Einzug in die Europa League, d. Red.), womit keiner gerechnet hat. Das war anstrengend. Zudem waren wir auch noch im Viertelfinale im DFB-Pokal. Für viele Spieler war das Neuland. Dadurch sind wir in eine Situation gekommen, in der es das Ziel sein musste, in der Klasse zu bleiben. Es war stets intensiv. Es waren Phasen, in denen man viel Energie abgegeben hat. Da musst du dann einfach auch mal eine Pause machen. Für mich war es zuletzt Luxus, sechs Monate lang ohne Plan an nichts denken zu müssen. Bei einem Neuanfang bist du ganz anders motiviert.

          Kann er nochmal Torjägerkönig werden? Frankfurts Alex Meier
          Kann er nochmal Torjägerkönig werden? Frankfurts Alex Meier : Bild: Wonge Bergmann

          Was macht den Reiz dieses Berufs aus? Wie fühlt es sich an, wieder Trainer der Eintracht zu sein?

          Ich liebe den Sport sowieso. Ich habe mit fünf Jahren angefangen. Der Fußball hat mich immer gefesselt, weil er - Gott sei Dank - nicht zu hundert Prozent berechenbar ist. Das macht auch den Reiz aus. Bedingt durch meine Verletzung als Spieler habe ich als Trainer früh angefangen. Es ist eine Aufgabe, bei der immer etwas Neues kommt. Viele Dinge weiß ich, weil ich Erfahrung habe. Es ist aber immer wieder reizvoll, eine Mannschaft zusammenzustellen.

          Sie waren ein Jahr weg - und sind wieder da, als wären Sie nicht fort gewesen. Doch so einfach auf die Reset-Taste drücken, das geht dann doch nicht, oder?

          Na ja, es ist schon wieder etwas Neues für mich. Ich will nicht einfach sagen, hallo, jetzt komme ich zurück. Nein, das bin ich nicht. Und das ist auch nicht so, weil ich sechs Monate Pause gehabt habe. Es ist eine andere Situation.

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