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Erfolgsserie hält an : Die Eintracht in einem ortsfesten Hochdruckgebiet

  • -Aktualisiert am

Gemeinsam erfolgreich: Auch gegen Schalke 04 holten die Frankfurter drei Punkte. Bild: dpa

In der 99. Minute verwandelte Luka Jovic den Elfmeter zum Sieg gegen Schalke 04. Natürlich war der Zeitpunkt des Treffers glücklich, doch dafür müssen sich die Frankfurter nicht schämen.

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          Wenn es läuft, dann läuft‘s, diese Erkenntnis ist fast so alt wie der Fußball. Die Meteorologen kennen das Phänomen als ortsfeste Hochdruckgebiete. Die Wetterlage erhält sich erst Mal aus seinem System heraus, es Bedarf eines größeren Ereignisses, um sie zu verändern. Der Eintracht geht es so ähnlich, und das schon seit Januar. 15 Spiele hat die Mannschaft von Trainer Adi Hütter in diesem Jahr ungeschlagen überstanden, weil ihr die Serie von Erfolgserlebnissen zu einem Selbstbewusstsein verholfen hat, durch das sie sich auch über schwierige Spielentwicklungen hinwegsetzt.

          Auf Schalke gelang es den Frankfurtern nach dem 3:2 gegen Hoffenheim zum zweiten Mal innerhalb eines guten Monats, in letzter Sekunde einen Sieg zu generieren. Natürlich ist der Zeitpunkt, zu dem ihre Volltreffer einschlugen, nicht anders als glücklich zu nennen. Aber es war mehr als reines Frankfurter Dusel, dass die drei Punkte bringenden Tore noch fielen. Die Eintracht-Spieler hatten die Wahrscheinlichkeit durch ihr nimmermüdes Engagement erhöht, ihre verzweifelt verteidigenden Gegner doch noch zu überwinden.

          Wann endet die Serie?

          Die Diskussionen über die Berechtigung des Handelfmeters, den Jovic in der neunten Minute der Nachspielzeit unter die Latte donnerte, sind müßig. Auf jeden Fall muss sich die Eintracht nicht für die Entscheidung von Schiedsrichter Stegemann schämen, der nach Hinweis des Video-Assistenten auf den Punkt zeigte. Da gab es schon deutlich fragwürdigere Auslegungen der Handspiel-Regel. Im Gegenteil, es wäre wirklich Pech gewesen, wenn Stegemann die Eintracht auch bei der zweiten Überprüfung einer Spielszene per Video benachteiligt hätte; nachdem er bei Brumas Attacke gegen Rebic in der ersten Halbzeit kein elfmeterwürdiges Foul entdecken konnte – als einer von ganz wenigen unter den Betrachtern der Szene.

          Die goldene Serie der Eintracht, die bis in die Champions League führen kann, ist nicht als Glückssträhne zu bezeichnen. Die Abwesenheit von Pech darf allerdings als günstiger Umstand erwähnt werden, der auch anhalten sollte, um das große Ziel zu erreichen. Die Substanz der Frankfurter ist nicht so groß, dass sie sich zum Beispiel noch mehr Verletzte leisten könnte. Der Ausfall von Haller, Rode und Gacinovic machte sich schon gegen die angeschlagenen Schalker negativ bemerkbar. Willems und de Guzman waren im Mittelfeld kein gleichwertiger Ersatz. Pacienca machte seine Sache zumindest ordentlich, so wie Ndicka, der Hinteregger ablöste, der nach einem bösen Foul von Serdar verletzt vom Feld musste.

          Aber Pacienca und Ndicka zählen noch nicht wie Hinteregger zu den Führungsfiguren mit Ausstrahlung und Mentalität, die das Frankfurter Hoch stabil halten und kleine Tiefdruckausläufer abdrängen. Wie Trapp, Hasebe, da Costa, Fernandes und Rode sollte der Österreicher beim Schlussspurt der Eintracht dabei sein – damit die Frankfurter die Ziellinie mit breiter Brust und nicht taumelnd überqueren können.

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