https://www.faz.net/-gzn-9y8ab

Frankfurter Mitgliederzahlen : Eintracht auf Wachstumskurs

Auch in schweren Zeiten hält sich Eintracht Frankfurt gut. Bild: EPA

Exakt 90.117 Mitglieder sind nun unter dem Dach der Eintracht vereint. Bis zu Peter Fischers Traum von der Rekordmarke 100.000 ist es nicht mehr weit. Er, seit 2000 der erste Mann des Klubs, hat Anteil an diesem Aufschwung.

          1 Min.

          Strategische Partnerschaften müssen keine Liebesbeziehungen sein. Besonders anschaulich ist dies bei der Eintracht zu beobachten. Seit vielen Jahren schon waren Frankfurter Vereinsmanager damit beschäftigt, Schwergewichte aus der Welt der Wirtschaft mit in das Boot des Profifußballs zu holen. Vergebens. Die Deutsche Börse winkte ab, die Deutsche Bank ebenso. Doch das war einmal. Erfolge in nationalen und internationalen Wettbewerben haben Begehrlichkeiten geweckt und den größten Klub der Stadt interessant gemacht. Dabei haben noch nicht einmal ganz persönliche Leidenschaften eine Rolle gespielt.

          Denn weder Theodor Weimer noch Christian Sewing wird eine ausgesprochene Nähe zur Eintracht nachgesagt. Beide Wirtschaftsführer, der eine Vorstandschef der Deutschen Börse, der andere in gleicher Funktion beim Geldhaus Deutsche Bank tätig, sympathisieren mit dem FC Bayern München. Dass sie trotzdem mit ihren Unternehmen Geschäftsbeziehungen mit der Eintracht unterhalten – der eine schon länger, der andere in großem Umfang vom 1. Juli an –, unterstreicht das gestiegene Renommee der vielfältig aufgestellten Sportgemeinschaft Eintracht mit dem Fokus Fußball.

          Auch wenn in der Europa League, so denn die Runde überhaupt noch zu Ende gespielt wird, nach der 0:3-Hinspielniederlage gegen den FC Basel das Aus im Achtelfinale droht, und auch wenn die Halbfinalhürde Bayern München im DFB-Pokal auswärts zu hoch sein könnte: Die Eintracht erfreut sich weiterhin größter Beliebtheit. Beginnend vor gut drei Jahren, als sich 40.000 Mitglieder zum Adler-Klub bekannten, ist diese Marke Monat für Monat stetig und kontinuierlich gewachsen. Exakt 90.117 Mitglieder sind seit Sonntag unter dem Dach der Eintracht vereint.

          Bis zu Peter Fischers Traum von der Rekordmarke 100.000 ist es nicht mehr weit. „Gerade in diesen schwierigen Zeiten“, teilte Vereinspräsident Fischer mit, „wissen wir um den starken Rückhalt, den wir aus der gesamten Eintracht-Familie erfahren.“ Fischer selbst, seit 2000 der erste Mann des Klubs, hat Anteil an diesem Aufschwung. Als er klare Kante zeigte und sich in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung rigoros gegen die AfD absetzte, wurde die Eintracht von einer Welle der Sympathie erfasst. Zuspruch an der Mitgliederbasis, Zuspruch auch an der Sponsorenspitze: Auch wenn der Ball nicht rollt – die Eintracht hat einen Lauf.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Weitere Themen

          Das Drama um Christian Eriksen Video-Seite öffnen

          Herzdruckmassage auf dem Platz : Das Drama um Christian Eriksen

          Bei der Begegnung zwischen Dänemark und Finnland war der 29-jährige Christian Eriksen kurz vor Ende der ersten Halbzeit kollabiert. Fans und Spieler zeigten sich fassungslos. Die gute Nachricht: Der Zustand des dänischen Nationalspielers hat sich stabilisiert.

          Topmeldungen

          Auf Tour in Berlin: CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet nach seinem Auftritt beim Tag der Deutschen Familienunternehmen

          Bundestagswahl 2021 : CDU will Betriebe steuerlich schonen

          Das Wahlprogramm der Union gewinnt erste Konturen mit einem Belastungsdeckel für Unternehmen. Offen ist, wie Mehrausgaben für Klima und Soziales zur Schuldenbremse passen.

          Wahlkampf mit Euro und EU : Marine Le Pen auf dem Vormarsch

          Forderungen nach einem Austritt aus dem Euro und der EU gehören nicht mehr zum Programm der polarisierenden Französin. Warum Le Pen vor den Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr wieder Hochkonjunktur hat.
          Eine Schulklasse im Ortsteil Britz in Berlin-Neukölln: Lehrer werden in der Hauptstadt seit 2004 nicht mehr verbeamtet.

          Keine Verbeamtung : Warum viele Lehrer Berlin verlassen

          Seit 2004 werden Lehrer in Berlin nicht mehr verbeamtet. Viele junge Lehrer suchen sich deshalb nach dem Studium einen anderen Arbeitsort. Jetzt schlagen die Schulleiter Alarm.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.