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Stürmer Bas Dost : Fleißiger Vorarbeiter der Eintracht

  • -Aktualisiert am

Der Mühe Lohn: Bas Dosts Einsatz zahlt sich aus. Bild: dpa

Bas Dost hat sich bei der Eintracht selbst ein hartes Fitnessprogramm verschrieben. Nun erntet der Stürmer endlich die Früchte seiner Arbeit und strotzt vor neuem Selbstvertrauen.

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          Trainingsende bei Eintracht Frankfurt an einem wetterbedingt ungemütlichen Wochentag: Bas Dost könnte jetzt wie seine Mannschaftskollegen in die wohlverdiente Mittagspause gehen. Aber der Eintracht-Stürmer macht weiter. Wieder und wieder durchläuft er den eigens für ihn aufgebauten Stangenparcours. Es ist die nächste Sonderschicht auf seinem gut gefüllten Arbeitszettel. Der 31-Jährige absolviert sie mit Herzblut aus eigenem Antrieb heraus. Und mit der Gewissheit, in dieser Bundesliga-Saison auf dem besten Weg zu alter Stärke zu sein. Sein Arbeitseifer ist nämlich schon mit einer Vielzahl statistisch markanter Zahlen belohnt worden.

          Bundesliga

          Die wichtigsten vorneweg: An sechs der insgesamt acht Pflichtspieltreffer war Dost beteiligt, mit drei Treffern und drei Torvorlagen. Außerdem gewann der Niederländer zuletzt beim 2:1 über Hoffenheim 83 Prozent seiner Zweikämpfe. Auch in diesem für einen Angreifer außergewöhnlich guten Wert kommt seine neue Schaffenskraft zum Ausdruck. Was seine Physis und seine Präsenz auf dem Platz angeht, ist Dost kaum wiederzuerkennen. Kein Wunder, dass er vor Selbstvertrauen strotzt.

          Dost will es noch einmal wissen, es sich und den anderen zeigen. Er hätte in der gerade abgelaufenen Transferperiode auch den bequemen Weg wählen und wieder in eine weniger anspruchsvolle Liga wechseln können. Bei Sporting Lissabon – seiner Station vor der Eintracht – sagte Dost im Gespräch mit der „Bild“-Zeitung, „hatten wir immer den Ball. Ich stand vorne, habe gewartet, bis der Ball kam und ihn dann reingemacht.“ So leicht kann Fußball ohne Kraftanstrengung sein, lautete seine Botschaft. Hier hingegen gehe es „rauf und runter. Und wenn man nicht bei hundert Prozent ist, läufst du die ganze Saison hinterher.“ Doch Dost will in Zukunft buchstäblich vorneweg marschieren. An der Angriffsfront ein Dominator sein wie einst in Wolfsburg. Deshalb entwickelte er zusammen mit Cheftrainer Adi Hütter und den Athletiktrainern ein zusätzliches und für seine Bedürfnisse maßgeschneidertes Fitnessprogramm. Schon im Urlaub legte Dost los und brachte sich in Frühform. Die Laufeinheiten hätten „nicht immer Spaß gemacht“, berichtete der Angreifer Ende August, als er wieder im Mannschaftstraining war. „Ich bin jedoch viel weiter als letztes Jahr. Wenn ich so weitermache, kann das eine richtig geile Saison werden.“

          Spezialist für die Höhe

          Dost, so scheint es, hat nicht zu viel versprochen. Bisher hat er geliefert und gezeigt, dass er die Rolle des Auslaufmodells auf keinen Fall einnehmen möchte. Schon beim 3:1 bei Hertha BSC Berlin hatte er 75 Prozent seiner Zweikämpfe für sich entschieden. In den Kopfballduellen ist der 1,96 Meter große Profi sprichwörtlich auf der Höhe. 21 Mal blieb Dost hier Sieger. In dieser Kategorie weist nur der Bielefelder Angreifer Fabian Klos (23 Mal) einen besseren Wert auf. Seinen Aktionsradius erweiterte Dost dank seiner guten körperlichen Verfassung ebenfalls: Der Torjäger arbeitet heute vermehrt nach hinten mit. Das hat ihm ein Sonderlob seiner Kollegen eingebracht.

          Den Vorwärtsgang gestaltet Dost mit viel Übersicht und großem Behauptungswillen. Er und sein Sturmpartner André Silva (drei Tore und zwei Torvorlagen in der Bundesliga und im DFB-Pokal) harmonieren trefflich. Dazu kommt der trickreiche Spielmacher Daichi Kamada, der mit zwei Torvorlagen gegen Hoffenheim am dritten Spieltag an vorderster Stelle seinen Stellenwert unterstrich. Mit insgesamt 34,5 zurückgelegten Kilometern ist der Japaner bislang der lauffreudigste Eintracht-Akteur. Ausgebremst worden ist vorerst Angreifer Ragnar Ache aufgrund einer leichten Sehnenverletzung auf der Oberschenkelrückseite, die er sich bei der U-21-Nationalmannschaft zugezogen hat. Seine Ausfallzeit hat die Eintracht mit „wenigen Wochen“ angegeben.

          Dost hatte seinen Aufschwung bereits mit drei Bundesliga-Treffern an den letzten vier Spieltagen der Vorsaison eingeleitet. Sie bestärkten ihn darin, nach einer persönlich enttäuschenden Runde in dieser Spielzeit in besserer körperlicher Verfassung zum Angriff überzugehen. Die nächste Möglichkeit, mit einem Treffer seine Bilanz weiter aufzuwerten, bietet sich Dost am kommenden Sonntag (15.30 Uhr im F.A.Z.- Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) in Köln. Dort hatte er am 33. Spieltag den Treffer zum 1:1-Endstand erzielt. Mit einem weiteren Erfolgserlebnis hätte sich für Dost dessen Fleißarbeit abermals ausgezahlt.

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