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Eintracht Frankfurt : Nur im Angriff passt es ordentlich

  • -Aktualisiert am

Hütter gibt sich überzeugt: „An guten Tagen können wir viele Mannschaften schlagen.“ Bild: Reuters

Die Eintracht steht vor einer schweren Aufgabe bei der weiter verstärkten Hertha. Selbst Trainer Hütter glaubt zwar an Wucht und Power seines Teams, erkennt aber Mängel im kreativen Ansatz.

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          Der Respekt vor der Hertha ist groß. „Die Berliner haben ein gutes Team, vor allem in der Offensive. Sie sind mobil und haben einen guten Speed nach vorne.“ Der Frankfurter Trainer Adi Hütter erinnert sich zwar gerne an das 4:1 seiner Eintracht in Berlin, das nur wenige Monate zurückliegt. Aber das Ergebnis der letzten Begegnung sei noch nicht einmal ein gutes Omen für die bevorstehende, die an diesem Freitagabend vor 4000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Dazn) über die Bühne geht. „Es herrschen völlig andere Voraussetzungen“, sagt der Österreicher.

          Bundesliga
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Das gilt schon einmal für die Mannschaftsstärke. Nach Boyatas Platzverweis mussten die Berliner damals in der zweiten Halbzeit mit einer Unterzahl zurechtkommen, was ihnen nicht gelang. Aber auch die Qualität des Hertha-Personals hat sich verbessert. Mit Lukebakio und Cordoba erhielt die mit Piatek und Cunha schon in der Vorsaison nicht schlecht bestellte Abteilung Attacke noch einmal prominente Verstärkung. „Wenn wir solche Lücken lassen wie gegen Bielefeld, wird es schwer“, kündigte Hütter an.

          Auch die Eintracht-Fans wünschen sich klangvolle Namen, wie die Reaktionen auf die Gerüchte um die Rückkehr Luka Jovics bewiesen. Aber die finanzielle Situation lässt das nicht zu, bevor nicht ein Spieler verkauft worden ist. An dieser Tatsache ändert auch nichts, dass die Frankfurter am grünen Tisch einen Sieg errungen haben. Finanzvorstand Oliver Frankenbach bestätigte dieser Zeitung, dass die Eintracht die Streitigkeiten mit West Ham United vor der Fifa beigelegt habe.

          Der englische Premier-League-Klub hatte zwei Raten über je sechs Millionen Euro für die Verpflichtung von Sebastien Haller nicht überwiesen. Die zwölf Millionen Euro sind mittlerweile nachgezahlt. Über die noch ausstehende Summe von weiteren zwölf Millionen Euro sagt Frankenbach: „Die Finanzierung steht vor dem Abschluss, da gibt es eigentlich kein Risiko mehr.“ Der aktuelle Geldfluss hat allerdings keinen Einfluss auf das Transfergeschehen, da die Summe schon lange im Etat verplant ist. Trainer Hütter könnte auch gut damit leben, wenn sich an seinem Kader bis zum Ende der Transferzeit am 5. Oktober nichts mehr verändern würde. „Ich habe grundsätzlich Vertrauen in meine Spieler.“ Was aber nicht heißen würde, den Markt nicht mehr zu beobachten. „Wenn uns etwas in die Arme fällt, dann schauen wir, ob es uns besser macht, und greifen vielleicht zu. Der Kader ist nicht komplett zu.“

          Ein Knipser, immerhin: André Silva
          Ein Knipser, immerhin: André Silva : Bild: AFP

          Hütter blieb zunächst gewohnt defensiv, als er gefragt wurde, wo Verbesserungsbedarf bestünde, wurde dann aber erstaunlich konkret. „An guten Tagen können wir viele Mannschaften schlagen, an nicht so guten gewinnen wir nicht gegen Bielefeld. Wir haben Wucht und Power, aber manchmal fehlt der kreative Ansatz. Gegen tiefstehende Gegner kämen wir dann vielleicht zu mehr Lösungen.“ Das gelte für die Flügel und das Zentrum.

          Bevor aber der Eindruck entstehen konnte, der Trainer wäre mit dem aktuellen Personal unzufrieden, lobte der Österreicher das Potential seines Kaders. Die Mängel gegen Bielefeld seien auch der Vorbereitung geschuldet, die durch das letzte Europa-League-Spiel gegen den FC Basel unterbrochen gewesen war: „Uns fehlte gegen 1860 München und die Arminia noch ein bisschen Frische, die letzte Dynamik, das kann schon bald anders aussehen.“

          Ein Lob zollte Hütter seinen Stürmern Silva und Dost und dessen gute Zusammenarbeit. „Das passt schon sehr ordentlich.“ Was der 50 Jahre alte Vorarlberger am Portugiesen Silva schätzt: „Er braucht nicht viele Chancen, um zu treffen. Von zwei Möglichkeiten macht er gefühlt eine rein.“

          Die meisten seiner Einschussmöglichkeiten eröffnet ihm Dost, über den Hütter sagt: „Er ist auf einem ganz anderen körperlichen Niveau als in der vorigen Saison.“ Gegen Berlin ist dieses Duo gesetzt. Hütters Ankündigung bezieht sich auf andere Positionen. „Ich kann mir vorstellen, dass ein paar andere spielen.“ Kohr und da Costa mussten gegen Bielefeld ihren Platz schon nach 45 Minuten räumen, was alles über den Zufriedenheitsgrad Hütters mit ihnen sagt. Er gehört zu den Fußball-Lehrern, die nach so kurzer Bewährungszeit Spieler nur dann austauschen, wenn sie richtig schlecht gespielt haben. Ilsanker und Chandler stehen bereit.

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