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Eintracht Frankfurt und Mainz 05 : Augen auf im Schlussverkauf

  • -Aktualisiert am

Seltene Momentaufnahme: Rosenthal jubelnd im Eintracht-Trikot – das soll sich ändern. Der Offensivmann wechselt nicht und nimmt einen neuen Anlauf. Bild: picture alliance / dpa

Trainer Schaaf spekuliert zum Ende der Transferperiode auf Schnäppchen für die Eintracht, und Mainzist schon aktiv: Dani Schahin an Freiburg ausgeliehen, Pablo de Blasis im Fokus.

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          So schnell kann es gehen. Am Samstag hat Haris Seferovic sein erstes Bundesligator für die Eintracht erzielt. Am Montagabend verkündete der im Sommer verpflichtete Schweizer, dass er die oberste deutsche Fußball-Liga für sich als Sprungbrett betrachtet. „Ich möchte nach oben kommen, in der Champions League oder dem Europapokal spielen“, sagte der Stürmer in einem Interview mit dem Hessischen Rundfunk. Am liebsten mit den neuen Frankfurter Kollegen: „Alles ist möglich“, behauptete der selbstbewusste Nationalspieler, der anders als manche seiner Mitstreiter zum Saisonstart schon gut in Tritt ist. „Ich habe mein Glück gefunden“, legte sich Seferovic nach einem Monat der Eingewöhnung bereits fest.

          Bis Anfang kommender Woche bleibt den Klub-Verantwortlichen Zeit, das Erscheinungsbild des Kaders zu verändern. Die Transferperiode läuft ausnahmsweise bis Montag, 1. September, um 18 Uhr, weil der letzte Augusttag, an dem üblicherweise die Geschäftemacherei ein Ende findet, diesmal auf einen Sonntag fällt.

          Eintracht will Transferfenster bis zuletzt nutzen

          Dass sich die Eintracht von einem Spieler trennt, scheint eher ausgeschlossen. Trainer Thomas Schaaf betonte, wie sehr er es schätze, über genügend Alternativen im Aufgebot zu verfügen. Und wenn es (finanziell) machbar sei, würde er einen weiteren Mann durchaus gerne in seinem Kreis aufnehmen. „So lange das Fenster offen ist“, sagte der Coach, würden er und Sportdirektor Bruno Hübner im Sommerschlussverkauf prüfen, was möglich sei. Ideen gebe es genug, „da werden wir uns nicht begrenzen“. Namen nannte er keine. Schaaf sagte aber ebenfalls: „Hyperaktiv werden wir nicht agieren.“

          Auch Jan Rosenthal spielt in seinen Planungen weiter eine Rolle. Der Reservist, der seit zwölf Monaten den hohen Erwartungen nach seinem Wechsel aus Freiburg an den Main hinterher läuft, soll entgegen erster Überlegungen nicht abgegeben werden. Der 28-Jährige, der sich zuletzt krankgemeldet hatte, kehrte am Dienstag – so wie der seit Juli an der Leiste verletzte Luca Waldschmidt – auf den Trainingsplatz zurück. Rosenthal will bis zur Winterpause einen weiteren Anlauf nehmen, um sich durchzusetzen und erst dann, sollte auch dieser Versuch scheitern, die Optionen einer vorzeitigen Trennung ausloten.

          Jan Rosental wird wohl bis 2016 bleiben

          Unter Armin Veh, Schaafs Vorgänger, kam seine Integration im Frankfurter Team nur schleppend voran; er kam lediglich auf 18 Einsätze (hauptsächlich als Einwechselspieler) hinterließ bei seinen Auftritten oft den Eindruck, als sei er mit sich und der Fußball-Welt alles andere als zufrieden. Schaaf widmete ihm von seinem ersten Tag an Aufmerksamkeit, suchte das Gespräch mit dem von Kollegen als äußerst sensibel und nachdenklich beschriebenen Profi und setzte ihn in den Vorbereitungsspielen zunächst auch in der Startelf ein.

          Doch schon im Laufe der Vorbereitung deutete sich an, dass Rosenthal keinen Stammplatz würde ergattern können. Aktuell will er sich zu seiner Situation nicht äußern. Hübner sagte dazu: „Jan weiß um seine sportliche Situation und er hat einen bestehenden Vertrag.“ Der ist bis Juni 2016 gültig, und die Eintracht hat sich jüngst nur in Ausnahmefällen (Idrissou, Lakic) zu einer vorzeitige Auflösung der Zusammenarbeit durchringen können.

          Meldet sich bei der Eintracht zurück: Luca Waldschmidt

          Mainz streicht Spieler ohne Wenn und Aber

          Der Ansatz des Mainzer Manager Christian Heidel ist ein wenig anders. Er bekommt Spieler ohne erkennbare Perspektive im Profikader am liebsten umgehend von der Gehaltsliste. So wechselte jüngst der offensive Mittelfeldspieler Chinedu Ede zu Anothosis Famagusta (Zypern), und Mainz bestätigte am Dienstagnachmittag Dani Schahins Abschied zum SC Freiburg. Er wird für eine Saison ausgeliehen, zudem besitzen die Breisgauer eine Kaufoption. Der 25 Jahre alte Angreifer war im vergangenen Sommer vom seinerzeitigen Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf nach Mainz gewechselt. Auch aufgrund einer langwierigen Leistenverletzung kam er auf nur drei Bundesligaeinsätze, Tore erzielte Schahin dabei nicht. Ganz im Gegensatz zu seiner Erstligasaison in Düsseldorf, als er mit acht Treffern erfolgreichster Torschütze seines Teams war.

          Verlässt Mainz 05: Dani Schahin

          Ein anderer, allerdings schwer zu veräußernder Profi ohne Zukunft bei Mainz ist Nikita Rukavytsya. Einst für knapp eine Million Euro von Hertha BSC geholt, gelang es dem stürmischen Australier nicht, bei den Rheinhessen zu überzeugen. Zuletzt war der schnelle, aber technisch weniger begabte Rukavytsya an den FSV Frankfurt ausgeliehen. Auch ihn wäre Heidel noch gerne los.

          Kommen soll dagegen der 26 Jahre alte Argentinier Pablo de Blasis. Der Angreifer spielt momentan für den griechischen Klub Asteras Tripolis, gegen den die Mainzer in der Europa-League-Qualifikation ausgeschieden sind. Laut der griechischen Zeitung „Gazzetta“ sollen sich die Vereine über eine Vertragslaufzeit von drei Jahren und einen Ablösebetrag in Höhe von 2,5 Millionen Euro schon verständigt haben. De Blasis soll den Medizin-Check in Mainz absolviert haben, was die 05er aber (noch) nicht bestätigen wollten. Der Transfer soll dem Vernehmen nach erst im Anschluss an das Europa-League-Rückspiel von Tripolis bei Maccabi Tel Aviv an diesem Donnerstag vollzogen werden.

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