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Eintracht nach Transferperiode : „Jetzt ist Spiel, Spiel, Spiel angesagt“

Auf Wiedersehen: Hrustic geht, Jakic bleibt. Bild: Jan Huebner

Ajdin Hrustic verlässt die Eintracht am letzten Transfertag. Ansonsten geht der Frankfurter Kader unverändert in zehn englische Wochen. Oliver Glasner blickt einer „intensiven Phase“ entgegen.

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          Das war es dann mit dem Sommerschlussverkauf. In diesem Jahr gab es bis einschließlich 1. September die Möglichkeit, ein letztes Mal am Kader zu basteln. Die Eintracht hat sich dahin gehend noch einmal engagiert, indem sie sich von Ajdin Hrustic getrennt hat.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Wie schon vor Tagen angedeutet, wurde am Donnerstag der Wechsel zu Hellas Verona in die Serie A perfekt gemacht. Der Australier mit bosnischen Wurzeln wäre vertraglich noch für eine weitere Spielzeit an die Frankfurter Eintracht gebunden.

          „Stets in den Dienst der Mannschaft gestellt“

          Doch schon länger war klar, dass der 26 Jahre alte Mittelfeldspieler keine sportliche Perspektive im Kader des Europa-League-Siegers Eintracht hat. „Ajdin Hrustic hat sich vor allem in der vergangenen Saison stets in den Dienst der Mannschaft gestellt und sich trotz geringer Einsatzzeiten vorbildlich verhalten“, ließ sich Sportvorstand Markus Krösche in einer Vereinsmitteilung zitieren.

          Bundesliga

          „Im Europa-League-Finale hatte er mit dem verwandelten Elfmeter seinen Anteil am Titelgewinn. Seinem Wunsch, regelmäßig Spielpraxis zu erhalten, kommen wir mit dem Transfer nach.“ Auf nach Italien. Für Hrustic, im Sommer 2020 vom FC Groningen zur Eintracht nach Deutschland gewechselt, geht die Reise um die Welt also weiter.

          Auf 40 Pflichtspieleinsätze hat er es im Eintracht-Dress gebracht und dabei drei Tore erzielt. Sein vielleicht bestes Spiel machte er Anfang Februar, als er beim Sieg gegen den VfB Stuttgart zwei Treffer beisteuerte.

          Neuzugänge mit Luft nach oben

          Personell hat sich bei der Eintracht in den vergangenen Wochen einiges getan. Der für das spielende Personal verantwortliche Vorstand Krösche hat beherzt zugegriffen – und dabei nicht immer ein glückliches Händchen gehabt.

          Jens Petter Hauge beispielsweise, vom AC Mailand gekommen, wurde nach einem Leihgeschäft für zehn Millionen Euro fest verpflichtet – und sogleich für ein Jahr an KAA Gent weiterverliehen. Lucas Alario, für sechs Millionen Euro aus Leverkusen nach Frankfurt gewechselt, hat bislang die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllt.

          Hrvoje Smolcic (HNK Rijeka/2,5 Millionen Euro) und Jerome Onguene (RB Salzburg) sind bislang so gut wie nicht in Erscheinung getreten, Aurelio Buta, ebenso wie Onguene ablösefrei gekommen, ist seit Monaten verletzt.

          Bundesliga

          Kristijan Jakic, nach einem Leihgeschäft fest für 3,5 Millionen Euro verpflichtet, spielt derzeit in den Planungen von Trainer Oliver Glasner eine hervorgehobene Rolle auf einem Posten, der dem Kroaten eigentlich nicht liegt: Rechtsverteidiger.

          „Das ist jetzt eine intensive Phase“

          Sehr wahrscheinlich wird Jakic auch an diesem Samstag, wenn sich im Kerngeschäft Bundesliga Tabellennachbar RB Leipzig zum Topspiel in der ausverkauften Frankfurter Arena vorstellt (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky), auf dem ungewohnten Außenposten spielen.

          Die Partie gegen die Sachsen bildet für die Eintracht den Auftakt zu zehn englischen Wochen. „Das ist jetzt eine intensive Phase. Das zehrt“, sagte Trainer Glasner. „Jetzt ist Spiel, Spiel, Spiel angesagt.“

          Am Samstag gegen Leipzig, am Mittwoch gegen Sporting Lissabon in der Gruppenphase der Champions League und dann am Samstag in der Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg: „Wir gehen in jedes Spiel, um es zu gewinnen“, sagte Glasner zum Anspruch seiner Mannschaft, der eine Selbstverständlichkeit ist.

          Der Trainer ist zufrieden

          Um Spiele zu gewinnen, braucht es Strategen und Profis mit Weitblick und Übersicht. Spieler vom Schlage eines Mario Götze, den die Eintracht-Verantwortlichen um Manager Krösche und Coach Glasner von einem Wechsel von Eindhoven nach Frankfurt überzeugen konnten.

          Vor allem das Label Champions League hat bei dem Transfer als Katalysator gewirkt. Bei der Eintracht hofft man, dass der 30 Jahre alte Götze seinem ersten Volltreffer beim 4:3-Spektakel in Bremen weitere folgen lässt.

          „Ich habe 21 Feldspieler im Kader“, sagte Glasner am Donnerstag. „Ihnen allen gilt meine volle Aufmerksamkeit. Ich freue mich auf die Champions-League-Saison und habe absolut keinen Anlass, Trübsal zu blasen.“ Der Bundesligastart verlief zwar holprig, und noch immer hat die Eintracht kein Heimspiel gewonnen.

          „Doch wir alle wollen immer das Beste für Eintracht Frankfurt rausholen“, sagte Glasner und sprach von einer „historischen Saison“. Für die vielfältigen Aufgaben, die auf die Mannschaft warten, sieht der Coach sein Team gerüstet. „Die Stimmung ist seit Wochen gelöst. Wir haben einen guten Spirit. Es sind tolle Jungs und tolle Charaktere.“

          „Tolle Mannschaft, tolle Spieler, toller Trainer“

          Nun also die Tempo- und Powerfußballer von RB Leipzig. Vor der großartigen Sturmreihe mit Timo Werner, Christopher Nkunku und André Silva – zwei aus dem Trio spielen im taktischen System von Trainer Domenico Tedesco – hat Glasner mächtig Respekt. Generell geriet der österreichische Fußballlehrer beim Blick auf den kommenden Gegner geradezu ins Schwärmen. „Tolle Mannschaft, tolle Spieler, toller Trainer.“

          Ein Spieler, der sich schnell in der neuen Frankfurter Umgebung zurechtfindet, ist Randal Kolo Muani. Sein Wechsel vom FC Nantes in die Bundesliga hat sich bislang als Volltreffer erwiesen. Die Art und Weise, wie er beim 4:3 in Bremen zum Abschluss eines couragierten Solos ein Tor erzielte, weckt Begehrlichkeiten. Nicht Rafael Borré, sondern Muani ist derzeit erste Wahl in der Offensive.

          Wenn die Eintracht eine Chance gegen RB haben will, muss Muani ein weiteres Mal in prächtiger Verfassung sein. Glasner zählt auf den Franzosen – und ist froh, dass der Sommerschlussverkauf endlich beendet ist. Für den Zeitvertreib am Abend hatte der Eintracht-Trainer auch schon einen festen Plan: „Ich bestelle mir einen Bembel.“

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