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Eintracht Frankfurt : Skibbe hat ein Luxusproblem

  • -Aktualisiert am

Chefsache: Kapitän Ioannis Amanatidis hat seinen Platz nicht sicher Bild: F.A.Z. - Wolfgang Eilmes

Wann hat es das zuletzt gegeben? Die Eintracht hat so viele gesunde Spieler, dass der Kampf um einen Platz in der Startelf so hart wird wie lange nicht mehr.

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          Die Verletztenmisere bei der Frankfurter Eintracht war im vergangenen Jahr eine Geschichte mit vielen Fortsetzungen. Und auch zu Beginn dieser Saison schien die Arbeit des neuen Trainers Michael Skibbe unter den gleichen Problemen zu leiden wie die seines Vorgängers Friedhelm Funkel. Doch jetzt, ein paar Tage vor dem ersten Pflichtspiel der Saison, dem Pokalderby bei den Offenbacher Kickers am Sonntag, hat sich das Lazarett geleert. Skibbe hat im Grunde für alle Positionen in der Mannschaft Alternativen. Also das, was gemeinhin als Qual der Wahl bezeichnet wird. Er selbst kann in der freien Auswahl natürlich keine Qual erkennen. „Ich bin einfach froh, dass die Spieler zurückgekehrt sind“, sagt er.

          Oft hatten sich in der Vergangenheit die Zahl der gesunden Spieler mit der der Verletzten die Waage gehalten. Mannschaftsarzt Dr.Christoph Seeger beeinflusste mit seinem medizinischen Urteil immer wieder die Aufstellung. Das ist in diesen Tagen anders. Es sind nur vier Spieler aus dem dreißig Mann starken Aufgebot, die in Offenbach definitiv ausfallen: Christoph Preuß, der für seinen Comebackversuch noch einige Zeit brauchen wird. Dazu die Torhüter Jan Zimmermann und Ralf Fährmann, der nach seinem Handbruch aber als Feldspieler wieder mit den Kollegen trainieren kann. Und schließlich Zlatan Bajramovic, der nach einer vierten Operation an seinem großen Zeh immerhin „endlich ein richtig gutes Gefühl“ hat.

          Gedränge im Mittelfeld

          Alle anderen Spieler stehen im Training und sind einsatzfähig. Und so kann Skibbe wählen. Im Tor zum Beispiel zwischen Oka Nikolov und Markus Pröll. Da hat er sich schon für Nikolov entschieden. Patrick Ochs und Christoph Spycher sind ebenfalls gesetzt, ihre Vertreter sind Sebastian Jung und Nikola Petkovic. In der Innenverteidigung gibt es mit Maik Franz, Marco Russ, Aleksandar Vasoski, Chris und Habib Bellaid fünf Kandidaten für zwei Positionen. Dabei ist der Brasilianer Chris der einzige Spieler, hinter dessen Zustand aktuell noch ein kleines Fragezeichen steht. Am Dienstag hat der 30 Jahre alte Profi nach zwei Wochen Pause wegen Rückenproblemen wieder mit der Mannschaft trainiert. „Ohne Probleme“, wie er selbst sagt. Doch die Belastung des Privatspiels am Abend wollte der Trainer Chris noch nicht zumuten. Und auch in Offenbach sei ein Einsatz nicht ausgeschlossen, aber „eher unwahrscheinlich“. Und so werden Franz und Russ wohl das Abwehrzentrum bilden.

          Das dichteste Gedränge herrscht derweil im Mittelfeld der Frankfurter. Die beiden Neuzugänge Selim Teber und Pirmin Schwegler, der Brasilianer Caio und Benjamin Köhler scheinen erste Wahl zu sein. Ihnen sitzen mit Markus Steinhöfer, Mehdi Mahdavikia, Faton Toski und Ümit Korkmaz aber ehrgeizige Konkurrenten im Nacken. Mit besonderer Spannung wird auch die Entscheidung des Trainers für den Angriff erwartet. Alexander Meier habe sich zuletzt mit drei Toren bei 5:0 gegen Kärnten und mit einem Treffer beim 2:0 in Kaiserslautern „nach vorne gespielt“, sagt Skibbe. Meier wird also wohl spielen. Aber mit welchem Partner?

          Nikos Liberopoulos war wegen Verletzungen der Konkurrenten lange Nebenmann von Meier. Doch inzwischen sind Ioannis Amanatidis und Martin Fenin zurückgekehrt. Bei diesem Dreikampf hat Skibbe tatsächlich die Qual der Wahl – zwischen dem erfahrenen Griechen Liberopoulos, der in den Privatspielen zuletzt wenig Treffsicherheit zeigte, dem in Bestform unverzichtbaren Amanatidis, der aber nach langer Pause erst wieder den Spielrhythmus finden muss, und dem dynamischen Fenin, der gerade für das Spiel in Offenbach der richtige Mann sein könnte.

          Da mit Marcel Heller, Juvhel Tsoumou, Marcos Alvarez und Cenk Tosun vier weitere junge Spieler dahinter lauern, wird die Zusammensetzung des Angriffs für Skibbe aktuell zum Luxusproblem. Und so wird es in den nächsten Tagen nicht nur Kämpfe um einen Platz in der Startelf geben, sondern sogar Kämpfe um einen Platz im achtzehn Spieler umfassenden Aufgebot.

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