https://www.faz.net/-gtl-s00k

Eintracht Frankfurt : Nikolov bleibt Funkels erste Wahl

Zwei, die einander schätzen gelernt haben Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Die Torhüterfrage, die sich für Insider eigentlich gar nicht gestellt hat, ist spätestens seit Freitag entschieden. Wie nicht anders zu erwarten, hat sich Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel dazu entschlossen, Oka Nikolov auch weiterhin das Vertrauen zu schenken.

          2 Min.

          Die Torhüterfrage, die sich für Insider eigentlich gar nicht gestellt hat, ist spätestens seit Freitag entschieden. Wie nicht anders zu erwarten, hat sich Trainer Friedhelm Funkel dazu entschlossen, Oka Nikolov weiterhin das Vertrauen auszusprechen und ihn damit beauftragt, auch zukünftig als Stammkraft der Frankfurter Eintracht haltend seiner Arbeit nachzugehen. In der Hinrunde der Fußball-Bundesliga hat der mittlerweile 31 Jahre alte Tormann 13 Spiele unter erstklassigen Vorzeichen absolviert; in der Rückrunde strebt der gebürtige Mazedonier eine nicht minder große Zahl an.

          In der für ihn typischen, stoisch anmutenden Art, sagte Nikolov am Freitag nach der Trainingseinheit auf dem Kunstrasenplatz von Neu-Isenburg-Zeppelinheim gänzlich unaufgeregt: "Ich bin davon ausgegangen." Sein Vorgesetzter Cheftrainer Funkel holte da schon etwas mehr aus. "Oka hat seine Sache bislang gut gemacht. Er hat der Mannschaft Ruhe gegeben." Und Stabilität, denn mit aktuell 27 Gegentoren in 17 Spielen befindet sich die Eintracht, ganz ihrem zehnten Tabellenplatz entsprechend, im mittleren Drittel. "Es gab und gibt keinen Grund, einen Wechsel vorzunehmen", führte Funkel als Begründung an, auch in der Rückrunde auf den Status quo zu setzen und dem Mann zu vertrauen, der im aktuellen Kader als personifizierte Eintracht gilt. Nikolov, man höre und staune, steht in seinem 15. Jahr bei den Frankfurtern unter Vertrag. Gelebte Harmonie und Treue des Familienvaters, der sich noch jüngst während des Trainingslagers in Portugal optimistisch gezeigt hatte, bei Funkel erste Wahl zu bleiben.

          Pröll als fairer Widersacher

          Herausforderer Markus Pröll, in den ersten beiden Saisonspielen gegen Leverkusen und Berlin Spitzenkraft im Tor der Eintracht, dann aber wegen seiner komplizierten und langwierigen Ellbogenverletzung monatelang ausgefallen, nahm das Urteil wie erwartet sportlich fair auf. "Ich habe alles gegeben, was ich geben konnte. Ich werde auch zukünftig weiter hart an mir arbeiten. Diese Entscheidung muß ich wegstecken, ich lasse mich aber nicht unterkriegen." An der portugiesischen Algarveküste, an der Nikolov, Pröll und Nachwuchsmann Jan Zimmermann von Torwarttrainer Andreas Menger eine Woche lang gefordert und gefördert wurden, hatte Widersacher Pröll respektvoll gesagt, "daß Oka seine Chance bekommen und daß er seine Sache ordentlich gemacht hat". Argumente, denen sich letztlich auch Trainer Friedhelm Funkel nicht verschließen konnte.

          Nikolov weiß, daß Funkels Votum nicht in Stein gemeißelt ist. Doch der in Erbach im Odenwald aufgewachsene Eintracht-Profi weiß auch, daß ihm diese Entscheidung weitere Sicherheit für die kommenden Prüfungen geben wird. Nach etlichen Höhen und Tiefen, die er in den vergangenen Jahren durchgemacht hat, scheint nun auch für Nikolov das ungeschriebene Torhütergesetz zuzutreffen: Je älter, desto besser. Zum Vergleich: Pröll ist 26, Zimmermann 20. Keine Frage: Der auf der Linie starke Nikolov hat spürbar an Reife und Souveränität gewonnen, auch außerhalb des Fußballplatzes. Ihm ist ein in der Tat bemerkenswertes Comeback geglückt.

          Testspiel in Koblenz abgesagt

          Kein Comeback wird es an diesem Samstag mit den Regionalligaspielern des TuS Koblenz geben. Wie schon vor dem Saisonstart wollte die Eintracht auch jetzt die Chance nutzen, einen Härtetest im Koblenzer Stadion Oberwerth zu absolvieren. Doch die für diesen Samstag geplante Partie ist wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt worden. Statt dessen bittet Funkel seine Mannschaft binnen Tagesfrist ein zweites Mal nach Zeppelinheim, ehe am kommenden Mittwoch ein wirklicher Härtetest ansteht: das Pokalspiel bei den Münchner "Löwen". Mit Nikolov im Tor.

          Weitere Themen

          „Derzeit planen alle nur auf Sicht“

          Abschied von Stephan Pauly : „Derzeit planen alle nur auf Sicht“

          Stephan Pauly, der zum 1. Juli nach Wien wechselt, blickt auf achteinhalb erfolgreiche Jahre als Intendant der Alten Oper in Frankfurt zurück. Nicht nur Großprojekte wie „One Day in Life“ werden in Erinnerung bleiben.

          Topmeldungen

          Unruhen wegen George Floyd : Ausgangssperre in Los Angeles

          Die Gewalt in Amerika eskaliert. In Detroit wird ein Demonstrant erschossen, in Oakland ein Polizist. Minnesotas Gouverneur entschließt sich zu einem einmaligen Schritt – und Trump gießt weiter Öl ins Feuer. Er beschuldigt linke Gruppen, hinter den Unruhen zu stecken.
          Der Start am Weltraumbahnhof in Florida

          Cape Canaveral : Erste bemannte SpaceX-Rakete erfolgreich gestartet

          Es ist der erste bemannte Weltraumflug Amerikas seit neun Jahren – die Privatfirma SpaceX hat ihre Crew-Dragon-Kapsel ins All geschickt. Der erfolgreiche Start der zweistufigen Rakete bedeutet eine grundsätzliche Abkehr von der Art und Weise, mit der Astronauten bisher in den Orbit befördert werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.