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Eintracht Frankfurt : Spirit und Herz

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Wegmarke nach Europa?: Marco Russ weiß, wie man weiterkommt - mit Geschlossenheit. Bild: Jan Huebner

Das sind für Marco Russ die Tugenden, die die Eintracht reif für Europa machen. Der Blick geht nach oben.

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          Das sind tolle Perspektiven. Und atemraubende Ansagen. Am Dienstag, zum Start in die neue Trainingswoche bei Eintracht Frankfurt, gab Defensivspieler Marco Russ forsch die „Vizemeisterschaft“ als neues Ziel aus. Und damit nicht genug: Sollten sich die Hessen tatsächlich für die Champions League qualifizieren, sagte der 32-Jährige, würden sie sich in der neuen Bundesliga-Saison zum „Bayern-Jäger Nummer eins“ erklären. Wirklich? Nein, Russ, das Schlitzohr, erlaubte sich einen schönen Spaß.

          Aber die Blickrichtung geht als aktueller Tabellenvierter jetzt schon nach oben, Russ („Der Klassenverbleib ist safe“) kündigte an, dass die Frankfurter nach der Rückkehr ihrer Nationalspieler noch in dieser Woche durch Trainer Niko Kovac ein neues Ziel für die Restspielzeit ausgeben werden. Dabei ist sich der Innenverteidiger mit seinem Vorgesetzten einig. „Wir sollten es schon so sehen, dass jedes Spiel ein Endspiel ist“, sagte Russ. „Wir sollten so viele Punkte wie möglich sammeln, um unseren Platz zu verteidigen. Es ist doch klar, dass wir nicht Achter oder Neunter werden wollen, dann wäre die harte Arbeit umsonst.“

          Europa im Visier

          Die Kampfansage fußt auf einem starken Fundament und der Überzeugung, zusammen Großes schaffen zu können. Stürmer Alexander Meier und Russ sind die dienstältesten Eintracht-Profis, aber der Abwehrspieler kann sich in Frankfurt an keine Mannschaft erinnern, die vom Zusammenhalt her stärker gewesen sei. „In der Kabine haben wir echt ein super Miteinander“, sagte er. „Von den Charakteren her passt es einfach zusammen.“ Doppelt hält besser: „Unsere große Stärke ist der Spirit in der Kabine und das Herz auf dem Platz.“ 45 Punkte aus 27 Spielen sind bereits zusammengekommen, der Vorsprung auf den siebten Tabellenplatz, der zur Teilnahme am internationalen Geschäft reichen könnte, beträgt momentan sechs Punkte.

          Auswärtsspiel in Bremen als nächste Aufgabe

          „Überall ist die Tabelle zu sehen, und wir können sie ja auch lesen“, sagte Russ. „Es ist eng, doch wir sehen auch die Riesenchance, die wir haben. Wenn wir unseren guten Punkteschnitt halten und weiter ans Limit gehen, ist einiges möglich.“ Sieben Partien muss die Eintracht auf dem angestrebten Weg nach Europa noch erfolgreich bewältigen, die nächste Aufgabe führt sie am Ostersonntag (15.30 Uhr) nach Bremen. „Es wird Zeit, auswärts mal wieder zu punkten“, sagt Russ. „Aber es wird sehr schwer, Werder ist heim-, zweikampf und laufstark.“

          Russ selbst, der vor gut einem Jahr nach seiner Krebserkrankung sein Comeback gefeiert hatte und alle vier Monate zur Kontrolluntersuchung muss, fühlt sich bärenstark. „Dank des Trainers bin ich in Topform.“ Die aufwendigen Auftritte beweisen es. Durch die harten Trainingseinheiten sei die Eintracht im Schnitt immer die läuferisch bessere Mannschaft. „Jetzt, wo es für uns alle ans Eingemachte geht, ist das wichtig“, betonte Russ. „Wir sind in der Lage, 90 Minuten zu gehen.“ Seine Ruhepausen, bedingt durch die Rotation in der Frankfurter Abwehr, stören ihn nicht. Aufgrund der Wechsel in der Hintermannschaft müsse „jeder schon im Training ans Limit gehen“.

          Russ erinnert sich noch an die Zeiten unter den Trainern Armin Veh und Michael Skibbe, „da war klar, dass ich von 34 Spielen 31 oder 32 machen werde. Das war auch nicht gut, da hatte die Breite im Kader gefehlt“, sagte Russ. Einen vorzeitigen Weggang von Kovac, der mit Bayern München und Borussia Dortmund in Verbindung gebracht wird, in diesem Sommer würde er „definitiv bedauern. Er leistet hier großartige Arbeit. Und Niko Kovac weiß um sein Standing und sein Mitspracherecht hier.“ Gute Perspektiven in Frankfurt also auch für den Frankfurter Erfolgsgaranten.

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