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Eintracht Frankfurt : Leicht angeschlagen, aber fit für den Schlußspurt

Noch bevor der Ball so richtig ins Spiel kam, trotteten zwei Eintracht-Profis schon wieder zurück Richtung Umkleidekabine. Ende eines Arbeitstages, den sich Andree Wiedener und Torben Hoffmann eigentlich ganz anders vorgestellt hatten.

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          Noch bevor der Ball so richtig ins Spiel kam, trotteten zwei Eintracht-Profis schon wieder zurück Richtung Umkleidekabine. Ende eines Arbeitstages, den sich Andree Wiedener und Torben Hoffmann eigentlich ganz anders vorgestellt hatten. Aktiv mitmachen wollten sie bei der ersten Übungseinheit nach dem jüngsten Zweitliga-Coup. Doch Muskeln und Gelenke spielten den beiden einen Streich. Wiedener plagte sich auch drei Tage nach dem 2:0 gegen Eintracht Trier mit Knieproblemen, und Hoffmann verspürte am Montag morgen Schmerzen an den Adduktoren. Wie so etwas passieren kann? "Ich weiß es nicht", sagte Friedhelm Funkel leicht erregt. "Urplötzlich", so der Trainer des Tabellendritten, seien die Probleme bei Hoffmann aufgetreten. Eine Prognose, ob der Verteidiger bis Freitag, bis zum schweren Auswärtsspiel bei Aufsteiger Rot-Weiß Erfurt wieder einsatzfähig wird, wollte Funkel nicht abgeben. "Fragen sie den Spieler." Der erwiderte: "Bis Freitag kriege ich das schon hin."

          Selbst wenn sich die beiden neuen Verletzungsfälle Wiedener und Hoffmann wieder einpendeln und bis spätestens am Abreisetag Donnerstag Einsatzbereitschaft signalisieren: Das aktuelle ärztliche Bulletin vom Montag sieht für die weiteren Personalplanungen nicht sonderlich gut aus. Funkels neue Baustelle: Das gesamte defensive Mittelfeld ist dem Aufstiegsmacher zweitklassiger Fußballvereine weggebrochen. Die Reise nach Thüringen in das Steigerwaldstadion wird zu einem Ausflug mit vielen Unwägbarkeiten. Alexander Schur fällt wegen seines Kreuzbandrisses mehrere Monate aus. Christian Lenze liegt mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus, und sein Trainer geht davon aus, "daß er in dieser Saison wohl nicht mehr spielen kann". Jermaine Jones, der neue Ballverteiler im Mittelfeld, ist wegen der fünften Gelben Karte gesperrt. Und auch der Brasilianer Chris muß wegen der fünften Verwarnung pausieren.

          Was all diese Ausfälle zu bedeuten haben? Daniyel Cimen in jedem Fall und Markus Husterer sehr wahrscheinlich können sich auf einen Einsatz freuen. Vielleicht auch noch Stefan Lexa, der seit Wochen in den Planungen von Trainer Funkel keine dominante Rolle spielt und sogar zweimal bei den Amateuren in der Oberliga am Ball gewesen ist. Funkel sagt zwar: "Ich weiß wirklich nicht, wer mir am Freitag zur Verfügung steht." Doch auch für die Partie bei den abstiegsbedrohten Thüringern, die dringend einen Heimsieg benötigen, wird Funkel wie in all den vorangegangenen Spielen auch die elf Auserwählten seines Vertrauens finden. "Ich bin mir aber absolut sicher, daß wir auch trotz der bisherigen Ausfälle eine Chance haben und in Erfurt bestehen können."

          Daß sich Funkel nach eigenem Bekunden "überhaupt nicht für die Ergebnisse der anderen" interessiert, sei einmal dahingestellt. Fakt ist: Am Sonntag war er gemeinsam mit seinem Bruder Wolfgang Augenzeuge des 0:0 der Münchner "Löwen" bei Rot-Weiß Oberhausen. Eine Dienstfahrt nach Cottbus beispielsweise, wo sich mit Energie und dem MSV Duisburg gleich zwei kommende Eintracht-Gegner gegenüberstanden, kam für den Rheinländer Funkel nicht in Frage. "Cottbus haben wir in dieser Saison bestimmt schon zwanzig Mal beobachten lassen. Und Duisburg brauche ich mir überhaupt nicht anzugucken. Die kenne ich aus dem Eff-Eff."

          Auch seine eigene Mannschaft kennt Funkel natürlich aus dem Eff-Eff. Und weil es bis zum Saisonfinale wirklich nur noch überschaubare vier Wochen sind, will der Eintracht-Trainer seine Profis nicht mehr so intensiv wie sonst üblich belasten. "Täglich eine Einheit, in der wir zwanzig Minuten richtig Gas geben, das reicht", findet Funkel. "Wir sind schließlich Vollprofis. Die Mannschaft ist topfit."

          Wie fit sie im Schlußspurt ist, vor allem, mit welchem Personal sie am Freitag in Erfurt den dritten Tabellenplatz verteidigen will: Das sind die herausragenden Fragen im zu Ende gehenden Erfolgsmonat April.

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