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Eintracht Frankfurt : Mit Training Geld verdienen

Es geht aufwärts: Die Eintracht hat Abu Dhabi als Trainingsdomizil schon in den vergangenen beiden Jahren kennengelernt. Bild: Heiko Rhode

Zum dritten Mal schlägt Eintracht Frankfurt das Trainingslager in Abu Dhabi auf. Dort geht es allerdings nicht nur um Sport, sondern auch ums Finanzielle.

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          Arbeiten, wo andere Urlaub machen: Eintracht Frankfurt hat am Dienstag mit einem 45 Mann starken Tross dem meteorologischen Winter in Hessen den Rücken gekehrt und wird sich bis auf weiteres in der Sonne Arabiens auf die Bundesliga-Rückrunde vorbereiten. Viel Zeit, die Annehmlichkeiten rund um ihre Nobelherberge in Abu Dhabi auszukosten, bleibt dabei nicht. Der Terminplan ist voll mit täglich mindestens zwei Übungseinheiten auf dem Platz, Krafttraining, Testspielen und Empfängen lokaler Gastgeber. Für Trainer Thomas Schaaf wird es der erste Dienstausflug in den Nahen Osten zur Winterpause sein. Während seiner vorherigen Zeit bei Werder Bremen zog es ihn mit seinen Mannschaften am liebsten an die türkische Riviera rund um den Ferienort Belek, wo sich auch in diesen Tagen die meisten deutschen Erstliga-Teams auf die zweite Saisonhälfte vorbereiten.

          „Wir werden fleißig sein“

          Die Eintracht geht seit 2013 andere Wege. „Ich will dahin, wo es gute Bedingungen gibt“, sagte Schaaf vor der Abreise, „und die habe ich in Abu Dhabi.“ Es gebe „einiges zu tun“ fern der Heimat, meinte der 53 Jahre alte Trainer, jede Pause im Spielbetrieb bringe eine „Störung rein“, doch das bereite ihm keine Sorgen, „denn es ist die Normalität“. Er kündigte an: „Wir werden fleißig sein.“ Axel Hellmann findet, der Klub habe mit dem dritten Aufenthalt am Persischen Golf eine erstklassige Wahl getroffen. Die Voraussetzungen, sich bei angenehmem Klima die Grundlagen für kommende sportliche Erfolgserlebnisse zu erarbeiten, seien „optimal“, meint das Vorstandsmitglied der Eintracht Frankfurt Fußball AG. Er ist die treibende Kraft hinter der Reise, die, wie er einräumt, auf den ersten Blick „nicht gerade günstig“ sei. Nach Schätzungen, die der Verein nicht bestätigte, sollen sich die Kosten für den Trip auf rund 200.000 Euro belaufen.

          Doch es lohne sich, betonte Hellmann, die Konditionen genauer zu betrachten – sie versprächen dem Verein sowohl kurzfristige finanzielle Vorteile als auch lukrative wirtschaftliche Perspektiven. Hellmann spricht von einer „gewachsenen Beziehung“, die in den zurückliegenden Jahren entstanden sei und künftig weiter ausgebaut werden solle. „Erstmals in der Geschichte von Eintracht Frankfurt gelingt es uns diesmal, mit einem Winter-Trainingslager eine sechsstellige Summe zu refinanzieren.“

          Testspiele lassen sich vermarkten

          Grundlage dafür sei die Partnerschaft mit vier Unternehmen vor Ort. Dadurch erhält die Eintracht unter anderem eine Aufwandsentschädigung für ihre beiden Testspiele, die sie an diesem Donnerstag gegen den Hamburger SV und am Sonntag gegen Al Ain FC austrägt (beide 17 Uhr, MEZ) und eigenständig vermarkten kann; die Begegnung mit den Hanseaten überträgt der Hessische Rundfunk live. Al Ain FC ist neunmaliger Meister der Premier Division, der höchsten Fußballliga der Vereinigten Arabischen Emirate, und Sieger der asiatischen Champions League (2003). Er befindet sich im Besitz der Al Ain Investment Company, die neben weltweiten Öl- und Kapitalgeschäften auch zahlreiche gigantisch anmutende Immobilienprojekte verfolgt, mit denen sie den Ausbau der Oasenstadt Al Ain zu einer Geschäftsmetropole im Orient vorantreibt.

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