https://www.faz.net/-gtl-7yj9i

Eintracht Frankfurt : Mit Training Geld verdienen

Aufenthalte von international bekannten Sportlern, besonders aus dem Fußballbusiness, sind für die Investoren gute (Marketing-) Gelegenheiten, um ihre Konzepte zu befördern. Der Al Ain Investment Company gehört auch das neu errichtete „Hazza-Bin-Zayed“-Stadion, in dem der Verein vor bis zu 10000 Fans künftig seine Heimspiele veranstaltet. Zur Übereinkunft mit der Eintracht gehört eine Vereinbarung, dass die Araber von den Frankfurtern Anschauungsunterricht erhalten, wie eine moderne Arena gemanagt wird; zuletzt waren sie dafür im vergangenen Jahr zum Europa-League-Spiel gegen Porto und in der Bundesliga-Partie gegen den FC Bayern mit einer Delegation anwesend.

Treibende Kräfte: Axel Hellmann und Bruno Hübner in Abu Dhabi
Treibende Kräfte: Axel Hellmann und Bruno Hübner in Abu Dhabi : Bild: Heiko Rhode

„Unser Know-how wird vergütet“, sagte Hellmann. Außerdem schloss die Eintracht eine Kooperation mit der Daman Group ab, die in den Emiraten als größter privater Krankenversicherer die Frankfurter Fußballspieler in ihre Gesundheitskampagne „Super 11“ einspannen will, die den sparsameren Umgang mit Zucker zum Ziel hat. Weitere Unterstützung, finanziell und logistisch, kommt von Abu Dhabi Tourismus sowie der Niederlassung der BHF Bank; das Geldhaus, das zu den „Freunden der Eintracht“ zählt und Anteile an der AG hält, besitzt laut Hellmann in den Emiraten „beachtliche Interessen und ist gut verdrahtet“. Zwei seiner Mitarbeiter sind für die Betreuung des Teams und der Betreuer abgestellt. „Alles in allem sind wir gut aufgestellt“, sagt Hellmann, der nach seinem Einstieg 2012 einen Mitarbeiter für das Aufgabengebiet „Internationale Kontakte“ einstellte. „Und in Zukunft wollen wir noch weiter kommen.“

Dafür sucht der Klub auf seine Initiative hin noch stärker den Kontakt zu den „gesellschaftlich und politisch relevanten Kräften“, wie er es formulierte. Auch deswegen gehören zur Gruppe mit Charly Körbel und Oka Nikolov zwei Klub-Idole, die in Hotels und Schulen Trainingscamps für einheimische Kinder organisieren – und den Ruf der Eintracht und des deutschen Fußballcamps mehren sollen. Noch gilt das Hauptaugenmerk der Fans in den Emiraten der englischen Premier League – besonders Manchester City, das im Besitz von Scheich Mansour Bin Zayed Al Nahyan ist, einem Mitglied der Herrscherfamilie von Abu Dhabi. Der Klub wird Mitte kommender Woche mit großer Entourage, wenn die Eintracht nach Hause zurückkehrt, im selben Fünf-Sterne-Hotel logieren. Doch die Bundesliga erfreut sich wachsender Beliebtheit. Durch das deutsche Champions-League-Finale zwischen den Bayern und Dortmund 2013 und den WM-Titel der Nationalelf 2014 „ist die Beachtung noch einmal spürbar gewachsen“, sagte Hellmann.

Das Interesse spiegelt sich auch im neuen Fernsehvertrag, den die Deutsche Fußball Liga mit dem qatarischen Sender „beIN sports“ schloss und der dem Vernehmen nach 50 Millionen Euro einbringen soll – jährlich. Hellmann verfolgt gegenwärtig die Strategie, das wirtschaftliche Wachstum der Eintracht durch Kontakte außerhalb der Landesgrenzen voranzutreiben. „Wir befinden uns in einer Stadt mit dem größten Flughafen Deutschlands. Das macht uns international attraktiver als zum Beispiel den 1. FC Köln, Hannover 96 oder den Hamburger SV.“ Dies sei besonders in Gesprächen mit Sponsoring-Interessenten aus dem arabischen Raum zu spüren. Hellmann spricht von einigen Türen, die sich geöffnet hätten „und die man nicht schließen darf“. Im vergangenen Jahr bei Verhandlungen mit der Fluglinie Emirates war er weit fortgeschritten, ehe sich kurz vor der Vertragsunterschrift die Lufthansa zu einem Engagement bei der Eintracht entschloss und somit einem ihrer größten Konkurrenten auf den letzten Drücker den Einstieg am heimischen Standort Frankfurt verwehrte. Das brachte dem Klub gutes Geld, rund fünf Millionen Euro, und als Bonus jede Menge vergünstigte Flüge – die sie nun auch auf dem Hin- und Rückweg nach Abu Dhabi nutzt.

Weitere Themen

Topmeldungen

Ein Plakat der der Initiative „Ja zum Verhüllungsverbot“ in Oberdorf im Kanton Nidwalden

Mehrheit bei Volksabstimmung : Die Burka wird in der Schweiz verboten

Die Schweizer haben mit knapper Mehrheit für ein Verhüllungsverbot gestimmt. Damit wird es Musliminnen künftig verboten sein, in der Öffentlichkeit Burka und Niqab zu tragen. Islamische Verbände warnen vor Zunahme der Gewalt gegen Muslime.
Microsoft-Büro in New York

Cybersicherheit : Hacking-Angriff auf Microsoft-Software

Mindestens 30.000 amerikanische Unternehmen und Behörden sind offenbar von einem chinesischen Hackerangriff betroffen. Die Biden-Regierung ist alarmiert.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.