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Eintracht Frankfurt : Im schlimmsten Fall nimmt Funkel auch nur einen Punkt

Die Eintracht vor dem Spiel bei Erzgebirge Aue: Trainer Friedhelm Funkel lehnt die Favoritenrolle ab - weil der Gegner stark ist und weil seine Mannschaft auswärts zu oft enttäuscht hat.

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          Es tut sich was bei der Eintracht. Nein, noch ist nicht in Sicht, daß die chronische Auswärtsschwäche der Frankfurter Fußballmannschaft ausgerechnet beim überaus heimstarken FC Erzgebirge Aue eine Kehrtwende erfährt. Sicher ist seit Freitag nur, daß Friedhelm Funkel den Zaun für den Trainingsplatz bekommt. Auf diese Lösung hat man sich in der Unterredung mit Stadion GmbH und FSM Frankfurt Stadion Management verständigt. "Aber wohl erst zur neuen Saison", wie Cheftrainer Funkel vor der Busreise in das Erzgebirge sagte. Die schon vorab bevorzugte Steckzaunvariante (F.A.Z. vom 15. April) wird demnach zum Einsatz kommen. Mehr noch: Auf dem Areal, auf dem noch unlängst Golfbälle geflogen sind, wird ein dritter Trainingsplatz errichtet.

          "Mit wettbewerbsmäßigen, vom DFB akzeptierten Maßen", so Hartmut Schiefke von der Stadion GmbH. Das wären dann mit einem Schlag völlig neue Arbeitsdimensionen für Funkel und sein Team. Ein Team übrigens, das an den wichtigen Schaltstellen über das Saisonende hinaus zusammenbleiben soll. Nachdem vor einer Woche Assistenztrainer Armin Reutershahn seinen Vertrag mit der um den Aufstieg kämpfenden Eintracht für ein weiteres Jahr verlängert hat, deutet sich auch eine Fortführung der Zusammenarbeit mit Torwarttrainer Andreas Menger an. Ein erstes "sehr gutes Gespräch", wie Menger sagt, habe er schon mit Vorstandschef Heribert Bruchhagen geführt. Ein zweites, voraussichtlich abschließendes soll in den kommenden Tagen folgen.

          „Die Chancen stehen fünfzig zu fünfzig“

          Bis dahin wird die Partie der Eintracht im Erzgebirge an diesem Sonntag (15 Uhr) schon Geschichte sein. Was sie bringen wird? Auf jeden Fall jede Menge Arbeit. Schließlich gehören die Auer nach der Eintracht zu den heimstärksten Mannschaften der zweiten Liga. Die letzten vier Begegnungen im Erzgebirgestadion wurden allesamt gewonnen. Und daß die Sachsen in den letzten neun Spielen vor heimischer Kulisse lediglich einmal unterlegen waren, spricht für die Klasse des FC. "Ich habe gehört, daß wir Favorit sein sollen. Aber das weise ich energisch von mir", so Funkel. "Die Chancen stehen fünfzig zu fünfzig. Aber wir wollen schon selbstbewußt auftreten und das Spiel gewinnen." Und falls es mit einem dringend benötigten Sieg für den weiteren Traum vom Aufstieg nichts werden sollte? "Dann wäre ich auch mit einem Punkt zufrieden. Jeder Punkt zählt in der Schlußphase der Saison, jedes Tor auch", sagt der viermalige Aufstiegstrainer Funkel.

          Zweimal Uerdingen, einmal Duisburg und zuletzt Köln - Friedhelm Funkel kennt sich aus in der zweiten Liga und weiß, wie man dieser Klasse nach oben entfliehen kann. Doch was ihn und seine Mannschaft in Aue erwartet, das ahnt er nur. "Begeisterungsfähige Zuschauer und eine aggressive und früh attackierende Elf."

          Wie so oft vor wegweisenden Auswärtsspielen sagt der Eintracht-Trainer auch diesmal, "daß wir uns auf diese Partie freuen. Im Stadion wird gute Stimmung herrschen." Ausverkauft wird es vor allem mit 16.500 Zuschauern sein. Bekanntlich hat der Eintracht-Troß schon zwei Tage vor dem Anpfiff die Reise nach Sachsen angetreten, "um sich noch intensiver auf die Partie einzustellen", wie Funkel erläutert. Die Ruhe vor dem Sturm im Erzgebirge will er dazu nutzen, um seine Spieler punktgenau für den Auftritt am Sonntag fit zu bekommen. Nicht unbedingt körperlich, sondern vor allem psychisch. Schließlich gilt es, eine der unerfreulichsten Serien, nur unterbrochen durch zwei Erfolge in Burghausen und Oberhausen, nach und nach vergessen zu machen.

          Arie van Lent, Mitglied des Mannschaftsrates und einer der Köpfe der Eintracht, glaubt fest an die Wende im Osten. "Als ich noch in Gladbach gespielt habe und Holger Fach Trainer gewesen ist, sind wir wegen einer ähnlich schlechten Serie sogar vier Tage früher zum Auswärtsspiel nach Wolfsburg gefahren." Das Resultat: Es gab ein 2:1 der Fohlen bei den Wölfen. Ob Ähnliches auch der Eintracht glückt?

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