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Ausbaufähige Ausbeute : Die Eintracht gewinnt schon wieder nicht

Blauer Verband – und blaues Auge: Frankfurt rettet ein Remis, Timothy Chandler muss behandelt werden. Bild: dpa

Sechstes Spiel, fünftes Unentschieden: Auch gegen den 1. FC Köln reicht es für die Frankfurter in der Bundesliga nicht zu einem Sieg. Die Eintracht hat dabei sogar noch Glück.

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          Geduld ist eine Tugend, die nicht jedem geschenkt ist. Oliver Glasner schon. Er, der in seinem Leben schon ganz andere, gesundheitlich existentielle Herausforderungen gemeistert hat, geht, was den Fußball betrifft, die Dinge mit einem bemerkenswerten Langmut an. Der Österreicher ist auch anderthalb Monate nach dem Start der Bundesligasaison die Gelassenheit in Person.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Den Trainer der Eintracht versetzen die weiterhin fehlenden Erfolgserlebnisse mit seinem Frankfurter Team nicht in spürbare Aufregung. Ganz im Gegenteil. Seinen Spielern gab er auch vor ihrer Begegnung mit dem 1. FC Köln die wohlmeinende Ermunterung mit auf den Weg, dass er sie sehr wohl für talentiert genug erachtet, die Rheinländer zu bezwingen. Es gleichzeitig aber nicht den Untergang der Welt bedeuten würde, wenn sich auch der siebte Anlauf, als Sieger vom Platz zu gehen, nicht in die Tat umsetzen lassen würde.

          Bundesliga

          Glasners als Ansporn zu verstehende Wortwahl besaß nicht den erhofften gewinnbringenden Effekt. Die Eintracht betrieb abermals viel Aufwand, vollbrachte es aber nicht, den widerspenstigen Gegner zu bezwingen. Die Hessen mussten am Samstag beim 1:1 nach neunzig Minuten wiederum nur mit einem Punkt zufrieden sein.

          Nach dem Spiel konstatierte er: „Es war ein intensives Spiel. Meine Spieler haben einen super Charakter, sie haben sich nach dem 0:1 in die Partie reingebissen. In Summe geht das 1:1 in Ordnung. Ganz happy sind wir damit nicht. Wir lechzen nach einem Sieg.“

          Die ausbaufähige Ausbeute nach zuletzt fünf Unentschieden in Serie sorgte dafür, dass die Frankfurter das Souterrain des Klassements weiterhin nicht verlassen konnten und der erwünschte Anschluss ans hintere Mittelfeld der Tabelle ausblieb.

          Chandler von Beginn an

          Glasner nahm im Vergleich zum zurückliegenden Sonntags-Auftritt in Wolfsburg (1:1) zwei Änderungen in seiner Startelf vor: Jens Petter Hauge stand genauso neu in der Anfangsformation wie - etwas überraschend - Timothy Chandler; dafür rotierten Daichi Kamada und Danny da Costa auf die Bank. Taktisch hatte die personellen Veränderungen zur Folge, dass Rafael Borré und Sam Lammers erstmals eine klassische Doppelspitze bildeten. Für Chandler war es nach langer Pause mal wieder eine Nominierung von Beginn an; letztmals schenkte dem Deutsch-Amerikaner, der als guter Geist der Kabine und Stimmungskanone der Truppe gilt, Adi Hütter das Vertrauen zum Abschluss der vergangenen Saison am 22. Mai (beim 3:1 gegen Freiburg). 

          Da Costa saß allerdings nicht lange auf der Ersatzbank. Schon in der elften Minute ereilte ihn der Einsatzbefehl. Glasner sah sich gezwungen, früh zu tauschen, denn Erik Durm war in einem Zweikampf von Florian Kainz heftig zu Boden gecheckt worden und auf Anraten der Ärzte, die sicher gehen wollten, dass er bei dem Zusammenprall keine Gehirnerschütterung davongetragen hatte, ging es für den Rechtsverteidiger nicht weiter.

          Da Costa nahm seinen Posten ein, doch ganz reibungslos gingen die Umstellungen nicht von statten. Die Kölner nutzten den Moment, den die Eintracht benötigte, um sich in veränderter Verfassung zu sortieren, bei strahlendem Spätsommer-Wetter eiskalt aus. Ihr Kapitän Jonas Hector nahm einen langen Pass in den Lauf geschickt auf, verlängerte den Ball zum mit aufgerückten Ellyes Skhiri, der aus wenigen Metern zu Führung des FC abschloss (14. Minute). 

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