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Eintracht-Fußballfrauen : Dem Himmel noch fern

  • -Aktualisiert am

Unvermuteter Sinkflug: Eintracht-Frauen verlieren in Sand. Bild: Imago

Unter dem Dach der Eintracht starteten die Frankfurter Fußballfrauen im Sommer in eine neue Ära. Nun gibt es die erste ernstzunehmende Delle. Der nicht eingeplante Sinkflug ist schwer erklärlich.

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          Wenn die Frankfurter Eintracht eine Checkliste geführt hätte von der Dienstreise in den Ortenaukreis, dann hätte ein Häkchen gestanden hinter: Spielkontrolle, bessere Spielanlage, viele Torchancen herausspielen. Auf dem Punktekonto in der Frauenfußball-Bundesliga wirkte sich die Partie beim SC Sand indes nicht aus. Höchstens in der Hinsicht, dass die ersten drei Plätze, die am Ende dieser Spielzeit für die Teilnahme an der Champions League berechtigen, ein Stück außer Reichweite geraten sind.

          Statt möglicher sechs ist es ausgangs der englischen Ligawoche nur ein Zähler geworden für die SGE: Ein 2:2 daheim gegen Bayer Leverkusen, eine 2:3-Niederlage in Sand – es ist die erste ernstzunehmende Delle für den im Sommer gestarteten Aufbruch, als Frankfurter Eintracht wieder größer zu denken. „Wir schielen nicht auf bestimmte Plazierungen, sondern wollen hier etwas aufbauen“, sagte Cheftrainer Niko Arnautis. „Wir haben jetzt zwar Adlerflügel, aber das heißt nicht, das die uns direkt in den Himmel tragen.“

          Der nicht eingeplante Sinkflug der vergangenen Woche ist schwer erklärlich. Trotz einiger Ausfälle musste bei der Qualität und der an sich guten Form der Eintracht viel zusammenkommen, dass gegen die nominell deutlich schwächer besetzten Gegnerinnen keine Siege heraussprangen. Arnautis spricht von „Naivität“, welche ihn stark an die Vorsaison erinnerte und die „uns damals schon das Genick gebrochen hat“. Nun ist in der vorangegangenen Spielzeit über manchen durch Unerfahrenheit und falsch eingeteilte Kräfte verschenkten Punkt hinweggesehen worden, weil viele FFC-Spielerinnen wenig Erstligaspiele in den Beinen hatten.

          Das sollte sich nun als Eintracht betont ändern. „Wenn wir weiter nach vorne kommen wollen, müssen wir an fehlenden Kleinigkeiten arbeiten. Das wollen mir gemeinsam mit den Mädels analysieren“, sagte Arnautis. Die drei Gegentreffer beim SC Sand liefern schon viel Anschauungsmaterial. Arnautis hat vor dem frühen ersten Gegentreffer (15.) vier Gelegenheiten ausgemacht, in denen seine Spielerinnen die Situation resolut hätten bereinigen können. „Uns bricht kein Zacken aus der Krone, wenn wir nicht immer schön spielen, sondern auch mal einen Ball dreckig klären“, so der 40-Jährige, der mehr „Erwachsenenfußball“ anmahnt.

          Es hätte freilich nicht viel gefehlt und Laura Freigang hätte im Mittelpunkt der Nachbetrachtung des Matches gestanden. Die Nationalstürmerin dreht die Partie per Doppelschlag kurz vor und nach der Pause – mit nunmehr neun Saisontreffern nach sechs Spieltagen führt sie die Torjägerinnenliste mit deutlichem Vorsprung an. Doch weil die Eintracht in der Schlussphase den fußballerisch deutlich unterlegenen Gastgeberinnen durch schwaches Defensivverhalten noch zwei Treffer innerhalb von drei Minuten gewährte, überwog der Katzenjammer.

          Eine Niederlage in Sand könne „ nicht unser Maßstab sein“, sagte Kapitänin Tanja Pawollek. Nun sind die Frankfurterinnen am Freitagabend (19.15 Uhr) im Heimspiel gegen den SC Freiburg unter Zugzwang. Trainer Arnautis brach die Anforderungen auf einen Satz herunter: „Wir müssen cleverer werden.“

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