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Eintracht Frankfurt : Eintracht erlebt eine lohnende Woche mit Härtefällen

Dieses Trainingslager hat sichtbare Spuren hinterlassen. Vier Stiche waren nötig, um die aufgerissene Augenbraue von Chris zu nähen. "Das war wie im Wilden Westen", sagt der Frankfurter Trainer Friedhelm Funkel.

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          Dieses Trainingslager hat sichtbare Spuren hinterlassen. Vier Stiche waren nötig, um die aufgerissene Augenbraue von Chris zu nähen. "Das war wie im Wilden Westen", sagt der Frankfurter Trainer Friedhelm Funkel. "Eins gegen eins, nur mit der Faust." Fest steht, die Profis von Standard Lüttich haben das 1:0 beim Testspiel gegen die Eintracht auch dazu genutzt, um Kostproben ihres Verständnisses von hartem, kompromißlosem Fußball anzubieten. Doch die Eintracht hätte sich beherrschen müssen. Chris, Ioannis Amanatidis, Aleksandar Vasoski: sie alle hatten sich nicht unter Kontrolle, als sie - unfair angegangen - selbst handgreiflich wurden. Funkel ging mit seinem Trio ins Gericht: "In der Bundesliga darf es so etwas nicht geben. Da wäre Amanatidis des Feldes verwiesen und für sechs Spiele gesperrt worden."

          Amanatidis scheint die Lehren daraus schon gezogen zu haben. "Ich weiß natürlich, daß ich in der Bundesliga dafür vom Platz fliege. Da mache ich so etwas nicht. Man muß aber auch sagen, daß in der Bundesliga schon vorher drei Mann von Lüttich mit Roten Karten rausgeflogen wären. Vielleicht waren die Belgier am Ende ihres zweiwöchigen Trainingslagers ein bißchen erschöpft im Kopf." Für den Wiederholungsfall hat Funkel am letzten Tag des einwöchigen Trainingslagers an der portugiesischen Algarveküste in Aussicht gestellt, "daß es auch Geldstrafen gibt".

          Emotionen, Spannung, Abwechslung: die Tage im Wolfstal boten ein abwechslungsreiches Programm. Vor allem aber: Sie haben Cheftrainer Funkel zufriedengestellt. "Zu Hause erwarten uns erst gefrorene Böden und später matschige Böden. Dafür war es hier, auch von der Temperatur her, richtig gut." Daß rund um das Trainingsareal auf einer Driving Range Golfbälle geschlagen wurden, hat Funkel und sein Team ebensowenig aus der Ruhe gebracht wie der angrenzende Baulärm. Es herrscht bei der Eintracht Aufbruchstimmung. Es gab keine Verletzten zu beklagen, und die erkälteten Francisco Copado und Daniyel Cimen kehrten rechtzeitig in den Kreis der Mannschaft zurück. Funkels Wochenprogramm, in der letzten Einheit gewürzt mit einem kräftezehrenden, über dreizehn Stationen führenden Zirkelparcours, hat gewirkt.

          Lediglich abseits des Übungsareals sind die Pläne der Frankfurter etwas ins Stocken geraten. Das für Freitag geplante Vorstandstreffen zwischen Heribert Bruchhagen und HSV-Chef Bernd Hoffmann ist auf Sonntag verschoben worden, weil die Hamburger noch immer keinen neuen Stürmer verpflichten konnten. Der schon in Details besprochene Transfer des Japaners Naohiro Takahara verzögert sich deshalb. "Ich bin aber trotzdem hundertprozentig sicher, daß er zu uns kommt", sagt Funkel. Zweieinhalb Jahre Zusammenarbeit sollen es werden, die Eintracht müßte dem HSV eine Ablösesumme von einer Million Euro zahlen. Und wenn sich der Wechsel zerschlagen sollte? "Dann wäre das kein Beinbruch", so Funkel. "Wir sind nicht auf ihn angewiesen, aber er wäre, keine Frage, eine Bereicherung für uns." Daß für den Fall der Fälle ein anderer Stürmer an die Eintracht gebunden werden könnte, schließt Funkel kategorisch aus. "Wir stehen mit keinem anderen Spieler in Kontakt. Takahara oder keiner." Das lange Warten auf den Stürmer bedeutet aber auch, daß Arie van Lent und sein designierter neuer Klub Rot-Weiß Essen sich weiter gedulden müssen. "Essen braucht Arie dringender als wir Takahara. Die werden auf jeden Fall unruhiger sein", sagt Funkel. Eine gewisse Unruhe verspürt seit Donnerstag auch Benjamin Köhler. Der offensive Mittelfeldmann, der am liebsten im Sturm spielen würde, gab gegen Lüttich sein Debüt als Verteidiger auf der linken Seite in der Viererabwehrkette. Ein Modell, dem Funkel durchaus eine Zukunft auf Zeit gibt. Denn Christoph Spycher, der eigentliche linke Außenmann, ist für das Pokalspiel am 25. Januar bei den "Löwen" des TSV 1860 München gesperrt. Am kommenden Samstag, beim letzten Eintracht-Test in Koblenz, soll sich Köhler abermals in der Defensive behaupten.

          Köhler gilt, anders als Christian Lenze, als einer von Funkels Musterschülern. Lenze immerhin, der bei der Eintracht keine Einsatzchance besitzt, hat die zwei Vorspieltage beim FC Erzgebirge Aue augenscheinlich gut genutzt. "Die Eindrücke, die er hinterlassen hat, sind sehr positiv", sagt Funkel. Nun ist es an Vorstandschef Bruchhagen, einen möglichen Transfer des Magdeburgers von Hessen nach Sachsen vertraglich zu fixieren. Lenze wird Vale do Lobo also vermutlich nicht wiedersehen. Funkel aber will auch 2007 sehr wohl wiederkommen. "Und dann überlege ich, ob wir nicht zwei, drei Tage länger bleiben."

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