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Eintracht Frankfurt : Ein Spiel Sperre für Sotirios Kyrgiakos

Frankfurts Michael Thurk (l.) im Zweikampf mit dem Wolfsburger Jonathan Santana (r.)
          2 Min.

          Das Urteil ließ nicht lange auf sich warten, und insgeheim hatte Friedhelm Funkel mit dem Strafmaß gerechnet. Ein Spiel Sperre wegen unsportlichen Verhaltens, so lautet das Ergebnis, zu dem das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes in der „Schauspielaktion“ zwischen Sotirios Kyrgiakos und Diego Klimowicz am Montag gekommen ist. Wir erinnern uns: Kyrgiakos, dem griechischen Neuzugang der Frankfurter Eintracht, wurde im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg eine angebliche Tätlichkeit in der 88. Minute gegen seinen fallsüchtigen Gegenspieler Klimowicz zur Last gelegt. Der Argentinier wollte „Kontakt am Ohr gespürt“ haben, was Kyrgiakos ganz anders sah. „Der sollte lieber ins Theater gehen, aber nicht Fußball spielen“, so der bullige Verteidiger über die Schauspieleinlage des Wolfsburgers.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Schon am Samstag, nach einem ersten Studium der Fernsehbilder, stufte Eintracht-Trainer Funkel den mit der Roten Karte geahndeten Platzverweis als „völlig unberechtigt“ an, mußte sich aber gleichwohl eingestehen, daß Kyrgiakos dafür bestraft werden würde. „Ich rechne mit einem Spiel, mehr wäre ein Hohn.“ Auch Rainer Falkenhain, der Leiter der Lizenzspielerabteilung der Frankfurter Eintracht, war sicher: „Die TV-Bilder widerlegen, daß es eine Tätlichkeit war. Aber einen Freispruch können wir trotzdem kaum erwirken.“

          Fehler der Unparteiischen eingeräumt

          So zögerten die Eintracht-Verantwortlichen am Montag auch nicht, dem Urteil des Kontrollausschusses und der Sperre für Kyrgiakos im schriftlichen Verfahren zuzustimmen. Der 27 Jahre alte Innenverteidiger fehlt der Eintracht damit am kommenden Sonntag im Derby bei Mainz 05. DFB-Schiedsrichterlehrwart Eugen Strigel räumte unterdessen auch Fehler der Unparteiischen ein, die nach zwei Spieltagen schon achtzehn Feldverweise aussprachen, was Rekord seit 1991, seit Einführung der Gelb-Roten Karte ist. So hält Strigel die Rote Karte gegen Kyrgiakos nach dem Umfaller von Klimowicz für diskussionswürdig.

          Die Spielsperre ist in vielerlei Hinsicht ärgerlich. Sotirios Kyrgiakos, erstmals vor neuer heimischer Kulisse am Ball, zeigte gegen die schwachen Niedersachsen eine starke Vorstellung, die Lust auf weitere Einsätze weckte. Trainer Funkel muß nun für das mit Spannung erwartete Rhein-Main-Derby in Mainz seine Abwehr umbauen. Höchstwahrscheinlich also, daß am Mainzer Bruchweg Marko Rehmer zusammen mit Aleksandar Vasoski das Innenverteidigerpärchen bildet, während sich auf den Außenpositionen Christoph Spycher und Patrick Ochs darum bemühen, den erwarteten Mainzer Angriffsschwung zu bremsen.

          Um den gegen Wolfsburg eingeleiteten Schwung aufrechtzuerhalten, wird die Eintracht nach dem trainingsfreien Montag an diesem Dienstag nach Osthessen reisen, um im Kemmete-Stadion von Neuhof-Rommerz (Kreis Fulda) gegen den A-Liga-Klub SG Blau-Weiß Rommerz um 19 Uhr ein Privatspiel auszutragen. Ermöglicht wurde die Partie vom Eintracht-Partner Oddset sowie vom Hessischen Fußball-Verband, die bei ihrem gemeinsamen Gewinnspiel ein Privatspiel gegen den Pokalfinalisten verlost hatten. Für Naohiro Takahara ist es ein willkommener Test; der Japaner wird bei der Eintracht spielend seinen Einstand geben.

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