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Eintracht Frankfurt : Der Funkel in Skibbe

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Wenn Eintracht-Frankfurt-Spieler Benjamin Köhler einfach er selbst bleibt, hat er gute Karten bei der Eintracht - auch unter dem neuen Trainer. Bild: Wonge Bergmann

Das erinnert an früher: Alexander Meier und Benjamin Köhler sind bei Eintracht Frankfurt en vogue. Das hat nicht jeder so erwartet.

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          Benjamin Köhler und Alexander Meier gehen in diesen Tagen in ihre sechste Saison bei der Frankfurter Eintracht. Der ehemalige Trainer Friedhelm Funkel hatte sie 2004 nach Frankfurt geholt, Köhler von Rot-Weiß Essen, Meier vom Hamburger SV. Seitdem haben die beiden Freunde immer zum engsten Kreis der Frankfurter Mannschaft gehört. Der 28 Jahre alte Köhler war immer Stammspieler, obwohl er nur selten einen festen Stammplatz hatte. Er hat als Stürmer begonnen, wird auch in dieser Saison offiziell wieder als Mittelfeldspieler geführt, wurde aber in Notzeiten, als Christoph Spycher verletzt war und Nikola Petkovic nicht überzeugte, auch als Verteidiger auf der linken Seite eingesetzt. Meier war in seinen fünf Jahren in Frankfurt der torgefährlichste aller Mittelfeldspieler, insgesamt hat er in der Bundesliga zwanzig Tore für die Eintracht erzielt. Es wären sicher noch mehr gewesen, hätte er nicht wegen einer hartnäckigen Knieverletzung bald ein Jahr pausieren müssen.

          Köhler, nur 1,72 Meter groß, und Meier, der 1,96 Meter misst, sind also längst ein Teil der Eintracht. Dass ihre Beliebtheit beim Publikum auf den teuren wie auf den preiswerteren Plätzen nicht mit ihrer Bedeutung für die Mannschaft Schritt hielt, lag zuletzt daran, dass sie als „Lieblingsschüler“ des ehemaligen Trainers Friedhelm Funkel galten. Funkel hat das heftig bestritten und immer wieder darauf hingewiesen, dass diese beiden „ganz wichtige Bausteine dieser Eintracht“ seien. Der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen hat sich dieser Sicht, die von objektiven Kriterien getragen wird, angeschlossen und die Verträge mit Köhler und Meier zwischenzeitlich immer wieder verlängert.

          Ganz anders als vorher vermutet

          Nicht wenige hatten den beiden schwere Zeiten vorhergesagt, sollte ihr Förderer Funkel einmal nicht mehr da sein. Es sieht so aus, als sollte es ganz anders kommen. Die beiden Spieler sind die Klammer, die die Ansichten des neuen Trainers Michael Skibbe mit jenen des alten verbindet. Köhler und Meier gehören auch bei Skibbe zum Kreis der Kandidaten für Plätze in der Anfangsformation. Zuletzt, beim 5:0 gegen Kärnten, waren sie in einer guten Mannschaft die beiden Besten. Köhler sei „gut drauf“, lobte Skibbe den ballsicheren Mittelfeldspieler. „Ich bin froh, dass er seine Knieoperation so gut überstanden hat.“ Meier hat sich mit drei Toren in diesem Spiel wie so oft in den vergangenen Jahren als Frühstarter erwiesen. „Alex hat ein Näschen für Chancen und für Tore“, sagt der neue Trainer und lässt keine Zweifel zu, dass Köhler wie Meier zum „engeren Kreis“ in seiner Mannschaft gehören – in der Spieler wie Teber und Schwegler für neue Konkurrenz gesorgt haben.

          Womöglich entpuppt sich der vermeintliche Nachteil, die Ablösung Funkels, gerade für diese beiden Profis als Vorteil. Denn in der aufgeheizten Schlussphase der vergangenen Saison war vor allem Alex Meier quasi stellvertretend für den ehemaligen Trainer in den Mittelpunkt der Kritik geraten. Eskaliert war die angespannte Situation am 18. April, als die Eintracht mit 4:1 gegen Borussia Mönchengladbach gewann und damit den größten Schritt zum Klassenerhalt machte. Dennoch erreichte an diesem Samstag die Entfremdung zwischen Mannschaft und Publikum ihren Höhepunkt. Meier, der Torschütze zum 1:0, wurde ausgepfiffen statt umjubelt und von manchen sogar angefeindet. Funkel zeigte damals mit einer Geste in Richtung des Fanblocks eine Überreaktion. Nach dem Trainerwechsel werden nun wohl auch die Fans der Eintracht den Spielern wieder unvoreingenommener entgegentreten. Hilfreich wird dabei sicher sein, dass Skibbe ein Mittelfeld mit dem erklärten Publikumsliebling Caio und Meier für möglich hält. In Training und Spiel hat er diese Variante ausprobiert. Es war nicht die schlechteste.

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