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Eintracht-Kommentar : Inter kann kommen

  • -Aktualisiert am

Bereit für Inter Mailand: Eintracht Frankfurt Bild: Reuters

Seit neun Spielen ist die Frankfurter Eintracht bereits wieder ungeschlagen. Nun steht das Duell gegen Inter Mailand an. Ein Duell, in dem vorab kein klarer Favorit erkennbar ist.

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          Das ging ja dann doch schneller, als ursprünglich gedacht. Schon nach dem 24. Spieltag hat die Eintracht 40 Punkte auf dem Konto: Den Abstieg muss sie nicht mehr fürchten. Doch von der zurückhaltenden Kalkulation, die bei den Frankfurtern anfänglich im Mittelpunkt der Saisonplanung stand, spricht in ihren Reihen niemand mehr. Die Blickrichtung in der Tabelle hat sich längst verschoben. Alle Mann orientieren sich an hohen Zielen, möchten weiter nach oben und leiten auch aus dem elften Bundesliga-Sieg beim 3:2 gegen Hoffenheim den Antrieb zu weiteren vorzeigbaren Taten ab, anstatt sich einem (verfrühten) Gefühl der Genugtuung hinzugeben.

          Es ist beachtlich, mit welcher Zielstrebigkeit Team und Trainer Kurs halten. Auch am Samstag, als sie längst nicht in allen Momenten Herr des Geschehens auf dem Rasen des Waldstadions waren, blieben sie beharrlich und lieferten so eine Leistung ab, die in Summe genügte, um einen direkten Konkurrenten im Kampf um die internationalen Plätze in die Schranken zu verweisen. Hasebe und Rode punkteten dabei als fleißige Lieschen im defensiven Mittelfeld, Haller als Vorbereiter sowie Vollstrecker, und mit Paciência stach ein neuer Trumpf.

          Mit viel Herz und Verstand

          Seit neun Spielen ist die Eintracht nun bereits wieder ungeschlagen. Eine vergleichbare Erfolgsserie kann kein Mitbewerber vorweisen. Wenn Adi Hütter mit seinen Leuten in den verbleibenden zehn Spielen bis zum Bundesliga-Finale Mitte Mai so weitermacht, wie es ihnen – mit viel Herz und Verstand – seit der Weihnachtspause gelungen ist, spricht einiges dafür, dass sie bis zur Schlussabrechnung im Rennen bleiben, wenn es um die abermalige Qualifikation für den Europapokal geht.

          Seit dem sportlichen Einbruch der Dortmunder Borussia gibt es im deutschen Vereinsfußball aktuell nur eine Mannschaft, die ihren Konkurrenten mit einer solch unvergleichlichen Mischung aus Wucht und Willen in den Zweikämpfen gegenübertritt und in den entscheidenden Phasen des Spiels die Gewissheit ausstrahlt, dass sie vom Glauben ans eigene Können getragen wird: Eintracht Frankfurt. Hütter hat es geschafft, dass die Profis inzwischen auch in Stresssituationen Gelassenheit bewahren, nach einem Fehler nicht sogleich den nächsten begehen und sich so tiefgreifend aus der Ruhe bringen lassen.

          Die Hoffenheimer gaben lange einen Widerpart ab, der es verstand, hartnäckig dagegenzuhalten und Verwirrung zu stiften. Es ist aber ein Zeichen für die sich über Monate entwickelte Klasse der Eintracht, dass sie eiskalt zuschlug, als sich der Gegner mit dem Platzverweis selbst schwächte. In vier Tagen steht bereits wieder viel auf dem Spiel. Dann geht es im ersten Achtelfinale der Europa League gegen Inter Mailand – ein Duell, in dem vorab kein klarer Favorit erkennbar ist. Nichts verdeutlicht den anhaltenden Frankfurter Fortschritt besser.

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