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Eintracht Frankfurt : Dachschaden zum Wohl der Amateure

Gerne gespielt hätten sie schon, doch ein Riß im Dach des Kaiserslauterer Fritz-Walter-Stadions hat alle Pläne der Frankfurter Eintracht zunichte gemacht. Die Dienstreise an den Betzenberg wurde ersatzlos gestrichen. Dafür rufen die Fans dazu auf, nun die Amateure in der Oberliga zu unterstützen.

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          Gerne gespielt hätten sie schon, doch ein Riß im Dach des Kaiserslauterer Fritz-Walter-Stadions hat alle Pläne der Frankfurter Eintracht zunichte gemacht (siehe auch Sport, Seite 33). Die Dienstreise an den Betzenberg wurde ersatzlos gestrichen. Die für diesen Samstag ursprünglich angesetzte Partie beim Bundesliga-Tabellenletzten ist wegen "baulicher Sicherheitsbedenken" im Bereich der Osttribüne von der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Freitag vormittag abgesagt worden. Nur wenige Stunden später, nach intensiven Gesprächen mit der Lauterer Führung und der Stadt, die das Fritz-Walter-Stadion betreibt, wurde der Nachholtermin bekanntgegeben. Danach darf die Eintracht in der letzten Hinrundenwoche am 14. Dezember um 18 Uhr bei den "Roten Teufeln" spielen. Vorausgesetzt, die Mängel in der Dachkonstruktion sind bis dahin behoben. Vorsorglich ist der 1. FC Kaiserslautern von der DFL aufgefordert worden, ein Ausweichstadion zu benennen, in dem ab sofort die Heimspiele stattfinden können, falls die gemeldete Platzanlage nicht nutzbar ist.

          Sicherheit nicht gewährleistet

          Welch ein Tag für die "Roten Teufel" vom Betzenberg, welch ein Tag auch für die WM-Stadt Kaiserslautern. Genau 189 Tage vor Beginn des weltmeisterlichen Großereignisses in Deutschland, das auch in der Pfalz stattfinden soll, sorgt der Dachschaden für neuerliche Schlagzeilen rund um die Qualität der WM-Stadien. Zuvor hatte schon zweimal die Dachkonstruktion in der Frankfurter Commerzbank-Arena - beim Finale des Confederations Cup zwischen Brasilien und Argentinien (29. Juni) sowie beim Bundesligaspiel der Eintracht gegen den FC Schalke 04 (1. Oktober) - für Irritationen gesorgt. Im Lauterer Fritz-Walter-Stadion, das derzeit eine Kapazität von 40 700 Plätzen hat, sollen nun bis Montag zusätzliche Stützen an der Stahlkonstruktion angebracht werden. Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel begrüßte die Absage unter den gegebenen Umständen: "Die Sicherheit der Zuschauer war wohl nicht gewährleistet, deshalb ist die Entscheidung richtig." Gleichwohl betonte Funkel aber auch, daß er mit seiner Mannschaft ebenso gerne den Vergleich mit dem Tabellenletzten gesucht hätte wie sein ehemaliger Mitspieler und neuer FCK-Trainer Wolfgang Wolf. Um seine Mannschaft besser kennenzulernen und auf die wegweisende Heimpartie gegen die Eintracht einzuschwören, hatte Wolf gemeinsam mit seinem Assistenten Wolfgang Funkel sogar in ein Trainingslager nach Marburg gebeten. Eine Maßnahme, deren Wirkung das Lauterer Führungsduo nun nicht überprüfen kann.

          So bedauerlich die Absage für die zuletzt im Aufwind befindliche Eintracht auch sein mag, so gelegen mag sie Funkel dennoch kommen. Der Frankfurter Coach hat nun eine weitere Woche Zeit, um zu schauen, welche personellen Alternativen sich für die rechte Außenposition in der Abwehr anbieten. Zudem hat der Schweizer Nationalspieler Benjamin Huggel Zeit genug, um von einer Grippe zu genesen, die seinen Einsatz an diesem Samstag vermutlich zunichte gemacht hätte.

          „Alle auf nach Baunatal“

          Die Reaktionen der Frankfurter Anhänger fielen zwiespältig aus. Während sich einige darüber beklagten, schon gekaufte Zugtickets nicht mehr erstattet zu bekommen, richteten andere den Blick auf den ganzen Verein Eintracht Frankfurt. "Alle auf nach Baunatal", heißt es im Fanforum auf der Eintracht-Homepage im Internet. "Ausreden zählen nicht. Für Lautern hätte schließlich auch jeder Zeit gehabt." Also, der Appell ist publik: Weil die Profis unfreiwillig Pause von der Bundesliga haben, sollen nun die abstiegsbedrohten Amateure des Klubs, die in der Oberliga Hessen spielende U 23 von Interimstrainer Armin Kraaz, bei ihrer Auswärtspartie an diesem Samstag im Baunataler Parkstadion (17 Uhr) stimmgewaltig unterstützt werden. Der Zug verläßt Frankfurt auf Gleis 14 um 13.22 Uhr. Und wem die Reise nach Nordhessen zu weit ist, so die kreativen Fans, soll statt dessen in die Eissporthalle kommen. Dort empfangen die in der Regionalliga spielenden Eishockeyspieler der SGE von 16.30 Uhr an den Tabellenletzten aus Wiesbaden.

          Profistürmer Ioannis Amanatidis wird sich weder den Kick der Oberligaspieler noch die Partie der Kufencracks anschauen. Der zu Saisonbeginn erst vom 1. FC Kaiserslautern zurück nach Frankfurt zur Eintracht gekommene Angreifer kann seinen Geburtstag in der neuen alten Heimat feiern. An diesem Samstag wird der Grieche 24 Jahre alt. Einziger Pflichttermin für ihn und den Rest der Mannschaft: das von Friedhelm Funkel angesetzte Training um zehn Uhr.

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