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Eintracht Frankfurt : Auch Selim Teber tadelt Caio

  • -Aktualisiert am

Flink, aber unstet: Caio Bild: dpa

Natürlich könne Eintracht Frankfurt unter dem neuen Trainer Michael Skibbe den Fußball der Zukunft spielen. Das müsse „nur in die Köpfe rein“, sagt Mittelfeldmann Selim Teber. Doch das Lazarett belastet das Trainingslager.

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          Der 17 Jahre alte Marcos Alvarez wird heute für die Frankfurter Eintracht im Privatspiel gegen den FCU Timisoara stürmen. Dem 33 Jahre alten Nikos Liberopoulos verordnet Michael Skibbe eine „Verschnaufpause“. Der Frankfurter Trainer weiß, dass ein Ausfall von Liberopoulos wegen Überlastung in etwa der größte anzunehmende Unfall für die Eintracht wäre. Denn Stürmer sind im üppigen Aufgebot des hessischen Bundesligaklubs durchaus rar. Nimmt man es genau, ist Liberopoulos seit Beginn der Vorbereitung der einzige erfahrene Angreifer, der Skibbe zur Verfügung stand. Seine beiden Kollegen Ioannis Amanatidis und Martin Fenin waren oder sind verletzt.

          Marcos Alvarez und der 18 Jahre alte Cenk Tosun können theoretisch noch ein Jahr in der A-Jugend spielen, es handelt sich dementsprechend um hoffnungsvolle Talente, aber (noch) nicht um Spieler, die für Bundesligaeinsätze von Beginn an in Frage kommen. Michael Skibbe will beide „in Ruhe heranführen“. Und so schont der Trainer Liberopoulos und wartet auf das Duo Amanatidis und Fenin. In den letzten Tagen gab es positive Signale aus der medizinischen Abteilung. Amanatidis soll an diesem Samstag wieder mit der Mannschaft üben und wenn möglich am kommenden Montag, beim nächsten Privatspiel gegen Austria Kärnten, zum ersten Mal in dieser Vorbereitung gegen den Ball treten.

          „Inneren Schweinehund“ überwinden

          Das würde am liebsten auch Martin Fenin, der erst vor gut drei Wochen an beiden Leisten operiert worden ist. Doch die Ärzte raten zur Vorsicht, erst müssten auch die inneren Operationsnarben verheilen. „Martin müssen wir ein wenig bremsen“, sagt Trainer Skibbe, der mit dem tschechischen Nationalspieler bei der Generalprobe vor der Saison, am 25. Juli in Kaiserslautern, rechnet. Beide, Amanatidis und Fenin, sollen auf jeden Fall im Pokalspiel in Offenbach einsatzfähig sein. Skibbe hofft, dass die aktuell aufgestellten Zeitpläne auch eingehalten werden können. Unter dieser Voraussetzung brauche er keinen weiteren Stürmer, sagt der Frankfurter Trainer, der sich des Risikos sehr wohl bewusst ist.

          Kein anderer Bundesligaklub geht nur mit drei gestandenen Angreifern in die Saison, von denen zwei auch noch mit Verletzungen zu kämpfen haben. Zuletzt hatte der Grieche Liberopoulos als Alleinunterhalter versuchen müssen, die gegnerischen Abwehrspieler in Atem zu halten – meist vergeblich. Ohne Murren ist Liberopoulos dieser Aufgabe nachgegangen, aber wohl auch ohne rechte Überzeugung. In seinen früheren Klubs habe er immer einen Partner an der Seite gehabt, „da gibt es einfach mehr Anspielstationen“. Und so sehnt auch Liberopoulos die Rückkehr von Amanatidis und Fenin herbei. Zwei gesunde und leistungsfähige Stürmer sind auch die Voraussetzung, um jene offensive Spielweise umsetzen zu können, die der Trainer gerne sehen würde.

          In Zugang Selim Teber hat Skibbe einen Mitstreiter gefunden, wenn es darum geht, die neuen Kollegen von der neuen Spielart zu überzeugen. Der 28 Jahre alte Teber, in Hoffenheim an offensives Spiel und das sogenannte „Pressing“ gewöhnt, hat deutliche Worte gefunden: Er habe den Eindruck, in Frankfurt seien viele zufrieden gewesen, mit 33 Punkten nicht abgestiegen zu sein. „Aber ich will so einen Fußball nicht spielen“, hatte Teber selbstbewusst gesagt. Die Körpersprache der Kollegen sei beim letzten Spiel gegen Osijek (0:3) „erschreckend“ gewesen, sie müsse sich ebenso ändern wie die Einstellung. Die Spieler müssten den „inneren Schweinehund“ überwinden, mehr laufen und mehr wagen.

          Hoffenheim tauge dafür durchaus als Vorbild. Zweifel, die Eintracht sei mit ihren Spielern gar nicht der Lage, so zu spielen wie der Aufsteiger der vergangenen Jahre, wischt der Mittelfeldmann vom Tisch. „Natürlich können wir den Fußball der Zukunft spielen“, sagt Teber, „es muss nur in die Köpfe rein.“ In diesem Zusammenhang rät er zum Beispiel dem Brasilianer Caio, „dass er mehr tun muss“.

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