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Topspiel gegen FC Bayern : Was die Eintracht so stark macht

Sicher kein Ersatzmann: Luka Jovic steht vor seinem Startelf-Debüt. Bild: dpa

Wenn André Silva fehlt, spielt eben Luka Jovic: Der drohende Ausfall des Torjägers gegen Bayern München offenbart eine große Qualität des Frankfurter Kaders.

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          Weil es dem anderen im Kreuz zwickt, kann der Bankdrücker endlich zum Startspieler werden. Luka Jovic kommt möglicherweise anstelle von André Silva im Team der Eintracht gegen die Bayern zum Einsatz. Es spricht einiges für diesen Wechsel, denn Silva, hinter dem Bayern-Angreifer Robert Lewandowski (25 Saisontore) mit 18 Treffern zweitbester Bundesliga-Stürmer, klagt seit Mittwoch über starke Rückenschmerzen. Ausgerechnet jetzt, da an diesem Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) das Topspiel in Frankfurt stattfindet.

          Bundesliga

          Die Eintracht gegen die Bayern, der seit Wochen famos auftrumpfende Tabellendritte gegen den Branchenprimus. Ein Duell auch der Torjäger – und falls Silva wirklich nicht seinen Tordrang gegen den Klubweltmeister ausleben kann, dann eben Jovic. Der kann es schließlich auch.

          Seitdem Jovic im Rahmen eines Leihgeschäfts zurück aus Madrid in den Schoß seiner großen Liebe Eintracht gekehrt ist, blüht der Serbe mächtig auf. Vor allem das Zusammenspiel mit seinem Landsmann Filip Kostic funktionierte auf Anhieb prächtig. Drei Tore in sechs Teilzeiteinsätzen sind eine beachtliche Ausbeute, mit der Jovic seinen Beitrag zum Fortbestand des Frankfurter Höhenflugs geleistet hat. Beim 3:1 gegen Schalke schlug der Serbe binnen 18 Minuten doppelt zu. Dies entsprach schon exakt der Ausbeute seines eineinhalbjährigen Engagements bei Real.

          „Jungs aus der zweiten Reihe“

          Beim Torfestival in Bielefeld, als die Eintracht mit dem 5:1 den höchsten Saisonsieg erreichte, gehörte er ebenfalls zu den Torschützen. Seitdem wartet er weiter geduldig auf seine Chance, Treffer Nummer vier zu erzielen. Bislang hatte sich der 23-Jährige klaglos in seine ihm bislang zugedachte Rolle eingefügt. Dass Silva die Spitzenkraft im taktischen Ein-Mann-Sturmmodell von Hütter ist, war unstrittig. Jovic murrte nicht, sondern wartete auf seine Einsatzchance von Beginn an, die nun vermutlich kommt.

          „Das macht uns so stark, dass die Jungs in der zweiten Reihe einen tollen Job machen, auch wenn die Situation für sie persönlich nicht so angenehm ist“, sagt Eintracht-Trainer Hütter, der sich seit Wochen den Luxus erlauben kann, Spieler wie Sebastian Rode und eben Jovic zunächst auf der Bank zu plazieren. Für den 51 Jahre alten Fußballlehrer gab es seit Jahresbeginn keine Veranlassung, seine von Sieg zu Sieg eilende Mannschaft großartig zu ändern. Die taktische Variante mit einem Stürmer und zwei dahinter agierenden Kreativspielern auf der sogenannten Zehner-Position hat sich als höchst effektiv erwiesen.

          Gegen die Bayern will Hütter die Erfolgsserie von zehn ungeschlagenen Spielen fortsetzen. „Dafür brauchen wir einen Sahnetag.“ Die Eintracht arbeitet mit Hochdruck daran, „dass Silva wieder fit wird“, wie Hütter vor dem Gipfeltreffen mit dem Titelverteidiger sagte. Das taktische Konzept aber müsste Hütter nicht ändern, sollte der Portugiese nur zusehen können. Dass sich ihm die Möglichkeit bietet, auf einen Könner wie Jovic zurückzugreifen, unterstreicht die personelle Geschlossenheit des Frankfurter Kaders.

          Umbauen muss dagegen sein Münchner Kollege Hansi Flick: Corentin Tolisso fällt mit einem Muskelsehnenriss im Oberschenkel drei Monate aus, dazu fehlen in Frankfurt die ebenfalls verletzten Serge Gnabry und Douglas Costa sowie Thomas Müller und Benjamin Pavard nach positiven Corona-Tests. Auch der Bayern-Kader bietet aber Alternativen: Jerome Boateng, Leon Goretzka und Javi Martinez sind wieder einsatzbereit.

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