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DFB-Pokalspiel in Halle : Eintracht-Fans unter strenger Beobachtung

Schlechtes Vorbild: So sollten sich die Frankfurter Ultras in Halle besser nicht präsentieren. Bild: imago sportfotodienst

Der vom Fußball-Zweitligisten vorgegebene Verhaltenskodex wird heute in Halle auf die Probe gestellt. Die Polizei geht davon aus, dass auch gewaltbereite Fans ohne Karte zum DFB-Pokalspiel nach Sachsen-Anhalt reisen.

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          Gut zwei Wochen nachdem der Vorstand der Frankfurter Eintracht einen Verhaltenskodex für seine Fans veröffentlicht hat, wird dieser nun erstmals auf die Probe gestellt. Rund 250 Anhänger, die Karten für das DFB-Pokalspiel gegen den Halleschen FC haben, werden in die Stadt an der Saale fahren, um sich die Partie in dem nur knapp 3000 Menschen fassenden „Stadion am Bildungszentrum“ in Halle-Neustadt anzusehen. Und wahrscheinlich werden auch noch einmal genauso viele Fans des Frankfurter Fußball-Zweitligisten ohne Karten nach Sachsen-Anhalt reisen. Die Polizei geht davon aus, dass sich darunter auch Gewaltbereite befinden.

          Katharina Iskandar
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Aufrufe im Internet sind eindeutig. Unter dem Motto „Alle nach Halle“ werben die Frankfurter Ultras dafür, auch ohne Karte zum Austragungsort zu fahren. Überschrieben ist die Seite mit „300 plus x“ – damit wird der Ärger innerhalb der Szene angesprochen, weil wegen der geringen Größe des Stadions den Eintracht-Fans nur knapp 300 Karten zur Verfügung standen. Die Rede ist von einem „Quasi-Ausschluss der Frankfurter Fanszene“. Da 300 Gästekarten nicht ansatzweise der Quantität der „Frankfurter Allesfahrer“ gerecht würden und damit kein „repräsentativer Querschnitt“ durch die Frankfurter Fanszene möglich sei, wolle man die „offizielle“, von Verein und Polizei unterstützte Anreise boykottieren. „Wer kann schon reinen Gewissens im Block stehen, wenn er weiß, dass ein Großteil des harten Kerns der Szene durch diese unsinnige Entscheidung draußen stehen muss?“, heißt es im Internet. Deshalb wolle man versuchen, das Spiel „möglichst nahe am Spielort zu verfolgen“. In dem Forum heißt es weiter: „Lieber ein leerer Block im Stadion und Hunderte Eintrachtler in der Stadt“.

          Großaufgebot an Beamten

          Den Weg in die Stadt will die Polizei in Halle den Frankfurter Fußballfans jedoch nicht so einfach gestatten. Wie zu hören war, werden die anreisenden Anhänger schon an der Stadtgrenze und an den Bahnhöfen kontrolliert. Handelt es sich um Personen, die in der Vergangenheit mit Gewalttaten aufgefallen sind, behält sich die Polizei vor, Platzverweise auszusprechen. Das Stadion wird zudem weiträumig abgesperrt sein, so dass Fans ohne Karte wohl keine Möglichkeit haben werden, in die Nähe des Spielortes zu gelangen.

          Vorbereitet ist die Polizei auch auf Ausschreitungen in Leipzig in Zusammenhang mit Frankfurter Fans. Zumindest schließen die Beamten die Möglichkeit nicht aus, dass Eintracht-Anhänger zunächst nach Leipzig fahren, um sich mit dortigen Fans, die dem Halleschen FC ebenfalls feindlich gesinnt sind, zu solidarisieren. Möglicherweise werden beide Fangruppen dann gemeinsam versuchen, in die Innenstadt von Halle zu kommen.

          Eine Sprecherin der Polizei in Halle sagte, ein Großaufgebot an Beamten werde versuchen zu verhindern, dass dies geschehe und es zu Ausschreitungen komme. Man sei schon seit Tagen in engem Kontakt mit der Polizei in Frankfurt, um sich über die Problemklientel innerhalb der Fanszene auszutauschen, und habe zudem gegenüber den Anhängern deutlich gemacht, dass sich eine Einreise ohne Karte nicht lohne.

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