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Körbel vor dem DFB-Pokalfinale : „Ich setze 50 Euro auf die Eintracht“

  • -Aktualisiert am

Ihr Plädoyer für den Außenseiter klingt überzeugend. Würden Sie auch Geld auf die Eintracht setzen?

Die Eintracht war immer in der Lage, gegen jeden zu verlieren, aber auch gegen jeden zu gewinnen. Für mich waren die Spiele gegen die Bayern wie Länderspiele. Wenn das die Spieler sich aneignen, wenn sie kompakt stehen, den Bayern keine Räume geben und sie auf jedem Quadratmeter des Spielfelds bekämpfen, wenn Hradecky so überragend hält, wie es mal Oka Nikolov in der Bundesliga bei einem 0:0 in München gelungen ist, dann ist was drin. Ich sehe uns nicht als den eindeutigen Verlierer, als den uns viele in Deutschland sehen. Ich denke, ich werde wirklich 50 Euro auf die Eintracht setzen.

Gibt es etwas, was Sie der Eintracht aus der Erfahrung des letzten Pokalsiegs 1988 mit auf den Weg geben können?

Man muss sich dem Gänsehautgefühl hingeben und von sich überzeugt sein. Ich lag damals mit Lajos Detari auf dem Zimmer. Er hat die ganze Zeit gesagt: „Ich bin der entscheidende Mann, ich schieße das entscheidende Tor, ich werde der Held, ich bin der Größte.“ Und diese Überzeugung hat er mit auf das Spielfeld gebracht.

In Ihren besten Zeiten war die Eintracht so etwas wie ein Angstgegner der Bayern.

Das stimmt. Ich bin gespannt, wie Uli Hoeneß und Kalle Rummenigge reagieren, wenn sie mich am Freitagabend beim offiziellen DFB-Empfang wiedersehen. Früher begrüßten sie mich oft mit: Da kommt dieser verdammte Frankfurter, der uns so oft geärgert hat. Das ist bei denen so abgespeichert. Ich habe mir schon überlegt, dass ich die Bayern wieder ärgere. Es ist geplant, dass ich den Pokal hereintrage und dann an Paul Breitner übergeben soll. Aber ich habe mir vorgenommen, ihn einfach nicht herzugeben. Die Bayern sollen es nicht so leicht mit uns Frankfurtern haben. Aber im Ernst: Ich habe ein besonders gutes Verhältnis zu den Bayern, mit einigen bin ich befreundet.

Was war Ihr größter Triumph?

Jeder Pokalsieg hatte seine Reize. Aber als ganz junger Spieler das entscheidende Tor gegen den MSV Duisburg zu erzielen war etwas ganz Besonderes. Ein Highlight bildet aber auch das 88er-Endspiel, das das erste Mal im Berliner Olympiastadion ausgetragen wurde. Wir empfanden das sofort als deutsches Wembley. Wenn ich an die Endspielorte Düsseldorf, Stuttgart und Hannover zurückkomme, dann spüre ich nichts. Betrete ich das Berliner Olympiastadion, läuft sofort wieder der Film ab. Ich weiß noch jeden Schritt, den ich gegangen bin, den Spielverlauf, wie Lajos Detari den Freistoß versenkte, die Pokalübergabe. Alles kommt mir wieder ins Gedächtnis.

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