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Trennung im Sommer? : Ein Geduldsspiel für den Skyliner-Coach

  • -Aktualisiert am

Anspannung: Die Frankfurt Skyliners und Trainer Gordon Herbert müssen kämpfen. Bild: dpa

Die Play-offs erreichen die Frankfurt Skyliners in diesem Jahr wahrscheinlich nicht. Dazu droht dem Basketballklub im Sommer der Verlust ihres Cheftrainers.

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          Auch wenn sich Gordon Herbert wie im falschen Film gefühlt haben muss, nahm der Basketballtrainer der Frankfurt Skyliners das seltene Schauspiel doch mit Humor. „Es ist wie in Hollywood“, sagte der 60-Jährige amüsiert über den für die Frankfurter ungewöhnlich großen Medienauflauf in dieser Woche. Am vergangenen Dienstag hatte der Bundesligaklub in seiner Trainingshalle den 32 Jahre alten Andrej Mangold präsentiert: einen ehemaligen Erstliga-Rollenspieler, der heute eine gewisse Berühmtheit erlangt hat durch seine Hauptrolle in der RTL-Kuppelshow „Der Bachelor 2019“. Und der im Hauptrundenendspurt der Bundesliga sportlich zu seinen Wurzeln zurückkehrt.

          Obwohl Mangold seit rund eineinhalb Jahren ohne jede Matchpraxis ist, will er in Frankfurt bis Mitte Mai noch ein paar Minuten in der Bundesliga dazu sammeln. Mangold wird sie sich verdienen müssen, „Freiminuten“ gäbe es für ihn nicht, betonte Herbert, der mit seiner Mannschaft nun Teil der öffentlichen Vermarktung von Andrej Mangold geworden ist.

          Der Headcoach und die Skyliners täten gut daran, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Sie haben im Moment ohnehin andere Sorgen. Die Play-offs werden in dieser Saison mit großer Wahrscheinlichkeit ohne Frankfurt stattfinden. Als extrem belastend für seine Arbeit muss Herbert auch das große Verletzungspech empfinden, für das Spiel an diesem Freitag (20.30) beim Tabellenletzten Jena werden Flügelspieler Richard Freudenberg (Knieprobleme), Spielmacher Elija Clarance (Muskelfaserriss) sowie Power Forward Marco Völler (Finger) definitiv ausfallen.

          Herbert äußert sich nicht

          Fraglich ist außerdem der Einsatz des Amerikaners Jason Clark (Muskelfaserriss) und des finnischen Nationalspielers Shawn Huff (Bluterguss). Seine Rumpftruppe auf den Gegner Jena einzustellen, ist zu allem Überfluss schwieriger geworden, denn anstelle von Björn Harmsen hat jetzt Marius Linartas, der ehemalige Coach der zweiten Vereinsmannschaft, dort als Cheftrainer das Sagen.

          Herbert muss von Seiten der Skyliners nicht um seine Abberufung fürchten. Der studierte Sportpsychologe würde von diesem Sommer an aber gerne dem Ruf der kanadischen Nationalmannschaft folgen. Dieser ist bis jetzt allerdings ausgeblieben – und das, obwohl der hoch dekorierte Italiener Ettore Messina und der Kanadier Jay Triano sich selbst von der Kandidatenliste gestrichen haben sollen. Für Herbert ist die Sache mittlerweile zum großen Geduldsspiel geworden. Dabei ging auch er davon aus, dass längst Klarheit herrschen würde. Wie Herbert über die Angelegenheit denkt, behält er für sich. Am Donnerstag teilte er nur mit, dass es keine Neuigkeiten gebe.

          Übergangslösung für eine Saison?

          Skyliners-Geschäftsführer Gunnar Wöbke würde Herbert für die kommende Bundesligasaison freistellen, damit sich dieser seinen Traum von der WM in diesem Jahr und der Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 mit Kanada erfüllen kann. Im Fall des Weggangs von Herbert müssten die Frankfurter auf der Cheftrainerposition eine Übergangslösung finden. Die könnte Klaus Perwas heißen. „Ich würde wahrscheinlich nicht nein sagen, wenn ich gefragt werden würde“, sagte der langjährige Assistenztrainer am Donnerstag dieser Zeitung. „Aber das ist alles Zukunftsmusik. Gegebenenfalls müssten wir uns alle zusammensetzen und schauen, was Gunnar und der Verein wollen.“ Wöbke wollte von den Kanadiern eine Entscheidung bis Ende März. Die Zeit drängt für die Skyliners.

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