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Zweite Bundesliga : Siegreicher Lilien-Catenaccio

  • -Aktualisiert am

Hat seine Jungs erfolgreich auf Abwehrarbeit eingeschworen: Lilien-Trainer Lieberknecht Bild: dpa

Darmstadt 98 verstärkt seine Defensivarbeit und kommt zu einem souveränen 2:0 gegen Nürnberg. In der Tabelle verbessern sich die „Lilien“ auf Platz drei.

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          In der vergangenen Woche war Torsten Lieberknecht als Italienischlehrer gefragt. „Ich musste meinen Jungs erstmal erklären, was Catenaccio ist“, sagte der Trainer des SV Darmstadt 98 am Samstagnachmittag schmunzelnd. „Sie wissen das nicht, weil sie nur nach vorne verteidigen wollen.“

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          Die Abwehrarbeit, die seine Spieler zuvor verrichtet hatten, hatte tatsächlich etwas von italienischer Defensivkunst. Nicht eine Großchance wurde dem 1. FC Nürnberg gewährt. Und weil sich der SVD vor des Gegners Tor als sehr effizient erwies, stand am Ende ein souveräner 2:0-Erfolg im Zweitliga-Heimspiel gegen den „Club“.

          „Wir haben es erwachsen über die Zeit gebracht“, sagte Mittelfeldakteur Tobias Kempe, der in der achten Minute für das 1:0 gesorgt hatte. „Heute waren wir eklig in den Zweikämpfen, haben nur Fernschüsse zugelassen.“ Nach zuletzt drei Remis in Folge empfand es Kempe gegen einen „spielstarken Gegner“ als „ganz wichtig, einen Dreier mitzunehmen.“

          Dass dieser in für Darmstädter Verhältnisse untypischer Manier gelang, hatte mit dem Verlauf der zurückliegenden Partien zu tun. Gegen Heidenheim (2:2), Bielefeld (1:1) sowie in Kaiserslautern (3:3) hatte die „Lilien“ zwischenzeitliche Führungen noch aus der Hand gegeben. „Wir haben aus der Situation in Kaiserslautern gelernt“, sagte Lieberknecht. Dort war in der Vorwoche nach einem 2:3-Rückstand in letzter Minute noch ein Remis gelungen. Lieberknecht berichtete von einer „lebhaften Diskussion“ im Nachgang. „Wir haben uns eine Strategie überlegt, wie wir künftig besser verteidigen können. Das haben die Jungs super umgesetzt.“

          Konkret hieß das am Samstag im mit 14.500 Zuschauern erstmals in dieser Saison ausverkauften Stadion am Böllenfalltor: Kompakte Abwehrreihen in Blau, die dem „Club“ zwar meist den Ball überließen, es jedoch verstanden, den Gegner spätestens vor dem eigenen Strafraum vom Spielgerät zu trennen. Trotz 62 Prozent Ballbesitz ließen die Nürnberger obendrein keinerlei Ideen im Offensivspiel erkennen.

          „Wir haben als Mannschaft heute überragende Defensivarbeit geleistet“, sagte Phillip Tietz. Der Stürmer veredelte in der 27. Minute eine Ecke von Kempe mit dem Kopf zum Endstand. Ins Detail über die unter der Woche ausgetüftelte Strategie wollte Tietz nicht gehen: „Das Spiel hat für sich gesprochen.“ Gebracht hat es vor allem die Erkenntnis, dass die Spieler ihrem Trainer zuhören und Bereitschaft zu pragmatischen Lösungen zeigen – ganz im Stile einer Spitzenmannschaft. „Es hat sich gezeigt, dass Defensivarbeit auch gewinnbringend sein kann“, sagte Lieberknecht.

          Durch den fünften Saisonsieg verbessert sich Darmstadt in der Tabelle auf Rang drei und geht mit drei Zählern Rückstand auf Spitzenreiter Hamburger SV in die Länderspielpause. „Wir haben mehr Punkte als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison und sind im Pokal weitergekommen“, zog Lieberknecht eine positive Zwischenbilanz. Doch er weiß: „Die Aufgaben werden nicht leichter.“ In zwei Wochen reisen die „Lilien“ nach Ostwestfalen. Gegner dort: Der Tabellenzweite SC Paderborn.

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