https://www.faz.net/-gzn-a3k27

Darmstadt 98 : Die bessere Mannschaft verliert

  • -Aktualisiert am

Zum Haare raufen: Honsak und Mehlem sind bedient. Bild: Florian Ulrich/Jan Huebner

Darmstadt legt beim 2:3 in Sandhausen einen unglücklichen Ligastart hin. Bei den „Lilien“ herrscht Einigkeit, dass man hier unnötig Punkte verspielt hat.

          2 Min.

          Uwe Koschinat, der Trainer des SV Sandhausen, gilt als ehrliche Haut in einer Branche, in der in der Öffentlichkeit häufig die schwammige Binse der klaren Ansage vorgezogen wird. So machte Koschinat nach dem siegreichen Zweitliga-Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 keinen Hehl daraus, dass seine Mannen eine „rustikale Spielweise“ pflegen. Er betonte auch: „Ich muss sagen, dass ich selten so einen Gast erlebt habe, der sich so viele klare Chancen erspielt hat.“ Jener südhessische Gast trat die kurze Heimreise indes reichlich bedröppelt an.

          2. Bundesliga

          Bei den „Lilien“ herrschte Einigkeit darüber, dass der Saisonauftakt in Sandhausen nie und nimmer 2:3 hätte verlorengehen müssen. So kam es aber, weil die Darmstädter wenig effizient mit ihren Chancen umgingen und defensive Aussetzer dem SVS den Weg zum Heimsieg ebneten. „Es ist ein sehr bitteres Ergebnis für uns. Wir haben aber selbst entschieden, dass das Spiel so ausgeht“, haderte Cheftrainer Markus Anfang mit seiner misslungenen Ligapremiere in der SVD-Verantwortung.

          Knackpunkt der Partie

          Knackpunkt der Partie war, dass die Darmstädter trotz Spielkontrolle ihre Führung nicht nur nicht halten konnten, sondern vor der Pause sogar noch in Rückstand gerieten. Aus drei guten Torgelegenheiten bis zur 25. Minute vermochten die Südhessen nur einmal zählbares Kapital zu schlagen: Matthias Honsak traf nach exzellenter Vorarbeit von Tobias Kempe zum 1:0 (19.). Die „Lilien“, bei denen für den gesperrten Victor Palsson im defensiven Mittelfeld Nicolai Rapp begann und Patric Pfeiffer in die Innenverteidigung rückte, schienen auf einem guten Weg zum ersten Saisonerfolg bei erster Gelegenheit.

          Doch die beiden Youngster in der Innenverteidigung, Lars Lukas Mai und Pfeiffer, ließen bei einem Freistoß den Sandhäuser Angreifer Daniel Keita-Ruel aus den Augen – 1:1 (29.). Diskutabel war dann die aus dem Kölner Videokeller initiierte Schiedsrichterentscheidung, gegen den Darmstädter Braydon Manu einen Handelfmeter zu verhängen. Keita-Ruel ließ sich auch die Chance vom Punkt aus nicht nehmen – 1:2 (38.). Neben Keita-Ruel, dem auch der dritte SVS-Treffer gelang, werden die „Lilien“ auch an Martin Fraisl schlechte Erinnerungen bewahren. Denn der Torhüter entschärfte die großen Einschussgelegenheiten von Serdar Dursun (33.), Marvin Mehlem (44.) und Mai (71.) in bravouröser Manier.

          Punktgewinn verspielt

          Was die Darmstädter sich ankreiden lassen müssen, ist, dass sie nach der Pause an die gute erste Hälfte nicht anknüpfen konnten. Von dem mitunter klugen Aufbauspiel und den flotten Kombinationen war gegen einen zurückgezogen agierenden Gegner zunehmend weniger zu sehen. Und dennoch wäre den „Lilien“ mindestens noch ein Punktgewinn zuzutrauen gewesen, hätte der gerade 21 Jahre alt gewordene Pfeiffer nicht einen folgenschweren Blackout gehabt. Der Innenverteidiger vertändelte den Ball an der eigenen Strafraumgrenze an Keita-Ruel, der vor 800 Zuschauern wenig Mühe hatte, seinen Dreierpack zu schnüren (74.).

          Marcel Schuhen, der wie erwartet seinen Status als Nummer eins im Darmstädter Zweitligator behalten hat, blieb ohne Abwehrchance. Eine Energieleistung wie vor Wochenfrist im DFB-Pokal, als die Südhessen trotz 0:2-Rückstand die Erstrundenhürde 1.FC Magdeburg übersprangen, vermochten sie im Hardtwaldstadion nicht zu vollbringen. „Das erste Gegentor fällt nach einer Standardsituation, das zweite durch einen Elfmeter und das dritte durch einen individuellen Fehler“, stellte Trainer Anfang zerknirscht fest. „Ansonsten waren wir in allen Bereichen die bessere Mannschaft.“

          Weitere Themen

          Barcelona-Spieler verzichten auf 122 Millionen

          Corona-Krise : Barcelona-Spieler verzichten auf 122 Millionen

          Die Folgen von Corona treffen FC Barcelona wirtschaftlich schwer. Den Katalanen fehlen durch die Pandemie rund 300 Millionen Euro. Dringende Einsparungen sollen den kriselnden Verein vor dem Konkurs bewahren.

          Topmeldungen

          Ein AfD-Mitglied beim Landesparteitag der AfD Rheinland-Pfalz am vergangenen Wochenende

          Vor dem Parteitag : Die AfD trifft sich im Wunderland

          Rund 600 Delegierte wollen auf dem Gelände des einstigen Kernkraftwerks in Kalkar über ein Rentenkonzept debattieren – unter strikter Einhaltung der Maskenpflicht, sonst droht ein Abbruch.
          Im Visier von Aktivisten: Der Immobilienfinanzierer Aareal Bank aus Wiesbaden.

          Immobilienfinanzierer : Aktivisten machen Druck auf Krisenfirmen

          Die Zahl der Kampagnen von aktivistischen Investoren stieg in den letzten Jahren an. Gerade auf Corona-Verlierer an der Börse kommen sie zu. Warum hat Petrus Advisers die Aareal Bank im Visier?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.