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Zweite Bundesliga : Darmstadt 98 diesmal ohne Rückenwind

  • -Aktualisiert am

Im Duell zwischen Darmstadt und Bochum gab es keinen Sieger. Bild: dpa

Die Darmstädter Festspielwochen sind vorbei – oder haben zumindest eine Pause eingelegt. Den „Lilien“ fehlt es beim torlosen Unentschieden gegen Bochum in der zweiten Bundesliga vor allem an der offensiven Leichtigkeit.

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          Die Darmstädter Festspielwochen sind vorbei – oder haben zumindest eine Pause eingelegt. So richtig grämen mochte sich im „Lilien“-Lager aber niemand darüber, dass sie am Samstagnachmittag am heimischen Böllenfalltor nicht über ein 0:0 über den VfL Bochum hinauskamen. Fazit: Spiel war nicht schön, Remis nicht schlimm. Denn wer nicht gerade den Abstand auf die Aufstiegsränge fokussiert, der auf acht Punkte angewachsen ist, der dürfte sich über nunmehr zehn ungeschlagene Zweitligaspiele in Serie freuen. Richtig nahe kamen die Südhessen, die zumindest vorübergehend auf Rang fünf vorrückten, dem möglichen fünften Sieg in Serie nicht. Dafür war das Match gegen den Abstiegskandidaten zu dröge, dafür waren die Offensivbestrebungen der „Lilien“ zu wenig durchschlagskräftig und dafür agierten die Bochumer, entgegen ihrer Natur, zu defensivbedacht.

          2. Bundesliga

          „Es ist die Aufgabe der Mannschaft zu erkennen“, sagte der quasi beschäftigungslose SVD-Torhüter Marcel Schuhen, dass es an Tagen wie diesen, wenn ein Match nicht von Beginn an für die „Lilien“ läuft, „den einen Punkt mitzunehmen gilt“. Es war ein Fußballnachmittag, der einige Male in Gang zu kommen schien, ehe beide Teams sich, davon regelrecht erschreckt, wieder auf ihre Defensivaufgaben konzentrierten. „Ich bin mit dem Punktgewinn sehr zufrieden. In der Offensive fehlte uns die Leichtigkeit, es lief nicht so flüssig“, sagte der Darmstädter Trainer Dimitrios Grammozis. „Wenn man schon nicht gewinnt, darf man nicht verlieren.“ Teil zwei dieses Sinnspruchs bewältigten die „Lilien“ recht souverän, Keeper Schuhen musste sich aufgrund der aufmerksamen Verteidigungsarbeit seiner Vorderleute in 94 Minuten nicht einmal querlegen in der Luft.

          Was auch daran lag, dass Nicolai Rapp seinen Vertreterjob, der zur Dauerlösung werden dürfte, in der Innenverteidigung gut erledigte. Es war ein „Schreckmoment, der die Spieler zum nachdenken gebracht hat“, sagte Grammozis über den Trainingsunfall von Immanuel Höhn tags zuvor. Die Abwehrstammkraft hatte sich bei einem unglücklichen Sturz im Abschlusstraining einen Außenknöchelbruch zugezogen und wird voraussichtlich bis Saisonende ausfallen. Grammozis nahm im Vergleich zum 2:0-Erfolg gegen Heidenheimer eine weitere Änderungen an seiner Startformation vor. Kapitän Fabian Holland kehrte nach abgesessener Gelbsperre auf seinen angestammten Linksverteidigerposten (für Patrick Herrmann) ein.

          Es war ein Match ohne Startschwierigkeiten – was das hohe Anfangstempo aber schnell verlor. Schon nach vier Minuten Spielzeit hatten der Darmstädter Mathias Honsak und der Bochumer Blum je eine große Torchance auf dem Fuß. Die Erfolgsserie verlieh den „Lilien“ fortan aber nicht den rechten Rückenwind, das Spiel des SVD geriet strukturschwächer und weniger energisch als zuletzt. Die Bochumer, mit 40 Saisontreffern eigentlich die drittbeste Offensive der Liga stellend, spielten aber auch sehr abwartend. Immerhin kamen die Darmstädter vor der Pause noch zwei Mal erfolgversprechend vor das VfL-Tor: Serdar Dursun vergab in der 34. Minute einen hervorragende Chance, Holland vermochte eine flotte Kombination nicht adäquat zum Abschluss bringen (44.).

          Eine starke Szene des Teams, welche sich nach dem Wechsel nicht mal mehr ansatzweise wiederholen sollte. Bis auf eine Serie von Eckbällen mit Kopfballgelegenheiten rund um die 60. Minute und einem abgeblockten Schuss des eingewechselten Felix Platte (64.) blieben die „Lilien“ vorne ungefährlich. Und mussten sich in der Schlussphase noch einigen Angriffen der abstiegsgefährdeten Bochumer erwehren, die sich aber als nur im Ansatz gefährlich herausstellten. „Von einem Schmankerl“, stellte VfL-Coach Thomas Reis abschließend wie treffend fest, sei man weit entfernt gewesen.

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