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SV Darmstadt 98 : Hamit Altintop sagt ja: Lilien behalten ihren Star

  • Aktualisiert am

Bleibt den Darmstädtern erhalten: Hamit Altintop Bild: Jan Huebner

Es hatte sich lange hingezogen, aber nun klappte es noch: Hamit Altintop spielt weiterhin für die Darmstädter. Neuzugang Artur Sobiech bringt derweil viel Erstligaerfahrung mit.

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          Ob Torsten Frings am Böllenfalltor schon nach dem geeigneten Ort für die Statue geschaut hat? Der „Lilien“-Trainer hatte vor einigen Wochen mal gesagt, dass man Hamit Altintop in Darmstadt ein Denkmal bauen müsste, sollte er nach dem Abstieg weiter für den SVD spielen. Nun ist eingetreten, was zuletzt als immer unwahrscheinlicher erachtet worden war: Altintop wird auch in der neuen Zweitligasaison für die Südhessen aktiv sein. Der Klub gab am Donnerstagabend bekannt, dass der 34-Jährige einen Einjahresvertrag bis Ende Juni 2018 unterzeichnet habe.

          „Wir sind unheimlich glücklich und stolz, dass wir es geschafft haben, Hamit von einem weiteren Jahr bei den ,Lilien‘ zu überzeugen“, sagte Frings. Der Chefcoach hatte Altintop schon zu Jahresanfang zu einem Engagement in Darmstadt bewogen. Nach kurzer Anlaufzeit schwang sich der Mittelfeldspieler mit der Erfahrung von 41 Champions-League-Spielen für Schalke, Bayern, Real Madrid und Galatasaray Istanbul zum unumstrittenen Chef auf dem Platz auf und hatte trotz des nicht mehr abzuwendenden Bundesligaabstiegs großen Anteil an den guten Leistungen des SVD zum Saisonende. Altintops herausragende Technik, Passgenauigkeit und Übersicht ließen ihn bei den Darmstädter Fans schnell Heldenstatus erreichen. Ein Star mit Herz am Böllenfalltor – das erschien ziemlich unwirklich. Nun geht die Liaison in die Verlängerung.

          Ein Spieler der Extraklasse

          Am aus Sicht der „Lilien“ nachrichtenstarken Donnerstagabend verkündete der Klub auch einen Neuzugang mit prominentem Namen. Der bundesligaerprobte Angreifer Artur Sobiech, dessen Vertrag bei Hannover 96 nach sechs Jahren nicht verlängert worden war, hat am Böllenfalltor einen Kontrakt bis Ende Juni 2019 unterschrieben. Diese Personalie wurde indes deutlich überstrahlt von der Entscheidung Altintops, dem SV 98 die Treue zu halten. „Ich habe die Werte und das Familiäre bei den ,Lilien‘ immer geschätzt“, sagte Altintop. „Torsten ist ein großer Grund, warum ich mich zum Verbleib entschieden habe, ebenso die anderen Verantwortlichen beim SV 98.“

          Der in Gelsenkirchen geborene Türke hatte nach seinen starken Leistungsnachweisen im Darmstädter Bundesligateam am Saisonende keinen Hehl daraus gemacht, dass er erstklassige Angebote vorliegen habe. Altintop hatte aber auch betont, dass es ihm im fortgeschrittenen Fußballeralter bei der Wahl seines Arbeitsplatzes auch um das Wohlbefinden seiner Familie gehe. Die Südhessen dürfen sich nun einiges darauf einbilden, einen Spieler der Extraklasse überzeugt zu haben, sich im Schlussbogen der Karriere noch mal der zweiten Liga auszusetzen. „Er hat schon in der vergangenen Spielzeit gezeigt, dass er mit seiner Erfahrung, Spielstärke und Persönlichkeit eine ganze Mannschaft mitreißen kann. Mit diesen Eigenschaften wird er auch in der kommenden Saison ein Fixpunkt in unserem Spiel sein“, sagte Trainer Frings.

          Spannend wird nun sein, zu sehen, wie sich die Darmstädter mit Blick auf die Zielsetzung für die neue Spielzeit positionieren werden. Neben dem Verbleib von Altintop sind auch die Transfers Kevin Großkreutz, Tobias Kempe, Jamie Maclaren und Artur Sobiech deutliche Ansagen an die Konkurrenz, dass mit dem SVD im Aufstiegskampf zu rechnen sein dürfte. Die Abteilung Torjäger hat mit Sobiech einen erheblichen Qualitätssprung gemacht. Der 27-Jährige, der in Hannover einige Male von Verletzungen ausgebremst wurde, hat für die Niedersachsen 98 Erstliga- und 23 Zweitligamatches bestritten und dabei 20 Treffer erzielt. „Ich hatte sehr gute Gespräche mit dem Verein und freue mich auf die Zweitligasaison mit dem SV 98“, sagte der polnische Nationalspieler.

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