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Zweite Bundesliga : Darmstädter Festtag im leeren Stadion

  • -Aktualisiert am

Die Darmstädter hatten viel Spaß am Spiel gegen St. Pauli. Bild: dpa

Mit dem beeindruckenden 4:0-Heimsieg über St. Pauli sichern sich die „Lilien“ quasi den Verbleib in der zweiten Bundesliga. Nun wartet auf die Darmstädter ein dichtes Programm im Kampf um weitere Punkte.

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          Der Jubelschrei kam mit Verzögerung, erst Sekunden nachdem der Ball zum zweiten Mal im St. Paulianer Netz gelandet war. Aber dann brach sich die Freude von Dimitrios Grammozis mit enormem Nachhall Bahn im leeren Böllenfalltorstadion. Der SV Darmstadt 98 hat am Samstag auch ohne Zuschauer Heimstärke bewiesen, den FC St. Pauli 4:0 besiegt und angesichts von nunmehr 39 Punkten den Zweitliga-Verbleib quasi gesichert.

          2. Bundesliga

          Die in der ersten Halbzeit sogar optisch überlegenen Hamburger kamen nach dem Wechsel gegen clevere und effiziente „Lilien“ unter die Räder. Vier Treffer in einem Match waren den Südhessen, bei denen es in dieser Saison oft beim Toreschießen haperte, in dieser Spielzeit noch nicht gelungen. Grammozis nannte die „Einstellung, Energie und Körpersprache“ als Basis des Tageserfolgs. „Die Jungs können glücklich und stolz sein“, so der Deutschgrieche nach einer Vorstellung, die in der Schlussphase Züge von ungekannter Darmstädter Leichtigkeit trug.

          Der 41-Jährige hatte entgegen seinen Gepflogenheiten seine Startformation gleich auf fünf, vorwiegend offensiven Positionen verändert. Darunter mit Fabian Schnellhardt, Felix Platte und Marcel Heller drei Profis, die monatelang schon nicht mehr von Beginn an im Einsatz waren. Als Reaktion auf die äußerst schwache Darbietung in der Vorwoche in Karlsruhe (0:2) oder mit Blick auf den Kräftehaushalt angesichts von drei Partien innerhalb von sechs Tagen?

          „Das KSC-Spiel hat Spuren hinterlassen“, sagte Grammozis, der unter der Woche die Profis aus der zweiten Reihe ausdrücklich ermuntert habe, ihre Chance zu nutzen. Das hat überwiegend geklappt. Auch wenn mit Yannik Stark, Marvin Mehlem, Seung-ho Paik, Tobias Kempe und Serdar Dursun ebenjene fünf Spieler eingewechselt wurden, die vor Anpfiff im Vergleich zur Vorwoche rausgenommen worden waren.

          Die Fernsehzuschauer erlebten eine flotte erste Halbzeit, in der beide Teams 18 Torschüsse abgaben. Die Darmstädter profitierten davon, dass Mathias Honsak von Beginn an hellwach war. Scheiterte der Österreicher in der ersten Minute noch an Pauli-Torwart Himmelmann, machte er es sechs Minuten später besser und traf nach Vorarbeit von Victor Palsson zur frühen Führung. Auch die keineswegs schwächeren Hamburger kamen vor der Pause im strömenden Dauerregen zu drei aussichtsreichen Gelegenheiten.

          Nach dem Wechsel reduzierte sich die Intensität der Partie zwar zunächst etwas. Mit dem 2:0 durch Starks fulminanten Volltreffer (74.) aus mehr als 20 Meter Torentfernung hatten die Darmstädter dann aber das Momentum auf ihrer Seite. Die ebenfalls schön anzuschauenden Treffer von Mehlem (78.) und Palsson (90.) besiegelten dann den Darmstädter Festtag im stillen Stadion.

          Als der Pauli-Profi Diamantakos in der Nachspielzeit noch einen Handelfmeter neben das Tor setzte, durften die Gäste ihre Darmstädter Dienstfahrt endgültig unter die Rubrik Pleiten, Pech und Pannen einsortieren. „Es war wieder die Mannschaft auf dem Feld, die wir uns jedes Wochenende vorstellen“, sagte Grammozis. Nun muss aber in engerer Taktung gedacht werden. Auf die „Lilien“ wartet ein dichtes Programm mit einer Fahrt nach Aue am Dienstag und einem Heimspiel gegen Fürth am Freitag.

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