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Darmstadt 98 : Lilien im Risikogebiet

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Skeptischer Blick: Rüdiger Fritsch, Präsident des SV Darmstadt 98, geht davon aus, dass die fetten Jahre vorbei sind. Bild: dpa

Dem SV Darmstadt 98 droht in der zweiten Liga ein Geisterspiel gegen den FC St. Pauli. Vereins-Präsident Fritsch geht generell davon aus: „Die fetten Jahre sind vorbei.“

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          Dem SV Darmstadt 98 droht im zweiten Saisonheimspiel an diesem Samstag wieder der Ausschluss von Zuschauern. Rüdiger Fritsch blickt mit Sorge auf die Entwicklung. „Wie alle guten Unternehmer bereiten wir uns auf das Schlimmste vor, nämlich Heimspiele ohne Fans bis Jahresende oder sogar Saisonende“, sagte der Vereinspräsident an diesem Dienstag dieser Zeitung.

          Die fehlenden Ticket- und Sponsorenerlöse könnten sich so auf fünf Millionen Euro summieren. Eine erhebliche Einbuße bei einem Etat von 30 Millionen Euro. Publikum wird nur ins Böllenfalltorstadion gelassen, wenn die Corona-Inzidenz in Darmstadt unter die Marke von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liegt. Am Dienstag stieg sie indes auf 52,7, so dass Darmstadt nun Risikogebiet ist. Fritsch rechnet damit, dass „die negative gesamtwirtschaftliche Kettenreaktion nicht vor uns haltmachen wird. Wenn Sponsoren selbst Kurzarbeit beantragen oder Entlassungen vornehmen müssen, werden sie ihren Vertrag über eine Bandenwerbung bei uns nicht verlängern.“ Mit Blick auf die aktuelle Saison sagt der seit acht Jahren den SVD anführende Jurist: „Ohne Einnahmen bei gleichbleibenden, vertraglich fixierten Ausgaben wird es irgendwann dünn.“

          Nach dem nicht sportlich, aber in Bezug auf die Verwirklichung des Hygienekonzepts bei 1700 Zuschauern erfolgreichen Heimauftakt gegen Jahn Regensburg (0:0) hätten gegen den FC St. Pauli an diesem Samstag schon 2080 Besucher ans Böllenfalltor kommen sollen. Doch ein weiteres Geisterspiel scheint nun viel wahrscheinlicher. Schon rund 250 Besucher, so Fritsch, versprächen eine Spieltagseinnahme von etwa 50.000 Euro. Wären 3000 bis 4000 Besucher erlaubt, steigerte dies die Einkünfte auf etwa 150.000 Euro je Heimspiel. Die gesamten Umsatzeinbußen summierten sich auf etwa fünf Millionen Euro. „Der Sport an sich“, sagt der SVD-Präsident, „wird sich umstellen müssen. Die fetten Jahre sind vorbei.“

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